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Erhalt der Förderschule Teichgarten? – Das sagen die Fraktionen

3. Februar 2018 von
Die CDU fordert mit ihrem Antrag den Erhalt der Förderschule Teichgarten. Foto: Archiv
Wolfenbüttel. Mit einem von der CDU eingebrachten Dringlichkeitsantrag soll die Weiterführung der Förderschule am Teichgarten bis zum Ende des im Koalitionsvertrag vorgesehenen Bestandsschutzes 2028 erreicht werden. regionalHeute.de erkundigte sich bei den übrigen Fraktionen, was sie von einer Weiterführung der Förderschule halten.

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Jürgen Pastewsky (AfD):

Jürgen Pastewsky. Foto: AfD

„Selbstverständlich stimmt die AfD–Fraktion zu. Es war und ist unsere feste Überzeugung, dass die Radikalinklusion, die besonders von SPD und Grünen betrieben wird, falsch ist und das Kindeswohl missachtet. Wir wollen, dass Förderschulen unbegrenzt bestehen bleiben, um den Eltern die Wahlfreiheit zu ermöglichen.“

Reinhardt Gerndt (Bündnis 90/Die Grünen):

Reinhard Gerndt. Foto: Privat

„Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen hält den den Antrag der CDU für ein verzögertes Auslaufen der Förderschule am Teichgarten für falsch. Der Antrag würde einfach nur die Inklusion aussetzen. Die knappen Kapazitäten der Förderschullehrerinnen und -lehrer sind viel zu kostbar für ein solches Hin-und-her.
Gleichzeitig würde man all diejenigen vor den Kopf stossen, die sich in den letzten Jahren mit viel Mühe auf den Weg gemacht haben und inzwischen schon vieles erreicht haben. Der CDU-Antrag würde die bestehenden Arbeitskreise* zur schulischen Inklusion zerschlagen und das erworbene Wissen vernichten. Auch kommt er zu einem Zeitpunkt an dem sich die Landkreis-Arbeitsgruppe zur Schulentwicklungsplanung (SEP) aufgemacht hat mit allen Beteiligten die Schulentwicklung gemeinsam zu planen. Ein Detail ist dabei, dass der Antrag alle Planungen und Vorleistungen zum Oberstufen-Campus der Wolfenbütteler IGSen mit einem Schlag zunichte machen würde. Die Grünen lehnen den Antrag zur Verzögerung der schulischen Inklusion entschieden ab.“

Arnfred Stoppock (Die Linke):

Arnfred Stoppok. Foto: Privat

„Die konsequente Umsetzung von Artikel 24 des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und die damit verbundene inklusive Beschulung stehen für uns grundsätzlich im Vordergrund und genießen Priorität. Dafür müssen aber zunächst die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Hiervon ist der Landkreis Wolfenbüttel leider weit entfernt und es werden noch viele Jahre vergehen bis der Anspruch einer inklusiven Beschulung aller Kinder vollumfänglich umgesetzt werden kann. Die dringend benötigten Sonderpädagogen und Schulbegleiter fallen ja nicht morgens vom Baum und sind mittags einsatzbereit.

Das Konzept der „Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren“ (RZI) ist umstritten und wenig erprobt, ein kommunaler Inklusionsplan nicht vorhanden. Konkrete Planungen und Konzepte zum Übergang von Förder- in Inklusionsschulen für den Kreis fehlen weitgehend! Es ist daher zu vermuten, dass Kinder, die aus Förderschulen kommen, nach dem Wechsel auf eine Regelschule aufgrund des fehlenden Fach- oder Begleitpersonals dann hinten runter fallen. Vor diesem Hintergrund prüfen wir die Laufzeitverlängerung bis zum Jahr 2028 für die Schule am Teichgarten sehr genau und erwägen, dem Antrag der CDU in der Kreistagssitzung Anfang März zuzustimmen. Allen Schülerinnen und Schüler im Kreis muss die derzeit beste Beschulung ermöglicht werden. Im Mittelpunkt steht für uns dabei, dass bereits jetzt schon die Kooperationen zwischen Förder- und Regelschule ausgebaut werden kann, um alle beteiligten Lehrkräfte langsam an die die neue Situation heranzuführen. Inklusive Arbeitsgruppen und inklusiver Projektunterricht wären ein Anfang, auf dem man aufbauen kann. Damit würden auch bei Fortbestand der Schule am Teichgarten der Inklusionsanspruch ernst genommen und die Weichen richtig gestellt werden.“

Wir veröffentlichen die Stellungnahmen in der Reihenfolge ihrer Rückmeldungen.

SPD und FDP haben sich gegenüber regionalHeute.de bislang nicht zum Thema geäußert. Die SPD wollte sich vorerst innerhalb der Kreistagsfraktion beraten, erklärte Marcus Bosse auf Anfrage unserer regionalHeute.de. Die Antworten beider Parteien werden gegebenenfalls nachträglich hinzugefügt.

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