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Die Burgpassage öffnet sich und wird zur Burggasse

6. September 2017 von
v.l. Peter von Klitzing und Hendrik Welp vom Architektenbüro Welp von Klitzing, Gunter Köhnlein und Ralf Niggemann von Development Partner stellten stolz das Modell des Siegerentwurfs vor. Foto: Nino Milizia
Braunschweig. In einer am Mittwoch im Rathaus anberaumten Pressekonferenz wurde der Siegerentwurf des ausgelobten Architektenwettbewerbs rund um die Burgpassage vorgestellt. Und dieser hatte es in sich: Aus der überdachten Passage wird nun eine offene Gasse, ein neu zu errichtender öffentlicher Straßenraum mit Neubauten für Einzelhandel und Wohnungen.

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Oberbürgermeister Ulrich Markurth sprach von einem zentralen Projekt für die westliche Innenstadt. In den letzten Jahren habe es viele Debatten um die negative Entwicklung auf der Achse der Burgpassage, Citypoint und Welfenhof gegeben. Im Einzelhandel und in der Bevölkerung habe man sich gesorgt, wie es denn weiter gehen könne. Ganz bewusst habe er durch seinen Wirtschaftsdezernenten Gerold Leppa mutmachend abgewiegelt, denn: „Wir hatten Kenntnis über Dinge, die hinter dem Vorhang auf einem guten Weg waren. Umso schöner ist es, dass wir heute einen wichtigen Meilenstein vorstellen können.“, so Markurth.

Impuls für Einzelhandel, Schaffung von Wohnraum

Burggasse: Eingang aus Sicht Hutfiltern. Foto: Welp von Klitzing

Doch sei das Projekt auch kompliziert, man betrete damit städtebauliches Neuland. Bei einem bundesweit ausgelobten Architektenwettbewerb habe man den namhaften Büros zwei wichtige Vorgaben mit an die Hand gegeben: Zum einen sollte es einen Impuls für den Einzelhandel bringen und zum anderen das Thema Wohnen mit einschließen. Das besonders spannende an dem Siegerentwurf sei für ihn, dass man das Quartier noch mehr öffne und so erlebbar, sichtbar und begehbar mache. Auch freue ihn, dass mit Welp von Klitzing ein Architekturbüro aus Braunschweig sich durchgesetzt habe.

Ralf Niggemann, Vorstandsvorsitzender der Development Partner AG aus Düsseldorf, die Eigentümerin der Flächen ist, sprach von einem komplexen Projekt: „Die letzten zwölf bis achtzehn Monate waren gewiss kein Selbstläufer. Seit mindestens 2014 beschäftigen wir uns mit dieser Thematik, 2015 erwarben wir die Flächen und stellten schnell fest, dass die Passage nicht mehr zeitgemäß war und suchten einen neuen Ansatz.“ Dies erscheint bei 50 Prozent Leerstand noch milde ausgedrückt. Die Statistik sei sogar geschönt, da man den Mietern preislich entgegengekommen war, zu den alten Konditionen wären wohl noch mehr abgesprungen. Für die Architekten habe sich so eine Mammutaufgabe ergeben, schließlich wurde nichts Geringeres angestrebt, als „ein neues Stück Stadt zu bauen. Dies war der tragende Gedanke des gesamten Unternehmens“, erläutert Niggemann.

 

80 bis 90 Millionen Euro, 24 Monate Bauzeit

Burggasse: Modellansicht aus Blickrichtung Schuhstraße und Hutfiltern. Foto: Welp von Klitzing

„Wir wollen uns an ein bestehendes System anschließen und keine Konkurrenz zum Cityhandel schaffen, sondern eine Ergänzung darstellen. Es wird keine Ankermieter geben, nur kleinteiligen Handel. Der Anspruch des Projekts ist, dass in zehn Jahren keiner mehr merkt, was ergänzt und was schon immer da war“, umreißt Niggemann die ehrgeizige Zielsetzung. Ein Investitionsvolumen von grob geschätzten 80 bis 90 Millionen Euro und ein Baustart in Mitte/Ende 2018 seien realistisch. Ebenso eine Bauzeit von etwa 24 Monaten, in der das Quartier komplett gesperrt werde, da es keine anderen technischen Möglichkeiten gebe, für eine teilweise Begehbarkeit zu sorgen.

Und so kam es zu dem mit Spannung erwarteten Vortrag von Hendrik Welp und Peter von Klitzing zu der „Burggasse“. Die Planungen sehen Neubauten entlang einer neuen, in das bestehende Innenstadtsystem integrierten Straße, die sich in das Erscheinungsbild der Altstadt einfügt. Durch eine Nutzmischung aus Einzelhandelsflächen im Erd- und Obergeschoss sowie Wohnnutzungen in den oberen Geschossen soll die Attraktivität und Lebendigkeit erhöht werden, die 35 bis 40 Wohnungen auf die vielfältigen Ansprüche zugeschnitten sein. Studenten und Familien könnten so im gleichen Umfeld fündig werden, Balkone und Terrassen seien denkbar. Durch die Öffnung der Passage soll zudem eine Verbindung zwischen den 1a-Lagen Hutfiltern und Schuhstraße entstehen.

Burggasse: Eingang aus Sicht Schuhstraße. Foto: Welp von Klitzing

 

 

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