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Markurth und Pink legen Grundstein für Klinikum-Vernetzung

3. April 2017 von
Die Aufsichtsratsvorsitzenden Ulrich Markurth und Thomas Pink (sitzend, von links) unterzeichneten gemeinsam mit den beiden Geschäftsführern Dr. Andreas Goepfert (links) und Axel Burghardt (zweiter von rechts) sowie dem Ärztlichen Direktor aus Wolfenbüttel Professor Dr. Dirk Hausmann (rechts) den sogenannten Letter of Intent. Foto: Nick Wenkel
Braunschweig. Unter dem Motto „Versorgung aus einer Hand - aus der Region, für die Region" beabsichtigen die Kliniken Braunschweig und Wolfenbüttel künftig enger zu kooperieren. Am heutigen Montag unterzeichneten die Verantwortlichen die gemeinsame Absichtserklärung.

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Als Aufsichtsratsvorsitzende der beiden kommunalen Krankenhäuser trafen sich Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Wolfenbüttels Bürgermeister Thomas Pink im Verwaltungsbüro des Braunschweiger Klinikums, um einen sogenannten „Letter of Intent“ zu unterzeichnen. Entsprechend wollen die beiden öffentlich-rechtlichen und selbstständigen Nachbarkrankenhäuser ihre bestehenden, aber auch potentiell neue Kooperationen mit beiderseitigem Nutzen gemeinsam prüfen und entwickeln. „Kooperationen können die Qualität und Effizienz der Patientenversorgung erheblich verbessern. Eine strukturierte Zusammenarbeit führt zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit und der Wirtschaftlichkeit aller Beteiligten“, verdeutlichte Markurth. „Die Abläufe des jeweiligen Krankenhausbetriebes dürfen durch Kooperationen allerdings nicht beeinträchtigt werden. Vielmehr haben sich Kooperationen an dem Gebot einer optimierten Patientenversorgung zu orientieren“, ergänzte Pink.

IT-Netzwerk zwischen den Krankenhäusern

Professor Dr. Dirk Hausmann, Ärztlicher Direktor. Foto: Nick Wenkel

Die Kliniken Braunschweig und Wolfenbüttel planen demnach eine Intensivierung der Zusammenarbeit über die bereits bestehenden Kooperationen hinaus in operativ noch zu definierenden Schwerpunkten. Ziel soll eine Stärkung der kommunalen Gesundheitsversorgung sein. Dabei gehen beide Parteien davon aus, dass sich die verstärkte Zusammenarbeit als Prozess gestalten wird, der sich in verschiedenen Stufen entwickelt. Professor Dr. Hausmann, Ärztlicher Direktor des Klinikums Wolfenbüttel, sieht besonders in dem Austauschverfahren zwischen den Krankenhäusern einen großen Handlungsbedarf. Ziel sei eine IT-Verbindung zwischen Braunschweig und Wolfenbüttel, damit vom jeweiligen Patient beispielsweise nicht bereits aufgenommen Röntgenbilder nochmals aufgenommen werden müssen. Derzeit laufe der Austausch noch auf schriftlichem oder telefonischen Wege. „Das ist wegweisend für die Zukunft der Kliniken“, verspricht Professor Dr. Hausmann.

Stets im Sinne des Patienten

Axel Burghardt und Dr. Andreas Goepfert. Fotos: Anke Donner/ Jörg Scheibe

Die Geschäftsführer der beiden Häuser, Dr. Andreas Goepfert und Axel Burghardt konkretisierten das gemeinsame Vorhaben. So soll es zu einer Verbesserung der Patientenversorgung durch den Ausbau bestehender und den abgestimmten Aufbau fehlender, zum Teil spezialisierter Strukturen kommen. Die Versorgungsangebote sollen an allen Krankenhausstandorten der Parteien harmonisiert werden – stets unter der Prämisse einer dauerhaft gesicherten Wirtschaftlichkeit und der Erhaltung medizinisch notwendiger Entwicklungsmöglichkeiten. Zudem sollen die Möglichkeiten zur ärztlichen Weiterbildung optimiert und die Sicherung einer dauerhaft ausreichenden ärztlichen Versorgung erreicht werden. Das soll aber nicht heißen, dass Patienten nun stets entweder nach Wolfenbüttel oder nach Braunschweig geschickt werden. „Wenn jemand in eine Spezialklinik beispielsweise nach Hamburg muss, dann steht die Gesundheit des Patienten natürlich absolut im Vordergrund.“

Zu folgenden Themen bestehen bereits Kooperationen: Mikrobiologie, Hygieneärztliche Betreuung, Pathologie, Strahlendiagnostik, Herz-Thorax-Gefäßchirurgie, Traumanetzwerk Nord-Ost-Niedersachsen, Neurochirurgie, Teleneurologie, Versorgung von Arbeitsunfällen, Versorgung kranker Neugeborener, Gerinnungsphysiologie, Frauenklinik/Tumorkonferenz, Fort- und Fachweiterbildung in Pflegeberufen.

Aktuelle Zahlen-Daten-Fakten zum Klinikum Braunschweig

Mit 1.499 Planbetten und fast 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus (4.700 inklusive Tochtergesellschaften) ist das Klinikum Braunschweig einer der größten Arbeitgeber in der Region. Es versorgt als Krankenhaus der Maximalversorgung die Region Braunschweig mit rund 1,2 Million Einwohnern. Mit 19 Kliniken, elf selbständigen klinischen Abteilungen und sechs Instituten wird nahezu das komplette Fächerspektrum der Medizin abgedeckt. Pro Jahr werden mehr als 59.000 Patienten stationär und rund 200.000 ambulant behandelt. Drei Standorte gehören zum Städtischen Klinikum: Holwedestraße, Salzdahlumer Straße, Celler Straße und das Ambulante Rehabilitationszentrum in der Nîmes Straße.

Das Klinikum hat einen Umsatz von rund 286 Millionen Euro pro Jahr. Als bedeutender Auftraggeber für Bau- und Instandhaltungs-maßnahmen, Investitionen bei Geräten und IT und sonstigen Dienstleistungen vergibt es Aufträge im Umfang von über 80 Mio. Euro jährlich. In den verschiedenen Berufsgruppen arbeiten rund 530 Ärzte und 2.150 Pflegekräfte sowie 600 Mitarbeiter im medizinisch-technischen Dienst, 425 in den sonstigen Diensten (Verwaltung, Wirtschaft, Technik etc.) und 260 Auszubildende.

Das Klinikum an der Salzdahlumer Straße ist eines der drei Standorte in Braunschweig. Foto: Archiv/Sina Rühland

Aktuelle Zahlen-Daten-Fakten zum Klinikum Wolfenbüttel

Mit 283 Planbetten und 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus ist das Klinikum Wolfenbüttel einer der größten Arbeitgeber im Landkreis und versorgt das Kreisgebiet und angrenzende Bereiche mit ca. 180.000 Einwohnern.
Mit seinen sechs Kliniken, ergänzt durch kooperierende Praxen unterschiedlicher Fachgebiete, werden jährlich mehr als 15.000 Patienten stationär und rund 16.000 ambulant behandelt. Das Klinikum hat einen Umsatz von rund 56 Millionen Euro pro Jahr. Als bedeutender Auftraggeber für Bau- und Instandhaltungs-maßnahmen, Investitionen bei Geräten und IT und sonstigen Dienstleistungen vergibt es Aufträge im Umfang von über 15 Millionen Euro jährlich. Die kontinuierlich positiven Jahresergebnisse garantieren eine vergleichsweise hohe Reinvestitionsquote in die Ausstattung und den Personalschlüssel.

In den verschiedenen Berufsgruppen arbeiten rund 100 Ärzte und 400 Pflegekräfte sowie 190 Mitarbeiter im medizinisch-technischen Dienst und in den sonstigen Diensten (Verwaltung, Wirtschaft, Technik etc.) und 60 Auszubildende.

Das Klinikum in Wolfenbüttel. Foto: Archiv/Anke Donner

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