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4. Welfen-Symposium: Werbemöglichkeiten und Wirtschaftsspionage

9. November 2015 von
Adrian Blockus erklärte, wie kleine Unternehemen über das Internet ihren Export ankurbeln können. Foto: WelfenAkademie

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Braunschweig. Die WelfenAkademie hat es nach eigenen Angaben geschafft, ihr jährliches Symposium als Fach-Veranstaltung mit Informationsgewinn in Braunschweig zu etablieren. Im Folgenden veröffentlichen wir die Pressemitteilung ungekürzt und unkommentiert.


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Auch bei der inzwischen vierten Auflage war das Audimax der Einrichtung an der Salzdahlumer Straße bis in die hintersten Reihen gefüllt. „Als wir die Veranstaltung vor vier Jahren aus der Taufe gehoben haben, wollten wir ein inhaltliches Ausrufezeichen in der und für die Region Braunschweig setzen. Das ist uns gelungen‟, sagte Akademie-Geschäftsführer Dr. Jens Bölscher zur Begrüßung. Beim vierten Symposium ging es nun um „Digitalisierung in der Wirtschaft‟, ein Thema, das Bölscher zunächst zu einem Rückblick nutzte. Als er seine Dissertation zum E-Commerce in der Versicherungsbranche schrieb, führte er Interviews mit Vorständen. „Damals haben sie mir gesagt: Im Internet wird niemals jemand eine Versicherung abschließen‟, sagte Bölscher. Das sei etwa 15 Jahre her. Heute gehören Keywords rund um Versicherung zu den teuersten im Online-Marketing.

Im Internet zu werben, sei insbesondere für kleine mittelständische Betriebe eine wichtige Option, sagte als erster Gastredner Adrian Blockus. Er ist beim Internet-Giganten Google als Strategischer Partner-Manager tätig. Er betonte, dass Googles Hauptgeschäft Marketing im Internet sei. Zusammen mit strategischen Partnern berät das Unternehmen auch KMU, wie sie online besser für ihre Produkte werben, oder gar das Export-Geschäft ankurbeln.

Seine These: Technologien und Menschen verändern sich. Die Anzahl der Bildschirme habe sich in den vergangenen zehn Jahren etwa verdreifacht. Zum Fernseher und Computer seien inzwischen Smartphone, Tablet, Wearables und der Bildschirm im Auto dazugekommen. 3 Milliarden Menschen sind derzeit weltweit online. 100 Milliarden Suchanfragen registriere Google jeden Monat. „Man muss diese Trends nicht gut finden. Man sollte sie als Unternehmen aber akzeptieren, um erfolgreich zu sein‟, so Blockus.

Durch die Suchanfragen und Nutzerprofile hat Google eine riesige Datensammlung. Daraus entstehe eine „Datenbank der Absichten‟, berichtete Blockus. Er nennt als Beispiel einen Sportartikel-Händler. Dieser könnte zum Suchbegriff „Laufschuhe‟ im Internet werben. Viel sinnvoller sei es aber, das Keyword „Marathon‟ zu wählen. Dies sei ein emotional besetzter Begriff. „Mit Online-Marketing erreicht man den Kunden im entscheidenden Moment‟, so Blockus. Zudem sei es messbarer als beispielsweise Zeitungsanzeigen. Insbesondere im Export-Geschäft eröffne das weltweite Netz auch kleinen Unternehmen neue Möglichkeiten. Bis 2020 seien 50 Prozent des Exports Internet-basiert, so Blockus. „Wir helfen kleinen Unternehmen, diese Chance zu begreifen und so schneller zu wachsen‟, erklärte der Google-Stratege.

Dass das Internet nicht nur Chancen sondern auch Risiken für die Wirtschaft beinhalte, daran erinnerte Markus Boeger vom Niedersächsischen Innenministerium. Dort ist er in der Abwehr von Wirtschaftsspionage tätig. Dies sei insbesondere Präventiv-Arbeit, so Böger. „Wir gehen im Vorfeld auf die Unternehmen zu und sensibilisieren sie für das Thema‟, berichtete der Polizeihauptkommissar. Er betonte, dass seine Behörde anders als die Polizei keinem Strafverfolgungszwang unterliege. So könnten Unternehmen in voller Vertraulichkeit Vorfälle melden, ohne einen Reputationsverlust zu fürchten.

Böger nannte den Menschen als größten Sicherheitsfaktor bezüglich der Unternehmensdaten. Manche schaden dem Betrieb bewusst, die meisten jedoch aus Arglosigkeit. „Um an Schadsoftware zu gelangen, braucht der Angreifer heute kein spezielles Know-How mehr‟, sagte Böger. Der häufigste Weg ins Unternehmen führe dann über E-Mail-Anhänge. So sei beispielsweise der Angriff auf den Bundestag erfolgt. Um dessen Sicherheit wieder herzustellen, seien die Netze dort vier Tage lang offline gewesen. „Als Unternehmen können Sie sich das meist nicht erlauben‟, so Böger. Er betonte, dass völlige Sicherheit nur bestehe, wenn das Unternehmen nicht am Metz – sozusagen entnetzt – sei. Da dies nicht möglich sie, müsste jeder abwägen zwischen Sicherheit und
Nutzbarkeit. Auch sei es möglich, manche Unternehmensbereiche vom Internet abzukoppeln – etwa Forschung und Entwicklung. In vielen mittelständischen Unternehmen sei die IT vom Gründungstag an mitgewachsen, sagte Böger. „Manchmal ist es sinnvoll, da einen Schnitt zu machen und von vorne anzufangen.‟

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