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Bomben-Entschärfung hielt Braunschweig in Atem

21. Juli 2015 von
Diese 500-Kilogramm Bombe aus dem zweiten Weltkrieg hielt Braunschweig in Atem. Fotos: Robert Braumann / Video: 24-7Aktuell(BM)

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Hier lag die Bombe seit dem zweiten Weltkrieg vergraben. Foto: Robert Braumann

Hier lag die Bombe seit dem Zweiten Weltkrieg vergraben.

Braunschweig. Am Montagabend mussten 11.000 Braunschweiger ihre Wohnungen verlassen. Bei Baggerarbeiten auf dem „BraWo“-Gelände am Hauptbahnhof wurde wenige Stunden zuvor, in rund zwei Metern Tiefe, eine 500-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Der Blindgänger musste noch am Montag freigelegt und entschärft werden (RegionalBraunschweig.de berichtete live).


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Krankenwagen transportierten 60 Personen

Rund 600 Einsatzkräfte waren beteiligt und kümmerten sich um die Bewohner, die in einem Radius von 1.000 Metern um die Bombe evakuiert werden mussten. Über 1.000 von ihnen fanden Zuflucht in der VW Halle, wo eine Betreuung eingerichtet wurde. Nicht alle konnten ihre Wohnungen aus eigener Kraft verlassen. Rund 60 Personen erhielten Unterstützung durch die Hilfsorganisationen und mussten im Krankenwagen transportiert werden.

Ordentlich Arbeit für die Helfer, sie gehen von Tür zu Tür, um alle Bewohner zu evakuieren. Foto: Max Förster

Ordentlich Arbeit für die Helfer, sie gehen von Tür zu Tür, um alle Bewohner zu evakuieren. Foto: Max Förster

Die Evakuierung des betroffenen Gebietes nahm mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich geplant. Einsatzkräfte zogen von Haus zu Haus informierten und kontrollierten, dass sich niemand mehr im Sperrgebiet aufhielt. Die meisten Anwohner zeigten Verständnis für die Evakuierung. Im Gepäck hatten sie meist nur ihre wichtigsten Papiere und setzten ihr Vertrauen auf eine saubere Entschärfung der Bombe.

In der VW-Halle wurden die Betroffenen Verpflegt. Viele nutzten die Zeit für Gespräche oder beschäftigten sich mit Spielen. Immer in der Hoffnung, dass die Evakuierung schnellst möglich wieder aufgehoben wird.

Probleme bei der Entschärfung der Bombe

Das ist der Zünder der 500kg Bombe. Foto: Robert Braumann

Das ist der Zünder der 500-Kilogramm Bombe.

Gegen 22:30 Uhr begann die gut halbstündig andauernde Entschärfung. Wie Sprengmeister Michael Tillschneider vom Kampfmittelbeseitigungsdienst gegenüber RegionalBraunschweig.de berichtete, gab es anfangs kritische Probleme bei der Entschärfung. Die Art des Zünders konnte durch eine Verformung erst nach Entfernung des Leitwerks genau bestimmt werden. Mit drei Mann habe man den korrodierten Zünder letztendlich aber entschärfen können. Eine Detonation hätte nach Angaben des Sprengmeisters den Supergau für Braunschweig bedeutet.

Aufatmen bei den Einsatzkräften

Hier wird die Bombe für den Abtransport gesichert. Foto: Robert Braumann

Hier wird die Bombe für den Abtransport gesichert.

Mit der Entschärfung der Bombe war für Braunschweigs Rettungskräfte der Einsatz beendet. Die Sperrzone wurde um kurz nach 23 Uhr aufgehoben, so dass alle zurück in ihre Wohnungen konnten. Die Anwohner zollten den über 600 haupt- und ehrenamtlichen Helfern großen Respekt für ihren stundenlangen Einsatz.

Sperrungen brachten auch Probleme

Die Feuerwehr und die Polizei haben den Bereich mit Straßensperren gesichert. Foto: Max Förster

Die Feuerwehr und die Polizei haben den Bereich mit Straßensperren gesichert. Foto: Max Förster

Durch die Einrichtung des Sperrgebietes kam es auch zu vereinzelten Problemen im Verkehrsfluss. Autofahrer mussten Umleitungen fahren und Fahrgäste des öffentlichen Personennahverkehrs konnten nicht mehr an allen Haltestellen ein- oder aussteigen. Auch der Zugverkehr am Braunschweiger Hauptbahnhof war lahmgelegt. Die Passagiere des ICE 877 von Berlin nach Braunschweig wurden vom Bahnpersonal während der Fahrt lange im ratlosen gelassen und mussten dann kurzfristig in Wolfsburg aussteigen. Hier wurde ihnen empfohlen mit dem nachfolgenden IC nach Hannover zu reisen, um von dort dann mit dem Regionalverkehr zurück nach Braunschweig zu fahren.

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