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Herzinfarkt in 80 Metern Höhe: Feuerwehr übte Höhenrettung

13. September 2014 von
In schwindelerregender Höhe müssen die Feuerwehrleute schwindelfrei bleiben. Fotos: Christina Balder

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Braunschweig. Es gibt Situationen, in denen kommt ein Herzinfarkt noch ungelegener als ohnehin schon. Wenn man in einem Kranführerhäuschen in 80 Metern Höhe sitzt, ist das so eine. Dann kann kein Rettungswagen einfach vorfahren und der Patient eingeladen werden, sondern dann müssen Spezialisten ran. Die Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr Braunschweig übte am Samstag auf der größten  privatwirtschaftlichen Baustelle der Stadt, dem BraWoPark, einen solchen Einsatz.


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Erst raufklettern, dann Liege hochziehen, Patienten festschnallen, abseilen: nach einer Stunde ist der Einsatz geschafft.

Erst raufklettern, dann Liege hochziehen, Patienten festschnallen, abseilen: nach einer Stunde ist der Einsatz geschafft.

Bei 30 Metern ist für die Drehleiter der Feuerwehr Schluss. Dann sind die Mitglieder der Sondereinheit Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen (SRHT) gefragt. Sie klettern auf Windräder, Funkmasten und eben Baukräne, um die in luftiger Höhe festsitzenden Menschen zu retten. Dabei nehmen sie alle Ausrüstung mit nach oben, die für die Versorgung des Patienten nötig ist. „Die können da oben ein EKG machen, beatmen und alles, was im Rettungswagen auch geht“, sagt Karsten Preiss, Ausbildungsleiter für Höhenrettung bei der Berufsfeuerwehr Braunschweig. Wenn der Patient stabil ist, kann er zu Boden befördert werden – in diesem Fall in der Horizontalen, auf einer Liege festgeschnallt. „Das ist schon strapaziös“, erzählt Preiss – dabei sei die Rettung per Liege für den Patienten noch angenehmer als die im Sitzen. Deswegen muss jeder Retter bei den Übungen auch mal Patient spielen: „damit alle sehen, wie doof das ist, zusammengebunden auf der Liege zu liegen.“

Sieben Menschen waren an der Übung direkt beteiligt: Von der Feuerwehr ein Gruppenführer und vier Einsatzkräfte, die ihm zuarbeiten, sowie vom Technischen Hilfswerk zwei Gäste. Solche Übungen sind wichtig für die SRHT. Die Einsatzkräfte müssen pro Jahr 80 Stunden im Seil vorweisen, damit sie die Lizenz nicht verlieren. Bei 15 bis 20 Einsätzen pro Jahr gehören also Übungen dazu. Die Technik, die die Höhenretter nutzen, kommt aus der Bergrettung. Mit schroffen Felsen kann Braunschweig zwar nicht dienen, aber mit Hochhäusern, Windkraftanlagen und ähnlichem. „Eine relativ neue Erscheinung ist außerdem die Adipösenrettung“, erzählt Preiss: „Wir haben immer mal wieder Patienten, die 200 bis 300 Kilogramm wiegen, da hat man über das Treppenhaus keine Chance, sie aus dem Haus zu bekommen.“

Karsten Preiss beobachtet vom Boden aus, was seine Truppe über ihm tut.

Karsten Preiss beobachtet vom Boden aus, was seine Truppe über ihm tut.

Auch die Tiefenrettung gehört zum Aufgabengebiet der Truppe. Das sei anspruchsvoller als Einsätze in großer Höhe, weil man das Gewicht des zu Rettenden von unten nach oben befördern müsse, sagt Preiss. Einen solchen Einsatz habe man zuletzt in Rüningen gehabt, wo ein Maler in ein Silo gefallen sei und aus 15 bis 20 Metern tiefe gerettet werden musste.

Nach einer Stunde, in genau dem Zeitrahmen, den Preiss sich so vorgestellt hatte, hat seine Einsatztruppe den „Kranführer“, gespielt von Björn Haase, sicher zu Boden bugsiert. Nils Frome hat den Patienten an einem eigenen Seil bis nach unten begleitet. „Gut gelaufen“, attestiert Preiss. Denn länger habe die Retter nicht, um einen Patienten auf den Weg ins Krankenhaus zu bringen. Egal, wie hoch es hinaus geht.

 

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