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Bahnhof Gliesmarode soll Knotenpunkt für Mobilität werden

11. Oktober 2017
Von einem Bahnhof nach heutigen Standards ist der Bahnhof Gliesmarode weit entfernt. Foto: Archiv/Sina Rühland
Braunschweig. Der Bahnhof Gliesmarode soll 2019 umfassend saniert werden. Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Detlef Tanke, Vorsitzender der Verbandsversammlung Regionalverband Großraum Braunschweig, haben das Projekt am Mittwoch bei einem Ortstermin vorgestellt.

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„Die Weiterentwicklung unserer Region geht nur gemeinsam“, hebt Oberbürgermeister Ulrich Markurth hervor. „Das gilt in besonderer Weise für den Ausbau des ÖPNV. Hier müssen lokale und regionale Projekte koordiniert, gut abgestimmt und klug zusammengeführt werden. Dies wollen wir am Bahnhof Gliesmarode beispielhaft realisieren. Regionalverband und Stadt Braunschweig wollen ihn gemeinsam mit der Deutschen Bahn zu einem Knotenpunkt lokaler wie regionaler Mobilität ausbauen, von dem die Braunschweigerinnen und Braunschweiger ebenso profitieren wie die Pendlerinnen und Pendler aus der Region. Wenn wir wollen, dass Menschen auf Bahn und Bus umsteigen, dann müssen wir gemeinsam die Übergabestellen auf die verschiedenen Verkehrsmittel optimieren.“

Mehr Geld durch Nahverkehrsgesetz

Detlef Tanke. Foto: Siegfried Nickel

„Das reformierte Niedersächsische Nahverkehrsgesetz bringt verlässlich deutlich mehr Geld für den regionalen ÖPNV in die Region“, erläuterte der Vorsitzende der Verbandsversammlung des Regionalverbands, Detlef Tanke.

Tanke ergänzt: „Die Zuweisungen des Landes an den Regionalverband steigen bis 2020 jährlich an und erreichen dann rund 100 Millionen Euro – über 30 Millionen mehr als 2016. Der Regionalverband kann zudem für einen begrenzten Zeitraum Mittel, die in der Regel ausschließlich zur Bestellung von Verkehrsleistungen vorgesehen sind, auch zur Sanierung oder zum Neubau von Infrastruktur anteilig verwenden. Dies wollen wir tun und die Verwendung der Mittel mit den Verbandsmitgliedern und Kommunen im Großraumverband abstimmen, um für alle das Bestmögliche zu erreichen.“

Das sagt Oberbürgermeister Ulrich Markurth zur Bahnhofssanierung:

Warum gehandelt werden muss

Von einem Bahnhof nach heutigen Standards ist der Bahnhof Gliesmarode weit entfernt. Der Bahnsteig ist marode, Beleuchtung und Wetterschutz sind ungenügend. Der Zugang zum Bahnsteig entspricht nicht den modernen Vorgaben für einen barrierefreien Zugang. Ein Bahnhofsvorplatz existiert nicht, das Umfeld wenig einladend, einschließlich der Stadtbahnhaltestelle unter den Eisenbahnbrücken. Wenn ab Ende 2018 die Regionalbahnen zwischen Uelzen und Braunschweig täglich im Stundentakt verkehren, wird das Fahrgastaufkommen an diesem Bahnhof stark ansteigen. Perspektivisch soll dann der Takt zwischen Gifhorn und Braunschweig montags bis freitags auf dreißig Minuten verdichtet werden.

Dies sind die Ziele

  • Der neue Bahnsteig erhält eine barrierefreie Rampe in eine Unterführung, die das westliche Gleis in Richtung Östliches Ringgebiet unterquert. Zukünftig soll es nicht mehr notwendig sein, die Gleise zu überqueren.
  • Der Bahnsteig wird komplett neu aufgebaut. Er erhält neue Bahnsteigkanten, wird neu gepflastert und mit Leitstreifen für Blinde versehen. Wetterschutz und Beleuchtung werden erneuert sowie die Informationstechnik neu aufgebaut.
  • Das Ringleis wird vom Nußberg kommend parallel zum Bahndamm auf der Stadtseite geführt und den neuen Bahnhofsvorplatz, die Gliesmaroder Straße sowie die Hans-Sommer-Straße kreuzen, um entlang der Abtstraße weiter in Richtung Norden zu führen.
  • Die Karlstraße ist eine Fahrradstraße, die das Östliche Ringgebiet sehr gut an den Bahnhof anbindet. Die Fahrradroute wird bis auf den neuen Bahnhofsvorplatz geführt, entsprechende Abstellanlagen für Fahrräder werden installiert.
  • Ein Radschnellweg von Braunschweig über Lehre nach Wolfsburg kann einen Startpunkt am Bahnhof Gliesmarode erhalten.
  • Die Stadtbahnhaltestelle soll zu einer kombinierten Haltestelle für Bahn und Busse umgebaut und auf den Platz verlegt werden. So verkürzen sich die Umsteigewege zwischen Bahn, Stadtbahnbahn und Bussen. Es wird außerdem die Möglichkeit geschaffen, Busse am Bahnhof Gliesmarode wenden zu lassen.
  • Es werden Parkplätze mit Ladesäulen für E-Autos geschaffen und Taxistände sowie Carsharingparkplätze neu eingerichtet.
  • Auch städtebaulich soll das Areal erneuert werden, mit Neubauten, in die auch Versorungsinfrastruktur einziehen kann, die ein Mobilitätsknoten braucht: Bäcker, Kiosk, Supermarkt, Fahrradladen, Café, etc. Denkbar ist auch, im Untergeschoss dieser Bauwerke eine Tiefgarage unterzubringen und somit dem vielfachen Wunsch nach einer Quartiersgarage nachzukommen.
  • Außerdem sollen Bahnhofsumfeld auch Angebote im Stadtraum für Jugendliche des östlichen Ringgebiets geschaffen werden. Es soll ein belebter Stadtraum entstehen, der die ankommenden Pendlerinnen und Pendler in der Stadt empfängt.

Abstimmung mit Verkehrs-GmbH

Oberbürgermeister Ulrich Markurth. Foto: Frank Vollmer

„Ich bin zuversichtlich, dass wir die baulichen Maßnahmen an der Verkehrsinfrastruktur parallel zum Ausbau des Bahnhofs – voraussichtlich 2019 – umsetzen können“, sagt OB Markurth. „Das ist möglich, weil der Stadt der Großteil der Flächen gehört. Mit der Braunschweiger Verkehrs-GmbH sind die Baumaßnahmen bereits zeitlich abgestimmt. Der Hochbau, für den ein Investor gesucht werden wird, wird in der Kürze der Zeit nicht realisierbar sein, soll aber parallel planerisch vorbereitet werden. Dieses Paket werde ich dem Rat der Stadt Braunschweig vorschlagen. Dazu wird die Verwaltung noch in diesem Jahr die Planungen zum städtebaulichen Konzept den Bürgerinnen und Bürgern vorstellen und ihre Anregungen einholen.“

Ersatzhaltestelle ab 2019

Anfang 2018 sollen sich dann die Stadtbezirksräte und der Planungs- und Umweltausschuss näher mit den Plänen befassen. Es folgt ein Planfeststellungsverfahren und die Beantragung von Fördermitteln. In den Sommerferien 2019 soll mit der Sanierung der Gleisanlagen der Stadtbahn entlang der Berliner Straße die Haltestelle Gliesmaroder Bahnhof verlegt und umgestaltet werden. In diesem Zuge sollen alle Verkehrsflächen soweit hergestellt werden.

Fahrplan ab Dezember noch attraktiver

Nachdem bereits zum letzten Fahrplanwechsel im Dezember 2016 viele Maßnahmen umgesetzt wurden, um das Fahrplanangebot in der Region deutlich attraktiver zu machen, erfolgen im Dezember weitere Verbesserungen. Dazu zählen:

  • Alle Regionalbahnlinien (außer die RB 47 von Braunschweig über Gifhorn nach Uelzen) verkehren dann täglich mindestens im Stundentakt bis Mitternacht.
  • Die Regionalbahn zwischen Braunschweig und Salzgitter-Lebenstedt wird montags bis freitags zwischen 5 Uhr und 22 Uhr auf einen Halbstundentakt verdichtet.
  • Zusätzliche Verstärkerfahrten verdichten das Angebot zwischen Braunschweig und Wolfsburg morgens zwischen 5:30 Uhr und 8:30 Uhr sowie zwischen 15:30 Uhr und 17:30 Uhr zu einem Halbstundentakt.
  • Weitere Regionalbuslinien werden attraktiver. So erhält Wendeburg montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit einen 30 Minutentakt nach Braunschweig.
  • Die Regionalbuslinie 420 verkehrt montags bis samstags im 15 Minutentakt zwischen Braunschweig und Wolfenbüttel und danach täglich bis 23:00 Uhr im 30 Minutentakt.
  • Stadtbahnen und Hauptbuslinien im Stadtgebiet verkehren künftig montags bis samstags bis 20:30 Uhr im 15-Minuten-Takt.
  • Außerdem wird das Angebot täglich im späten Abendverkehr angepasst, damit die Fahrgäste mit möglichst kurzen Übergängen die Regionalbahnen am Hauptbahnhof erreichen.
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