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„Martin Luther und die Juden“ in St. Katharinen

11. April 2017
Symbolfoto: Archiv
Braunschweig. Die besonderen Gottesdienste der Kar- und Ostertage in der Braunschweiger St. Katharinenkirche beginnen am Gründonnerstag um 18 Uhr mit einem besonderen thematischen Bezug zum Reformationsjubiläums-Jahr 2017.

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Vom 13. April bis zum 18. Mai wird die Wanderausstellung „Martin Luther und das Judentum“ in der Kirche am Hagenmarkt zu besichtigen sein. „Die starke Konzentration auf die Person Martin Luthers beherrschte schon vor 2017 weitgehend die öffentlichen Debatten und Marketingaktionen zu diesem 500. Jubiläum“, erklärt Katharinenpfarrer Werner Busch einen der Gründe dafür, warum die Ausstellung in diesem Jahr gezeigt werde. Die kirchlichen und staatlichen Jubiläumsverantwortlichen haben mit der Mittelpunktstellung Luthers eine Entscheidung getroffen, die auch zur Bearbeitung der problematischen Seiten des Wittenberger Reformators herausfordere. Dazu gehöre zweifellos, so der Katharinenpfarrer, eine ausgeprägte Judenfeindlichkeit, wie sie vor allem in Luthers später Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ (1543) zum Ausdruck kommt. „Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, sich über bloße Zitatfetzen und Schlagworte hinaus eingehend zu informieren und ein begründetes Urteil über Martin Luthers Verhältnis zu den Juden zu bilden.“

Zwei Vorträge in Planung

Auch jüngere Entwicklungen und die Gegenwart sind im Blick. Es sei bekannt, so Busch, dass die Evangelische Kirche einen langen und bewegten Prozess der Aufarbeitung dieses Themas hinter sich habe und noch immer daran arbeite. Das oberste Kirchenparlament (Synode) der Evangelischen Kirche hat im November 2015 eine Kundgebung zu „Martin Luther und die Juden – Notwendige Erinnerung zum Reformationsjubiläum“ beschlossen, die unter anderem erklärt hat: „Luthers Schmähungen gegen Juden stehen im Widerspruch zum Glauben an den einen Gott, der sich in dem Juden Jesus offenbart hat.“ Diesem u.a. Beschlüssen der EKD gingen seit 1945 viele Jahre gemeinsamer theologischer Diskussionen zwischen Christen und Juden voraus. Dafür steht als Kooperationspartner die „Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit“, die mit der Katharinengemeinde zu dieser Ausstellung einlädt. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung kann werktags von 9 bis 15, sonntags nach dem Gottesdienst und zu anderen Zeiten auf Anfrage besichtigt werden. Zwei Vortragsveranstaltungen im Ausstellungszeitraum sind in Planung und werden auf diesem Wege bekannt gegeben. Ausstellungskatalog und andere Schriften zum Thema können preiswert erworben werden.

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