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Neue Züge und Betreiber – auf der Schiene tut sich was

9. Dezember 2015 von
Diese neue Züge sind bald in der Region unterwegs. Foto: ENNO-Pressebild

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Region. Am kommenden Sonntag, 13. Dezember, zum Fahrplanwechsel, gehen zwei neue Betreiber im Schienenpersonennahverkehr in der Region an den Start. Und das auf den wichtigsten Expresslinien im Verbandsgebiet des Zweckverbandes Großraum Braunschweig (ZGB). „ENNO“ und „EMIL“ – so werden die beiden Netze bezeichnet – und ENNO heißen auch die fabrikneuen Züge auf dem gleichnamigen Netz.


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ENNO wird ab Sonntag auf den Strecken Wolfsburg – Gifhorn – Hannover und Wolfsburg – Braunschweig – Hildesheim unterwegs sein. In einem geregelten Stunden-Takt an sieben Tagen in der Woche. Zwischen Wolfsburg und Braunschweig könnte man die Kapazitäten für die Beförderung deutlich erhöhen, was Taktung und Größe der Fahrzeuge betrifft. Insgesamt 470 Sitzplätze und 513 Stehplätze gibt es in den neuen Zügen. Dazu verringert sich die Fahrzeit von 24 auf 19 Minuten, berichtet Hennig Brandes, Verbandsdirektor ZGB. Die Höchstgeschwindigkeit der Züge liegt bei 160 km/h. Neu ist unter anderem ein zusätzlicher Frühzug von Hannover nach Wolfsburg (Ankunft in WOB: 5.41 Uhr). Dazu gibt es auch die zwei Verstärkerfahrten Braunschweig – Wolfsburg, jeweils eine in jede Richtung (ab BS 6:56, ab WOB, 16: 43 Uhr). Diese Strecke ist besonders hoch frequentiert. Täglich pendeln bis zu 35.000 Menschen zwischen den Städten. Ziel sei es mindestens 4000 auf die Schiene zu bringen, erklärt Brandes. Die Strecke Wolfsburg – Hildesheim ist erstmalig ohne Umstieg in Braunschweig möglich. Insgesamt gibt es viele neue Angebote, erklärt Brandes weiter. „ENNO war für den ZGB, als federführendem Aufgabenträger für dieses Projekt, eine Herausforderung“, erläutert der ZGB- Verbandsdirektor. „Wir haben uns entschieden, eine eigene Fahrzeugflotte zu beschaffen, um die Fahrzeuge vermieten zu können. Das war im Wettbewerb der europäischen Ausschreibung ein aus unserer Sicht zwingender Anreiz für private Verkehrsunternehmen, für die eine Beschaffung einer solchen Fahrzeugflotte für über 100 Millionen Euro kaum zu stemmen gewesen wäre.“

Dr. Lorenz Kasch und Hennig Brandes stellten die neuen Züge vor. Foto: Robert Braumann

Dr. Lorenz Kasch und Hennig Brandes stellten die neuen Züge vor. Foto: Robert Braumann

Dazu hat der ZGB eine 100 prozentige Tochterfirma gegründet – die Regionalbahnfahrzeuge Großraum Braunschweig GmbH, die RGB. Bei Alstom in Salzgitter hat die RGB 20 Triebzüge gekauft, ausgestattet mit modernster Technik, mit viel Komfort – und mit kostenlosem WLAN. Diese Züge stellt die RGB in den nächsten 10 Jahren – so lange gilt der Verkehrsvertrag– dem neuen Betreiber Metronom zur Verfügung.

Metronom übernimmt

Dr. Lorenz Kasch, Geschäftsführer Metronom, stellte in Aussicht, dass man gut vorbereitet sei und genügend Kollegen und Kolleginnen eingestellt worden sein. Am Personal werde es bei Qualität und Quantität nicht mangeln. Er bat aber darum am Anfang etwas nachsichtig zu sein, sollte zum Start nicht alles völlig reibungslos laufen. „Bei so einem Großprojekt muss man in den ersten 100 Tagen auch mit kleinen Verspätungen oder Ungereimtheiten rechnen.“

WestfalenBahn in Richtung Hannover

Dazu kommt EMIL. Damit wird das Netz von Braunschweig, über Hannover bis nach Bielefeld beziehungsweise Rheine in NRW bezeichnet. Auf dem Teilstück Braunschweig – Hannover, der meistbefahrensten Strecke im ZGB-Gebiet, fährt künftig die WestfalenBahn GmbH, mit fabrikneuen Doppelstock-Zügen der Baureihe KISS von Stadler. Auch hier werden in Zukunft Verstärkerzüge aus Braunschweig in Richtung Hannover und nachmittags in Gegenrichtung eingesetzt.

„Wichtiger Meilenstein“

Brandes sagte, dass drei arbeitsintensive Jahre hinter dem Projekt liegen. Er sei froh, dass es nun endlich los gehen könne. „Sonntag wird wirklich ein großer Tag, wir habe darauf hingearbeitet und man kann sich freuen, wenn man dann die Früchte ernten kann.“ Hennig Brandes am Mikro von regionalBraunschweig.de

Die beiden Betriebsaufnahmen seien ein wichtiger Meilenstein im Regionalbahnkonzept 2014+ des ZGB. Das Ziel mit den neuen Anbietern: Mehr Züge, mehr Fahrten, höhere Geschwindigkeit, mehr Komfort, bessere Verknüpfungen an Bahnhöfen und Haltestellen.

Bis nach Goslar

Der Verband will auch länderübergreifend für Verbesserungen im Nahverkehr sorgen. Im Harz wird im Auftrag des federführenden Aufgabenträgers Nahverkehrsservice Sachsen Anhalt GmbH der bisherige Betreiber Transdev sein Angebot ebenfalls. Der ZGB ist am Halle-Goslar-Netz mit dem Streckenabschnitt Goslar – Vienenburg – Ilsenburg – (Halle) beteiligt. Fahrgäste im Harz bekommen über die Landesgrenze hinweg nach Sachsen-Anhalt und in umgekehrter Richtung über Vienenburg / Goslar weiter nach Hannover ein breiteres Angebot. Der HEX fährt von Magdeburg durch bis Goslar und hat hier alle Anschlüsse. Zwischen Goslar und Halberstadt wird ein Stundentakt erreicht.

Fahrpreise

In allen Regionalzügen, Straßenbahnen und Bussen (unabhängig vom Betreiber) gelten weiterhin die Tarife des Verbundtarif Region Braunschweig (VRB), des Niedersachsen-Tarifs und des DB-Tarifs. Ab 1. Januar.2016 erhöhen sich der VRB-Tarif und der Niedersachsentarif im Durchschnitt um 2,4 Prozent. Die Anzahl der Fahrkartenautomaten im Verbandsgebiet nimmt deutlich zu. An allen Automaten gibt es das gesamte Sortiment an Tickets für den Nahverkehr (Regionalzug, Straßenbahn, Bus), unabhängig von der Farbe (Betreiber) des Automaten.

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