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„Ich pflege gern!“: Neue Kampagne stärkt Pflegeberufe

4. April 2018
Sie stellten im Braunschweiger Cinema C1 die Kampagne vor, mit der Menschen für Pflegeberufe begeistert werden sollen (v.l.): Oliver Syring, Allianz für die Region GmbH, Sozialministerin Carola Reimann, Ralf Harmel, Klinikum Wolfenbüttel und Nadine Steffen, Ambulante Pflege Wilhelminum. Foto: Allianz für die Region GmbH/Matthias Leitzke
Braunschweig. 2030 fehlen etwa 6.000 Pflegekräfte in der Region, um die wachsende Zahl älterer Menschen angemessen zu betreuen. Mit einer Öffentlichkeitskampagne macht das regionale Netzwerk „Fachkräftesicherung in der Pflege“ auf die Stärken der Pflegebranche aufmerksam, berichtet die Allianz für die Region GmbH.

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Sechs Anzeigenmotive, eine neue Website und zwei Kurzfilme werben regional mit dem Slogan „Ich pflege gern!“ für die Branche, die verantwortungsvolle Tätigkeiten, Aufstiegschancen, sicheres Einkommen und Jobs mit Zukunft bietet. Damit wollen Einrichtungen der Gesundheits- und Krankenpflege, der stationären und ambulanten Altenpflege, Kranken- und Altenpflegeschulen, die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und kommunale Gesundheitsregionen gemeinsam Menschen für Pflegeberufe begeistern. Zum Auftakt der Kampagne trafen sich die Akteure am Mittwochvormittag im Cinema C1 in Braunschweig. Das Projekt ist Teil des Aktivierungsprogramms „Fachkräfte für die Region“, mit dem das Fachkräftebündnis Südostniedersachsen einerseits die Attraktivität der Pflegeberufe und das Selbstverständnis der Pflegekräfte stärken und andererseits die grundsätzliche Arbeitgeberattraktivität steigern möchte. „Wir wollen auch mit Blick auf den Wettbewerb der Regionen und den enormen Fachkräftebedarf in der Pflege regionale Berufseinstiegs- und Karrierewege der Branche sowie die gewachsene Professionalität der Pflegeberufe darstellen. Deshalb freuen wir uns besonders, dass wir für unsere Werbemotive Pflegekräfte aus der Region gewinnen konnten“, sagt Oliver Syring, Geschäftsführer der Allianz für die Region GmbH, die das Netzwerk zusammen mit zahlreichen Pflegeeinrichtungen initiierte.

Schlechtes Image

Alten- und Krankenpfleger genießen in der Öffentlichkeit wegen ihrer aufopferungsvollen Tätigkeit einen guten Ruf. Die Berufsbilder haben jedoch ein relativ schlechtes Image, weil sie mit hohen Arbeitsbelastungen und geringer Bezahlung verbunden werden. Aus diesen Gründen fällt es Einrichtungen und Kliniken im Zeichen des demografischen Wandels zunehmend schwerer, das notwendige Fachpersonal für eine qualitativ hochwertige Versorgung der zu Pflegenden zu finden. Der Personalmangel führt vor allem in ländlichen Regionen zu ersten Versorgungsengpässen. Niedersachsens Sozialministerin Dr. Carola Reimann setzt sich deshalb für attraktivere Arbeitsbedingungen in der Pflege ein, zu denen neben einer entsprechenden Wertschätzung der Pflegenden auch eine bessere Bezahlung gehöre. Die Politikerin lobte bei der Auftaktveranstaltung die Kampagne: „Es gibt trotz der schwierigen Situation in der Branche Stellschrauben, an denen wir drehen können. Die gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten hier in der Region ist ein deutliches Signal für eine Stärkung der Pflege“, sagt Reimann. Ziel sei es zudem, Wiedereinstiegsmöglichkeiten in den Beruf zu schaffen und die Arbeitsbedingungen weiter zu verbessern. „Von der Aufwertung des Pflegeberufs profitieren die Pflegekräfte ebenso wie all die Menschen, die einer Pflege bedürfen“, ergänzt die Sozialministerin.

Arbeitsbedingungen entscheidend

Um Pflegebedürftige optimal zu versorgen und Angehörige zu unterstützen, sind motivierte Mitarbeiter und attraktive Arbeitsbedingungen wesentliche Voraussetzungen. „Das Klinikum Wolfenbüttel ist in der Pflegelandschaft gut aufgestellt. Die Kampagne stellt die Pflegekräfte in den Mittelpunkt. Wir engagieren uns besonders, um Interessierten Orientierung für den richtigen Einstieg oder Wiedereinstieg in die vielfältigen Berufsmöglichkeiten zu geben“, sagt Ralf Harmel, Pflegedirektor des Städtischen Klinikums Wolfenbüttel. „Stress, angenehme und weniger angenehme Tätigkeiten gibt es in jedem Beruf“, sagt Nadine Steffen von der Ambulanten Pflege Wilhelminum in Braunschweig. Die examinierte Pflegefachkraft betont jedoch, dass sie ihre berufliche Tätigkeit erfüllt: „Verantwortung, Sinn, Teamgeist und Vielfalt sind Stichworte, die ein berufliches Selbstverständnis deutlich machen, das von einem hohen Berufsethos zeugt“, ergänzt Steffen. Um die Arbeitsbedingungen zu verbessern wird die Kampagne von Diskussionsveranstaltungen und Weiterbildungsangeboten begleitet, mit denen die hohe berufliche Motivation und das ausgeprägte Berufsethos der Beschäftigten weiter gestärkt wird. Zudem gibt es eine Initiative zur Anerkennung von erworbenen Kompetenzen in beruflichen Fortbildungen.

Im Rahmen des Fachkräftebündnisses SüdOstNiedersachsen wird das Projekt aus Mitteln des europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Weitere Informationen:

Weitere Informationen unter www.ich-pflege-gern.de

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