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DLR mit Deutschem Mobilitätspreis ausgezeichnet

10. Juli 2017
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurde mit dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichnet. Fotos: Deutsches Zentrums für Luft- und Raumfahrt.
Braunschweig. Das Projekt A-PiMod des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gehört zu den Preisträgern des Deutschen Mobilitätspreises. Diesen verlieh die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur an zehn herausragende digitale Innovationen für sichere Mobilität.

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Einen digitalisierten Piloten im Cockpit mitfliegen lassen, der die realen Piloten im Flug berät – das ist die Idee des Projekts A-PiMod, das das Institut für Flugführung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit sieben weiteren Partnern aus Wissenschaft und Industrie erforscht hat. Eine 16-köpfige Expertenjury wählte aus rund 170 Bewerbungen die Preisträger aus. Gesucht wurden im Wettbewerbsjahr 2017 wegweisende Best-Practice-Projekte zum Schwerpunktthema Sicherheit.

Crew-Mitglied aus dem Computer

Automatisierung im Cockpit ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Sie erfolgt aber meist aus technischen Gründen, der Zustand der Piloten wird dabei selten berücksichtigt. Hier entsteht eine komplexe Schnittstelle zwischen dem Piloten und der Automatisierung. Unfalluntersuchungen zeigen, dass Probleme an der Mensch-Maschine-Schnittstelle zu einem erheblichen Teil zu diesen Unfällen beitragen. Die neu entwickelte Cockpit-Architektur A-PiMod (Applying Pilot Models for Safer Aircraft), ein „Cockpit der Zukunft“, verbessert die Kooperation zwischen Mensch und Maschine. „Dies geschieht, indem A-PiMod nicht nur den Flugzeugzustand und die Umgebungsbedingungen überwacht, sondern auch den Zustand der Piloten einbezieht“, erklärt Dr. Andreas Hasselberg vom DLR-Institut für Flugführung. „Basierend auf den Blickbewegungen, Gesten und Eingaben der Piloten zieht das System Rückschlüsse auf ihre aktuellen Absichten, ihr Situationsbewusstsein sowie ihre Arbeitsbelastung.“ Diese Daten nutzt A-PiMod dazu, die Piloten situationsabhängig bestmöglich bei ihrer Arbeit zu unterstützen. „Das System geht auf die Piloten ein, macht ihnen Vorschläge und passt sich ihnen und der Situation an. Ähnlich einem guten menschlichen Teammitglied – quasi einem dritten Piloten“, so Hasselberg weiter.

Die Forschungsarbeiten im Projekt A-PiMod wurden von der Europäischen Union mit etwa 4,5 Millionen Euro gefördert und fanden im Zeitraum von September 2013 bis August 2016 statt. Neben dem DLR waren Honeywell, die Technische Universität Brünn, OFFIS e.V., Symbio Concepts & Projects, das Netherland Aerospace Centre (NLR), KITE Solutions und das Trinity College Dublin Forschungspartner.

Die Preisübergabe fand in Berlin statt.

A-PiMod erhält Deutschen Mobilitätspreis

Das Projekt wurde nun von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur als eines von zehn herausragenden digitalen Innovationen für eine sichere Mobilität ausgezeichnet. Die Abgeordnete Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), und Ute Weiland, Geschäftsführerin der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“, überreichten die Preise, für die 170 Bewerbungen eingingen, im Bundesverkehrsministerium in Berlin.

Mit dem Deutschen Mobilitätspreis machen die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und das BMVI intelligente Mobilitätslösungen und digitale Innovationen öffentlich sichtbar. Folgende Mitglieder der Plattform „Digitale Netze und Mobilität“ des Digital-Gipfels unterstützen den Deutschen Mobilitätspreis: Continental Automotive GmbH, Deutsche Bahn AG, Deutsche Telekom AG, Ericsson GmbH, Esri Deutschland GmbH, Huawei Technologies Deutschland GmbH und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V.

Reimann gratuliert

Die SPD-Bundestagabgerodnete Dr. Carola Reimann. Foto: Susie Knoll

„Ich gratuliere dem DLR und den Projektverantwortlichen ganz herzlich zu diesem Preis. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Automatisierung ist sichere Mobilität ein zentrales Thema der Zukunft. Ich freue mich sehr, dass ein Braunschweiger Projekt hier an vorderster Spitze mitforscht“, so die Braunschweiger Bundestagsabgeordnete Dr. Carola Reimann.

„Die mitdenkende Automationslösung, die im Projekt entwickelt wurde, trägt dazu bei, den Flugverkehr durch eine verbesserte Mensch-Maschine-Interaktion im Cockpit sicherer zu machen. Im Forschungsprojekt A-PiMod wurde ein „mitdenkendes“ Cockpit entwickelt, dass, ähnlich einem guten menschlichen Teammitglied, auf die Piloten eingehen und sich ihnen anpassen kann. Dadurch sollen Missverständnisse, Fehler und somit auch Unfälle vermieden werden“, erklärt Dr. Andreas Hasselberg, Projektkoordinatpr von A-PiMod. Der Einsatz von Automatisierung im Cockpit erfolgt heutzutage meist aus technischen Gründen – der Zustand der Piloten wird dabei selten berücksichtigt. Wie Unfalluntersuchungen aufgezeigt haben, tragen Probleme an dieser Mensch-Maschine- Schnittstelle zu 60 bis 80 Prozent aller Unfälle bei. Die neu entwickelte Cockpit-Architektur APiMod (Applying Pilot Models for Safer Aircraft) verbessert die Kooperation zwischen Mensch und Maschine, indem sie nicht nur den Flugzeugzustand und die Umgebungsbedingungen überwacht, sondern auch die Verfassung der Piloten einbezieht“, so Reimann. 

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