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Bildung im Unterricht – Welche Fächer gehören an Schulen?

21. Juni 2017
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Chinesisch statt Latein? - Das Verlangen nach einer Fächerreform an den Schulen ist groß. Foto: ©AnnieSpratt – pixabay.com
Die Zeiten ändern sich und das Verlangen nach Weiterentwicklung steigt. Bei den Schulen scheint dieser Gedanke jedoch noch nicht richtig gefruchtet zu haben. Der Wunsch nach neuen Fächern ist allgegenwärtig, jedoch an der Realisierbarkeit hapert es häufig.

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Mancherorts ist man schon weiter

Es klingt beinahe absurd, es gibt jedoch Schulen, in denen Fächer wie Weinbau, Reiten oder Glück angeboten werden. Dies sind meist Einzelfälle, auch wenn das Fach Glück bereits von einigen Schulen übernommen wurde. Bei den anderen Fächern sind dies wohl keine, die man sich für das gesamte Schulsystem wünscht oder braucht. Chinesisch ist dort ein anderer Fall. Die steigende Bedeutung des Landes haben einige Schulen erkannt. Dennoch ist das Verlangen nach einer Reform der Fächer an den Schulen sehr groß.

Bei der Frage nach Fächern, die in den Schulalltag integriert werden sollten, werden unter anderem Wirtschaft oder Medienbildung häufig genannt. Verständlich, denn in der heutigen Gesellschaft sind diese Bereiche allgegenwärtig. Da wird Latein beispielsweise nicht so sehr gebraucht, wie der richtige Umgang mit dem Internet. Es sind demnach vor allem Inhalte, die man im Leben eines Erwachsenen braucht, die nicht nur von Schülern und Eltern gefordert werden.

Eine Fülle an Forderungen

Es bleibt nicht bei dem Aufruf nach mehr Medienbildung oder Wirtschaft als festes Fach im Stundenplan. Hier wird der Aufruf nach Ernährung und Gesundheit laut und da möchte man Wissen über Technik vermitteln. Wiederum andere möchten Verbraucherschutz oder eine nachhaltige Entwicklung im Lehrplan sehen. Der Bedeutung dieser Gebiete sind sich auch die Zuständigen bewusst. Das KMK hat sie nämlich in den fächerübergreifenden Lerninhalten festgehalten. Neben ihnen finden sich dort unter anderem auch kulturelle Bildung, Berufsvorbereitung und Menschenrechtsbildung wieder.

Nun ergibt sich dementsprechend selbstverständlich eine Debatte, ob dies auch wirklich ausreicht. Umsetzung und Umfang seien erst mal dahin gestellt, denn das zeigt sich erst an den einzelnen Schulen selbst.

Allgemeinbildung

All diese geforderten Bereiche lassen sich unter einem Aspekt zusammenfassen – der Allgemeinbildung. Bei Fragen zum Allgemeinwissen soll die Schule doch eine angemessene Grundlage lehren. Schließlich gehört dies doch mit zum Bildungsauftrag der allgemeinbildenden Schulen. Anders sieht dies natürlich bei Schulen mit besonderen Schwerpunkten aus. Böse Zungen behaupten, dass eine umfassende Allgemeinbildung im Zeitalter von Google und Wikipedia nicht mehr von Nöten sei. Andere entgegnen dem wiederum mit dem Argument, dass genau dieses Wissen dazu benötigt wird, diese Informationsflut richtig bewerten und sortieren zu können. Dem späteren Berufsleben wird es auch nicht schaden.

Erschwerte Bedingungen und Risiken

Es versteht sich eigentlich von selbst, dass nicht einfach mehrere neue Fächer in den Lehrplan aufgenommen werden können. Schüler sind keine Lernmaschinen, die täglich von früh bis spät in der Schule sitzen sollten. Demnach werden bei einer Umsetzung einer oder mehrerer Forderungen andere Fächer aus dem Stundenplan gestrichen werden müssen. Gibt es jedoch überhaupt Fächer, die einfach gestrichen oder gekürzt werden können? Und wenn ja, welche?

Auch bei den Forderungen selbst entstehen bereits hitzige Diskussionen. Diese ergeben sich teilweise aus den Fordernden. Wie bereits erwähnt, sind es nicht nur Schüler oder Eltern, die sich eine Reform wünschen. Vermehrt werden auch Stimmen von Institutionen, Unternehmen und anderen laut. Besonders fraglich ist dies im Bereich Wirtschaft. Manche Unternehmen starten Initiativen, um mehr Wirtschaft an die Schulen zu bringen. Das erweckt schnell den Anschein, als würde gezielt Nachwuchs für die eigene Branche beworben werden und weniger, als stecke da ein allgemeinbildender Auftrag dahinter.

Klar ist, dass eine Reform der Schulfächer von vielen gewünscht und mehrheitlich auch notwendig ist. Wie eine Umsetzung aussehen könnte, steht jedoch noch in den Sternen. Dabei darf trotzdem nicht vergessen werden, dass Eltern auch eine maßgebliche Verantwortung in der Bildung ihrer Kinder haben.

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