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IG Metall kündigt ab Montag erste Warnstreiks an

5. Januar 2018
Vorbereitung der Warnstreiks bei der IG Metall Braunschweig Foto: Peter Frank, d&d.
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Region. Die IG Metall Braunschweig ruft in der Woche vom 8. bis 12. Januar zu Warnstreiks in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie auf, nachdem der zweite Verhandlungstermin in der Tarifrunde der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie am 6. Dezember 2017 ergebnislos endete. Dies teilte die Industriegewerkschaft in einer Pressemitteilung mit.

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Garnet Alps, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Braunschweig, zeigt ihr Unverständnis für die Blockadehaltung der Arbeitgeberseite: „Anstatt mit uns über unser Forderungspaket zu diskutieren, legen die Arbeitgeber Gegenforderungen zu Ausweitungen der Arbeitszeit vor und bieten den Beschäftigten im Gegenzug mickrige zwei Prozent mehr Entgelt und eine Einmalzahlung von 200 Euro. Und das trotz starker wirtschaftlicher Lage. Das ist keine Verhandlungsgrundlage. Deshalb werden wir in der kommenden Woche mit Warnstreiks in den Betrieben Druck machen.“

„Junge Eltern brauchen temporäre Freiräume“

Martin Grun, IG Metall Verhandlungskommissionsmitglied der Metallindustrie Niedersachsen und Betriebsratsvorsitzender bei Zollern BHW führt die Forderungen aus: „Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten wo es benötigt wird bereits heute schon sehr flexibel. Aber gerade junge Eltern brauchen auch für sich temporäre Freiräume, um Arbeit und Familienleben zu organisieren. Sowohl Mütter als auch Väter brauchen Möglichkeiten, ohne große finanzielle Einbußen ihre Arbeitszeit zeitweise für ihre Kinder absenken zu können.“

Ronald Owczarek, Ortsvorstandsmitglied der IG Metall in Braunschweig und Betriebsratsvorsitzender bei Siemens sagt: „Hinzu kommen die Situationen im Leben, wenn Angehörige gepflegt werden müssen. Besonders problematisch gestaltet sich dies, wenn es kurzfristig organisiert werden muss. Wir wollen mit unserer Forderung erreichen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen den Rücken frei haben, um die nötige Betreuung, zum Beispiel ihrer Eltern, sicherstellen zu können. Betreffen kann das jeden von heute auf morgen.“

Erster Verhandlungstermin ohne Angebot

In der Tarifrunde für die Beschäftigten bei Volkswagen endete der erste Verhandlungstermin am 11. Dezember 2017 ohne Angebot der Arbeitgeberseite.
Dazu Eva Stassek, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Braunschweig: „Volkswagen fährt eine Hinhaltetaktik. Anstatt mit einem ernsthaften Angebot auf die berechtigten Forderungen der Beschäftigten einzugehen, verweisen sie nur auf Gefahren für die Wettbewerbsfähigkeit und zu niedrige Renditen. Das ist nicht zielführend. Ich hoffe, dass das Unternehmen den Verzögerungskurs nicht fortsetzt und in der nächsten Verhandlung am 11. Januar 2018 ein ordentliches Angebot vorlegt.“

Hohe Arbeitsbelastung

Der Vertrauenskörperleiter von Volkswagen in Braunschweig und Verhandlungskommissionsmitglied, Mark Seeger: „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben ordentlich gearbeitet und sind sehr belastet durch ambitionierte Produktionsziele. Sie erwarten, dass von der erzielten Renditen auch bei ihnen im Portemonnaie etwas ankommt. In Anbetracht sinkender Rentenzusagen und massiv steigender Arbeitsbelastungen brauchen die Beschäftigten dringend Finanzierungsmodelle für ihre Altersversorgung. Das derzeitige Verhalten des Unternehmens stößt auf absolutes Unverständnis in der Belegschaft! Auch hier kann es zu Warnstreiks kommen, wenn das Unternehmen nicht einlenkt.“

Zum Hintergrund:

Im Organisationsbereich der IG Metall Braunschweig (zu dem auch die Landkreise Wolfenbüttel und Helmstedt zählen) arbeiten etwa 6.200 Beschäftigte zu den Bedingungen des Flächentarifvertrages der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall fordert eine Entgeltsteigerung von sechs Prozent für zwölf Monate und die Möglichkeit für Beschäftigte, ihre Arbeitszeit auf 28 Stunden pro Woche zu verkürzen. Zudem fordert die IG Metall bei Absenkung der Arbeitszeit einen Zuschuss für besonders belastete Beschäftigtengruppen (zum Beispiel bei Schichtarbeit) sowie bei Kindererziehung und Pflege von Angehörigen.

Friedenspflicht endete am 31. Dezember

Der nächste Verhandlungstermin zwischen der IG Metall und den niedersächsischen Metallarbeitgebern findet am 16. Januar statt. Die Friedenspflicht endete am 31. Dezember 2017. Das Forderungspaket der IG Metall für die Beschäftigten von Volkswagen umfasst die Erhöhung des Entgelts um sechs Prozent für zwölf Monate, eine Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung und die Verpflichtung zur Einstellung von Auszubildenden zur Bewältigung von Digitalisierung und Transformation. In Braunschweig arbeiten zu den Bedingungen des Haustarifvertrages von Volkswagen insgesamt zirka 14.000 Beschäftigte (Volkswagen Werk und Volkswagen Financial Services). Die Tarifverhandlungen werden am 11. Januar 2018 fortgesetzt. Die Friedenspflicht endet am 31. Januar 2018.

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