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Man muss nicht immer raus, wenn’s brennt: Brandschutztagung in der Stadthalle

16. September 2014 von
Am Rande der Tagung präsentierten Hersteller Brandschutzkonzepte, wie diese orangefarbene Umhüllung von Kabeln: Sie entwickelt bei Feuer einen Schaum, der die Flamme erstickt und so verhindert, dass der Brand sich über die Kabel ausbreitet. Foto: Christina Balder
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Braunschweig. Was tun eigentlich Rollstuhlfahrer, wenn es brennt und der Fahrstuhl „im Brandfall nicht zu benutzen“ ist? Lösungen, die in anderen Ländern schon Usus sind, haben in Deutschland noch Seltenheitswert. Was sich am Brandschutz noch verbessern lässt, darüber tauschen sich in dieser Woche rund 1000 Experten in der Stadthalle aus: Die Braunschweiger Brandschutz-Tage sind die größte Tagung zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum. 


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400 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr bei Bränden. Das sind 1,2 Brandtote auf 100.000 Einwohner, also wenig – sagt die Statistik.  Um die Zahl noch weiter zu drücken, widmen sich Forscher neuen Ansätzen – oder übernehmen solche aus anderen Ländern, die hier noch selten sind. Brandschutz und Barrierefreiheit etwa seien zwei Dinge, die einander eigentlich widersprechen, sagt Jochen Zehfuß, Leiter des Instituts für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz (iBMB) der Technischen Universität Braunschweig und Tagungsleiter: „Der Brandschutz will abschotte, die Barrierefreiheit will öffnen.“ In Zeiten der Inklusion müsse man aber die Anforderungen beider in Einklang bringen.

So sind bisher die Rettungswege aus einem Gebäude meist über Treppen erreichbar – für einen Rollstuhlfahrer eine unüberwindbare Barriere. Alternativen nennt Hans-Joachim Gressmann, Geschäftsführer der Emirates Fire and Rescue Company und langjähriger Leiter der Braunschweiger Berufsfeuerwehr. Spezielle Brandschutzaufzüge etwa seien eine Möglichkeit, eine andere seien Rettungsräume. In anderen Ländern seien solche sicheren Zonen schon etablierter, hier kommen sie bisher nur selten zum Einsatz. Es sind Räume, in die man sich flüchten kann, bis die Feuerwehr diese Schutzzone erreicht hat. „Man könnte dort einen Knopf anbringen, der anzeigt, dass der Raum besetzt ist, so dass die Feuerwehr weiß, so noch Menschen sind“, schlägt Gressmann vor und ist sicher: Diese Räume werden künftig nicht mehr wegzudiskutieren sein. In Hochhäusern oder Tiefbahnhöfen seien sie das Mittel der Wahl, um Menschen in Sicherheit zu bringen. Allerdings besage das Baurecht, die Menschen müssten „in der Lage sein, das Gebäude sicher zu verlassen“, sagt Gressmann. „Drinnenbleiben ist bisher noch keine akzeptierte Alternative.“

Allgemein sei auf den Gebieten der Brandmeldetechnik und Steuerungstechnik der Fortschritt enorm, sagt Zehfuß. Eine weitere, relativ neue Idee seien Wasservorhänge, die im Brandfall die Brandschutztüren ersetzen. „In einer Werkshalle stört so eine Tür, die werden dann offen gehalten, damit die Gabelstapler durchkommen – und erfüllen dann ihren Zweck nicht mehr“, sagt Gressmann. Sprühdüsen, die bei Feuer einen Vorhang aus Wasser niederregnen lassen, könnten das gleiche Schutzniveau erreichen.

 

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