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Anfeindungen gegen Grünen-Politiker nach Twitter-Like

16. Februar 2017 von
Helge Böttcher steht im Kreuzfeuer der Kritik. Collage: Braumann

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Braunschweig. Aufregung um den Grünen Rats-Politiker Helge Böttcher - nachdem er einen Twitter-Beitrag, der sich negativ über Frauke Petry äußert, geliked hat, schlagen ihm im Netz und von der AfD-Ratsfraktion Anfeindungen und Kritik entgegen.

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Zum Hintergrund: Der ZDF-Autor Christian Huber, Mitarbeiter des Satirikers Jan Böhmermann, hatte nach der Wahl des Bundespräsidenten in Berlin folgenden „Tweet“ veröffentlicht: „So, ich hoffe, Olivia Jones boxt Frauke Petry jetzt auf der Empfangsparty um.“ Die Travestiekünstlerin Olivia Jones und die Parteichefin Frauke Petry waren beide in die Bundesversammlung entsandt worden – die erste von den Grünen, die zweite von der AfD. Im Internet hat der „Tweet“ von Christian Huber mittlerweile für heftige Reaktionen gesorgt. Helge Böttcher hatte diesen Beitrag mit „gefällt mir“ markiert. Das sorgte neben Anfeindung auf Twitter auch für Kritik der AfD-Ratsfraktion.

Deutliche Kritik der AfD

Stefan Wirtz, Pressesprecher der AfD-Braunschweig, sagte: „Er gibt sich stets gern seriös und verbindlich, aber dies scheint nur Fassade zu sein: Der für die Grünen in den Rat gewählte Helge Böttcher würde sich freuen, wenn die schwangere Frauke Petry von einem abgetakelten Transvestitendarsteller anlässlich der Bundespräsidentenwahl „umgeboxt“ worden wäre. Das ist noch nicht mal Böttchers eigene Idee, sondern nur der von ihm mit „gefällt mir“ versehene geschmacklose Beitrag eines Autors aus dem Böhmermann-Umfeld. Die AfD Braunschweig verurteilt die zugrundeliegende menschenverachtende Haltung, die die linksgrünen Parteien in der Auseinandersetzung mit politischen Gegnern inzwischen flächendeckend an den Tag legen. Hier betätigt sich ein grüner Mandatsträger und Funktionär mit seiner virtuellen Zustimmung ebenfalls als geistiger Brandstifter; die zweifelhaften Früchte dieser Hetze zeigten sich regional zuletzt in Hannover, wo Wohnhäuser und Umgebung der dortigen AfD-Ratsabgeordneten mit Flugblättern im Steckbriefstil vermüllt wurden. Tatverdächtig war hierbei wieder einmal die, auch von der Grünen Jugend unterstützte, faschistoide sogenannte Antifa.“

Böttcher bedauert Aktion

Helge Böttcher meldete sich am heutigen Donnerstag bei der Redaktion und gab an: „Aus gegebenem Anlass möchte ich klarstellen: Ich mag keine Gewalt – schon gar nicht gegen Frauen, geschweige denn Schwangere! Wer mich genauer kennt, weiß das natürlich, aber viele kennen mich eben noch nicht so gut. Den Beitrag („Tweet“) von Christian Huber bei Twitter habe ich am Sonntag (12.02.2017) ohne großes Nachdenken „geliked“ (d. h. mit „Gefällt mir“ markiert). Mittlerweile habe ich dieses „Like“ wieder zurückgenommen, das „Gefällt mir“ also gelöscht. Ich bedaure es sehr, dass manche Menschen meine Aktion missverstanden haben und möchte mich ausdrücklich dafür entschuldigen. Christian Hubers „Tweet“ habe ich als satirischen Kommentar und nicht als Gewalt-Aufruf verstanden. Die Tatsache, dass Frauke Petry schwanger ist, war mir zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht bewusst. Den aktuellen „Shitstorm“ in Bezug auf meine Person finde ich äußerst unangenehm und schockierend. Bei Twitter wurden mir gegenüber unter anderem schon die menschenverachtenden Begriffe „grüner Abschaum“ und „widerliche Missgeburt“ benutzt. Die Braunschweiger AfD missbraucht die Angelegenheit nun für eine Hetzkampagne gegen mich. Der Fraktionsvorsitzende und Parteisprecher Stefan Wirtz verleumdet und diffamiert mich hier in rufschädigender Art und Weise, so dass ich mich zu einer deutlichen Klarstellung entschlossen habe.“

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