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9. September 2014
Enten rennen für Straßenkinder: Fest zum Weltkindertag im Bürgerpark

Enten wie diese bekommen am 21. September ihre Chance auf den großen Auftritt. Sie rennen dann bei Kinderfest um die Wette. Foto: Karl-Christian Amme
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Braunschweig. Was Weltkindertag heißt, soll auch ein Tag für die Kinder der Welt sein, jedenfalls in Braunschweig. Am 21. September lädt deswegen der Fachbereich Kinder, Jugend und Familie zu einem großen Kinderfest in den Bürgerpark ein, von dem nicht nur die Braunschweiger Kinder profitieren sollen. Wie jedes Jahr gehört das Entenrennen auf der Oker dazu, dessen Erlös wieder an ein Projekt zugunsten von Kindern im Ausland geht. 


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Dieses Mal ist Bolivien an der Reihe. Der Förderverein Camiri e.V.  kümmert sich um Kinder und Jugendliche aus der bolivianischen Stadt Camiri und verhilft ihnen zu Bildung und einem Schulabschluss. Jeden Tag nutzen 40 bis 60 Kinder und Jugendliche aus schwierigen Familienverhältnissen das Straßenkinderprojekt des Kinder- und Jugendzentrums, erzählt Michael Czech, der Geschäftsführer des Fördervereins Camiri. Sie verpflichten sich, regelmäßig zur Schule zu gehen und bekommen im Gegenzug dafür drei Mal täglich Essen, Nachhilfe und ärztliche Betreuung. „So müssen sie nicht auf der Straße arbeiten und bekommen eine Chance für die Zukunft. Denn ohne Schulabschluss hat man keine in Bolivien“, erklärt Czech. 800 Euro im Monat kostet das Straßenkinderprojekt den Verein, der auch in anderen Bereichen in Camiri aktiv ist. Der Erlös aus dem Entenrennen fließt in die Finanzierung dieses Projekts.

Dabei kommt erfahrungsgemäß einiges zusammen. Beim letzten Entenrennen vor zwei Jahren waren etwas mehr als 1800 Exemplare auf der Oker unterwegs. Bei drei Euro pro Stück kamen so knapp 6000 Euro für das Projekt „Löwe für Löwe“ in Sierra Leone zusammen, erzählt Harald Tschappe von der Abteilung Jugendförderung der Stadt, der das Rennen seit Jahren organisiert. Das Ziel sei es aber nicht nur, Spenden heran zu schaffen, sondern auch zum Nachdenken anzuregen: „So können sich die Kinder in Kindergärten und mit ihren Eltern darüber unterhalten, wie es anderen Menschen in anderen Ländern geht, dass es nicht allen so gut geht wie uns“, sagt Tschappe.

Buntes Programm mit Spielen und Information

Man darf aber auch zum Kinderfest kommen, ohne eine Ente zu kaufen. Wer nicht am Rennen teilnimmt, findet im Bürgerpark ein kindgerechtes Programm. Michael Bradke wird mit Wassermusikinstrumenten auf der Bühne eine kleine Weltreise mit den Kindern unternehmen. Bewegung gibt es bei einem erlebnispädagogischen Parcours mit Kletterwand, Slackline und ähnlichem. Mehr als 50 Partner aus Kinder- und Jugendzentren, Kindertagesstätten und Vereinen haben sich zusammengetan und den Tag vorbereitet.

Um 14 Uhr beginnt das Fest im Bürgerpark mit dem „Einchecken“ der „Rennenten“ ab 14 Uhr. Kinder und Eltern übergeben ihre in der Regel fantasievoll bemalte „Lieblingsente“ den zahlreichen Helferinnen und Helfern und erhalten dafür eine Startnummer.  Die Startnummer unter dem Bauch der Ente darf daher auch nicht übermalt werden.

Die schönsten Enten werden umgehend in einem mobilen Fotostudio porträtiert und dann ins Wasser gesetzt. Wenn gegen 15.30 Uhr alle Enten auf der Oker schwimmen, geht es an der Drachenbrücke los und bis kurz vor die Hennebergbrücke. Die Renn-Enten werden dann wieder herausgefischt, geordnet und schließlich um 17.30 Uhr zur Siegerehrung gebracht. Die schnellsten Enten, beziehungsweise ihre Besitzer, können dann ein Urlaubswochenende, das Spielmobil der Jugendförderung und viele kleine Sachgeschenke gewinnen.

Kinder und Eltern, die beim Entenrennen mitmachen wollen, können in den städtischen Kinder- und Jugendzentren und vielen Kindertagesstätten Braunschweigs, in der Stadtbibliothek am Schlossplatz und im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie, Eiermarkt 4 – 5, für je 3 € eine oder auch mehrere Badeenten kaufen. 


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