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Heiligenstadt: Bildungsauftrag vor Religionsfreiheit

22. März 2017
Foto: Robert Braumann
Braunschweig/Hannover. Muslimische Lehrerinnen, die in der Schule ein Kopftuch tragen, sorgen nach Auffassung der niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) nicht für Probleme.

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Manche Themen spielten in der politischen und medialen Diskussion eine größere Rolle als im realen Leben, sagt sie im Interview mit der neuen Ausgabe des Magazins „Evangelische Perspektiven“ der Landeskirche Braunschweig. Auch vollständig verschleierte Schülerinnen seien kein Massenphänomen, betont die Ministerin. Die Vollverschleierung habe bisher nur in einem einzigen Fall zu einem Konflikt geführt, „bei rund 840.000 Schülerinnen und Schülern in Niedersachsen“. Eine Gesichtsverschleierung lehne sie indessen grundsätzlich ab. Diese verhindere ein konstruktives Unterrichtsgespräch und sei mit dem Schulgesetz nicht vereinbar.

Für Heiligenstadt überwiegt der staatliche Bildungsauftrag gegenüber dem Recht auf Religionsfreiheit. Hier seien zwei Grundrechte gegeneinander abzuwägen. Die Kultusministerin spricht sich außerdem dafür aus, den islamischen Religionsunterricht weiter auszubauen, „auch weil er ein wichtiges Element bei der Prävention gegen Radikalisierungen darstellt“.

Die neue Ausgabe des Kirchenmagazins präsentiert außerdem die Gedenkstätte für das ehemalige Konzentrationslager Salzgitter-Drütte. Auf dem Gelände der Salzgitter AG gelegen, wurden hier in der Zeit des Nationalsozialismus 3000 Häftlinge zur Zwangsarbeit verurteilt. Viele fanden den Tod und wurden auf dem nahe gelegenen Friedhof Jammertal beerdigt. Seit 1994 hält ein Arbeitskreis die Erinnerung an die Geschehnisse von damals wach. Darüber hinaus berichten die „Evangelischen Perspektiven“ über die Taufe von iranischen Flüchtlingen in Goslar. Viele von ihnen haben in der Frankenberger Kirche eine neue Heimat gefunden. Das Magazin ist wieder kostenlos an die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden in der Landeskirche versandt worden

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