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Eitge: Flüchtlingsstrom wird auch Arbeitsmarkt beschäftigen

5. Januar 2016
Harald Eitge, Leiter der Agentur für Arbeit Braunschweig - Goslar. Foto: Arbeitsangentur Braunschweig-Goslar
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Braunschweig. Die Arbeitslosenzahl ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar im Dezember erwartungsgemäß leicht gestiegen. Gegenüber dem November waren 467 bzw. 2,2 Prozent mehr Menschen arbeitslos und somit insgesamt 21.454. Das sind 1.118 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,7 Prozent. Im Flüchtlingsstrom sieht Harald Eitge, Leiter der Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar, Chancen und Herausforderungen. 


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„Die Arbeitslosenzahl stieg im Dezember nur leicht an. Dieser Anstieg ist das ganz normale Muster im Winter, jedoch für einen Dezember sehr moderat, was unter anderem auf das milde Wetter zurückzuführen sein dürfte“, kommentiert Harald Eitge, Leiter der Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. „Der fehlende Frost lässt den regionalen Arbeitsmarkt weiter blühen. Dies zeigt sich nicht nur daran, dass wir die geringste Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung in einem Dezember haben. Auch der Bestand an offenen Arbeitsstellen ist mit knapp 4.300 auf einem Rekordhoch.“ Insgesamt, so Eitge, könne er auf ein erfolgreiches Jahr am Arbeitsmarkt zurückblicken. Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeits- los gelten, die aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden1. Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im Dezember 27.702. Das sind 1.279 oder 4,4 % weniger als im Vorjahresmonat. Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Arbeitsbeschaffungs- maßnahmen, Gründungszuschuss, Altersteilzeit etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.

Ein Blick zurück und ein vorsichtiger Blick auf 2016

Die Arbeitslosigkeit belief sich im Jahresdurchschnitt auf 22.459 und ist somit im Vergleich zum Vorjahresdurchschnitt um 1.025 gesunken“, stellt Eitge fest.
Als einen weiteren Hinweis auf die unverändert gute Arbeitsmarktlage wertet die Arbeitsagentur auch die aktuell starke Arbeitskräftenachfrage. Im Jahr 2015 habe es so viele freie Stellen gegeben wie nie zuvor. „Leider profitieren viele Arbeitslose nicht vom Beschäftigungszuwachs. Rund die Hälfte hat keine abgeschlossene Berufsausbildung. Dort müssen wir unsere Bemühungen weiter auf einem hohen Niveau halten, um alle Talente zu entdecken und zu fördern“. Eitge geht davon aus, dass sich die Arbeitslosigkeit im Jahr 2016 leicht erhöhen dürfte. Auch wenn der Arbeitsmarkt eine hohe Stabilität ausweist: Die Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist erneut gestiegen, Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sinken. Allerdings würde der Markt auch von Faktoren beeinflusst, die bisher noch nicht absehbar wären. Die gestiegene Bevölkerungszahl durch Flüchtlinge wird die Arbeitslosigkeit steigen lassen. Die Integration in den Arbeitsmarkt werde – jedoch auch aufgrund der Sprachbarrieren – nicht immer ohne Probleme gelingen. „Daher sollten wir den Menschen, die nach Deutschland kommen, auch die Zeit geben, sich an ihre neue Lebenssituation zu gewöhnen und ggf. auch in Zeiten der Arbeitsuche vorübergehende Zeiten der Sucharbeitslosigkeit zugestehen“, meint Eitge. Angesichts des geringen Durchschnittsalters von Flüchtlingen (rund die Hälfte ist 25 Jahre oder jünger) besteht jedoch ein erhebliches Potenzial, das bei entsprechender Qualifizierung die Folgen des demografischen Wandels abmildern kann. „Die Herausforderung in den kommenden Jahren wird sein, die freien Beschäftigungsmöglichkeiten mit qualifizierten Bewerbern zu besetzen. Dies gilt neben den Arbeitsstellen insbesondere auch für die Fachkräfte von morgen – den Ausbildungsstellen.“ Der Agenturchef appelliert weiter an die Unternehmen, alle freien Stellen bei den Arbeitsagenturen zu melden: „Nur durch diese Transparenz können wir die Bedarfe erkennen und gezielt informieren, vermitteln und fördern“.

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