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Ist Braunschweig eine Terror-Hochburg?

22. Februar 2015 von
Nach der Terrorwarnung sagt der Verfassungsschutz, der Großteil islamistisch-extremistischer Gruppen in Niedersachsen sei nicht gewaltbereit. Zu Braunschweig machte man keine genauen Angaben. Symbolbild: Archiv/BraunschweigHeute.de

Braunschweig. Nach der Absage des Schoduvel aufgrund einer Terrorwarnung sind viele Menschen in der Stadt verunsichert. Wie hoch ist die Gefährdungslage in der Löwenstadt? BraunschweigHeute.de hat beim Verfassungsschutz nachgefragt, wie viele Anhänger islamistisch-extremistischer Gruppen gibt es in Niedersachsen?


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Hellhörig wurden viele bei den Aussagen des Polizeipräsident Michael Pientka in der Pressekonferenz zur Absage des Schoduvel. Er sagte, dass die Löwenstadt ein „Brennpunkt“ sei was die islamistische Szene anginge. „Was jetzt passiert ist, entsprach aber nicht unseren Erwartungen“, gab er weiterhin an. „Bislang gab es abstrakte Gefährdungen. Jetzt sind sie zum ersten Mal konkret geworden mit Bezug auf Ort und Zeit.“

Wie sieht der Verfassungsschutz die Lage? Der NDR berichtet, dass der Verfassungsschutz in Niedersachsen von rund 3.400 Anhänger islamistisch-extremistischer Gruppen ausgeht, der weitaus größte Teil sei aber nicht gewaltbereit. Gegenüber BraunschweigHeute.de bestätigte die Behörde, dass man in diesem Zusammenhang von 400 Salafisten für Niedersachsen ausgehen würde. Die Szene sei sehr dynamisch und habe weiterhin regen Zulauf.

Wenige Person aus Syrien zurückgekehrt

In einer Mitteilung die BraunschweigHeute.de vom Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport (Abteilung Verfassungsschutz) vorliegt heißt es weiter: „Unter diesen Salafisten befinden sich auch Personenkreise, die beispielsweise der Ideologie und den Zielsetzungen des IS nahe stehen und Personen, die Ausreise nach Syrien/Irak in Erwägung ziehen beziehungsweise schon vollzogen haben oder dafür werben. Derzeit sind dem niedersächsischen Verfassungsschutz bis zu 40 Personen aus Niedersachsen bekannt, die in Richtung Syrien ausgereist sind, um sich am aktiven Kampf terroristischer Organisationen oder auf andere Weise dem Widerstand gegen das Assad-Regime anzuschließen. Nicht in allen Fällen liegen Erkenntnisse vor, dass sich diese Personen tatsächlich in Syrien aufhalten oder aufgehalten haben. Die Zahl der aus Niedersachsen stammenden Personen, die aus Syrien zurückgekehrt sind, liegt im niedrigen einstelligen Bereich.“ Genauere Zahlen für Braunschweig wolle man nicht bekannt geben.

Salafistische Schwerpunkte

Weiter ist dem Schreiben zu entnehmen: „Die räumlichen Ausreiseschwerpunkte korrespondieren mit den salafistischen Schwerpunkten in Niedersachen. Insbesondere betrifft dies die Regionen Braunschweig/Wolfsburg, Hannover und Hildesheim. Auf diese Schwerpunkte der salafistischen Szene in Niedersachsen haben der Niedersächsische Verfassungsschutz und die Polizei seit Langem hingewiesen und haben sie besonderes im Blick. Bei der Terrorbekämpfung arbeiten die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern sehr eng zusammen.“ Zu einzelnen Personen und Objekten wolle man darüber hinaus keine Angaben machen. Laut einem Bericht des NDR ist Muhamed Ciftci der Kopf der Islamistenszene in der Löwenstadt. Er betreibt in Braunschweig eine Islamschule.

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