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Maßnahmen gegen Kinderarmut: Was plant die Stadt?

21. Juni 2016 von
Ende 2012 hat der Rat der Stadt Braunschweig ein konkretes Handlungskonzept zur Bekämpfung von Kinderarmut und der Linderung ihrer Folgen beschlossen. Symbolfoto: Archiv

Braunschweig. Ende 2012 hat der Rat der Stadt Braunschweig ein konkretes Handlungskonzept zur Bekämpfung von Kinderarmut und der Linderung ihrer Folgen beschlossen. Laut Sozialatlas 2013, lebten rund ein Fünftel der Braunschweiger Kinder und Jugendlichen in Haushalten, deren Einkommen unterhalb der Armutsschwelle liegt. Ziel des Handlungskonzeptes ist es, mit einer ausreichenden Angebotsstruktur Barrieren abzubauen, mit denen sich Kinder, die in Armut leben, konfrontiert sehen. Um das zu erreichen, wurde die Stadtverwaltung mit der schrittweisen Umsetzung einer Vielzahl von Empfehlungen beauftragt. In der jüngsten Sitzung des Stadtrates fragte die Fraktion DIE LINKE die Stadtverwaltung, welches Ergebnis die Stadt nun nach über drei Jahren der Umsetzung des Handlungskonzeptes ziehen kann und welche Maßnahmen weiterhin geplant sind.


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Stadträtin Dr. Andrea Hanke betonte zunächst, dass die Ursachen von Kinderarmut nur in sehr begrenztem Maß auf kommunaler Ebene bekämpft werden könnten, weswegen der Schwerpunkt des Handlungskonzeptes in der Linderung von Armutsfolgen und in der Armutsprävention liegen würden. Bei der Umsetzung des Handlungskonzeptes werde darauf geachtet, dass eine Präventionskette von der Schwangerschaft bis hin zum Übergang in den Beruf gebildet werde, so Hanke. Die Präventionskette fängt deshalb damit an, dass alle Eltern eines neugeborenen Kindes, ein Besuchsangebot durch den Fachbereich Kinder, Jugend und Familie erhalten. Im Rahmen eines solchen Besuches sollen die Eltern gezielte Informationen über Betreuungsangebote im Wohnumfeld und über spezifische Förder- und Unterstützungsangebote für Babys und Kleinkinder erhalten. Der Fachbereich bietet zudem Unterstützung durch Familienhebammen, die junge Familien mit Unterstützungsbedarf regelmäßig besuchen können. Im Jahr 2015 seien so beispielsweise 108 Familien mit diesem Hilfsangebot erreicht worden, erklärte Andrea Hanke.

Förderungen

Mit dem Braunschweiger Fonds für Kinder und Jugendliche werden nach Angaben der Stadtverwaltung zudem etwa 100.000 Euro jährlich für die unmittelbare Hilfe für bedürftige Kinder und Jugendliche eingesetzt, beispielsweise für Schul- und Kita-Budgets. Zusätzlich gebe es noch eine mittelbare Unterstützung aus dem Fonds durch die Förderung von Projekten mit Angeboten für Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien. Deutlich werde, so Andrea Hanke, „dass von Armut betroffene Kinder und Jugendliche sowohl im Blickpunkt der Arbeitsfelder der Jugendhilfe (Kindertagesbetreuung, Schulsozialarbeit, Kinder- und Jugendarbeit, Übergang Schule in den Beruf), als auch im Fokus des Braunschweiger Fonds für Kinder und Jugendliche stehen und im Rahmen der vorhandenen Ressourcen entsprechende Förderung und Unterstützung erfahren.“

Was ist geplant?

Ein Schwerpunkt der weiteren Arbeit soll künftig das Konzept „Starke Kinder und Jugendliche in Braunschweig“ werden, das aus den Mitteln des Braunschweiger Fonds für Kinder und Jugendliche finanziert wird. Wie Andrea Hanke erklärt, ist dabei das Ziel, die Resilienz und das Selbstwertgefühl von Kindern zu stärken. Dafür soll unter anderem an den Braunschweiger Familienzentren ein Unterstützungs- und Bildungsangebot eingerichtet werden, das sich an den individuellen Bedürfnissen von Familien orientiert. Auch an Braunschweiger Schulen sei in diesem Zusammenhang ein Programm geplant, das Pädagoginnen und Pädagogen unter anderem vermitteln soll, die Verantwortungsübernahme von Schülerinnen und Schülern zu begünstigen. Neben weiteren Projekten in Krippen und KiTas ist in Zukunft außerdem der Ausbau auf eine flächendeckende Versorgung von mindestens 25 Familienzentren in Braunschweig geplant.

Eine aktuelle Zahl, wie viele Kinder unterhalb der Armutsschwelle leben, gibt es seit dem Sozialatlas 2013  nicht mehr, erklärte Andrea Hanke. Es sei allerdings vorgesehen, den Sozialatlas in Zukunft wieder fortzuführen.

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