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Nun also doch – St. Vinzenz schließt im Sommer 2017

18. November 2016 von
Das St. Vinzenz blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. Foto: Pixabay
Braunschweig. Die neue Geschäftsführung des St. Vinzenz-Krankenhauses plant die betriebsbedingte Schließung ihres Standortes in Braunschweig. Ursprünglich war eine Umwandlung in ein "Haus der Lunge" angedacht gewesen. Nun erfolgte die Kehrtwende.

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Derzeit sorgt die aktuelle Situation um das St Vinzenz Krankenhaus für Verwirrungen und daher hat unsere Online-Zeitung die Verantwortlichen gebeten, die unübersichtliche Lage aufzuschlüsseln. So äußerte sich nun die Pressesprecherin des Krankenhauses Petra Perleberg: „Der aktuelle Standort des St. Vinzenz Krankenhauses wird nicht weiter betrieben. Ziel ist es aber, die medizinische und pflegerische Kompetenz der Mitarbeiter und die Arbeitsplätze für Braunschweig und die Region zu erhalten und die qualitativ hochwertige Patientenversorgung sicher zu stellen. Hierzu finden derzeit Gespräche mit Akteuren aus der Region statt. Den Mitarbeitern ist bereits offiziell auf einer Mitarbeiterversammlung mitgeteilt worden, dass der Standort zum 30. Juni 2017 geschlossen wird. Der derzeitige Standort benötigt für die Zukunft erhebliche Investitionsbedarfe und ist mit hohen finanziellen Belastungen verbunden. Zu anderen Zukunftsplänen des Standortes können wir Ihnen im derzeitigen Verhandlungsstand keine verbindliche Antwort geben.“ Bis zum Sommer sollen sich am Ablauf jedoch keine Änderungen ergeben: „Die medizinische Versorgung im St. Vinzenz Krankenhaus erfolgt zunächst weiter wie gewohnt. Nach Abschluss der Gespräche, welche wir derzeit mit verschiedenen Akteuren zum Erhalt der medizinischen Kompetenz in der Region führen, werden wir Patienten, Angehörige und die Bevölkerung über die Ergebnisse und mögliche Auswirkungen informieren.

Die Klinik selbst hatte zuvor in einer Pressemitteilung davon berichtet, dass die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Hildesheim sich dazu entschlossen habe, das Krankenhaus St. Vinzenz Braunschweig und das St. Elisabeth Krankenhaus Salzgitter künftig nicht selber weiter zu betreiben. Die Managementverantwortung für beide Häuser übernehme das St. Bernward Krankenhaus mit Sitz in Hildesheim. Das Krankenhaus St. Vinzenz Braunschweig solle es perspektivisch nicht mehr als eigenständiges Krankenhaus geben. Bereits seit einigen Jahren stehe das Krankenhaus einer Reihe von besonderen Herausforderungen gegenüber. Ein starker Wettbewerb in einer guten stationären Versorgungsstruktur in der Region hätte zu dauerhaft negativen Jahresergebnissen geführt. 

Pantazis bezieht Stellung 

Christos Pantazis. Foto: C. Balder

Christos Pantazis. Foto: C. Balder

Der SPD-Landtagsabgeordnete und Mitglied des Niedersächsischen Sozialausschusses, Dr. Christos Pantazis, äußerte sich in einer Pressemitteilung dazu verständnislos: „Die rot-grüne Landespolitik hat alles dafür getan, das Krankenhaus in dieser schwierigen Phase zu unterstützen und auch zu erhalten. Für Sanierung und Modernisierung zum ‚Haus der Lunge’ wurden 14 Millionen Euro vom Land zur Verfügung gestellt. Dass die neue Geschäftsführung den Standort nun dennoch aufgeben möchte, ist nicht nachvollziehbar. Der Plan, das Haus jetzt auf einen Lungenschwerpunkt auszurichten, wäre eine Chance zur Kehrtwende gewesen. Hierzu gab es erfolgsversprechende Gespräche.“

Dennoch habe die in Hildesheim ansässige Geschäftsführung beschlossen, den Standort nicht mehr zu halten, was die bisherigen Planungen über den Haufen werfe: „„Das Land wird die 14 Millionen Euro vorerst bis zum 7. Dezember zurückstellen, schließlich war Grundlage der Gespräche der Erhalt des Standortes Braunschweig.“ Außerdem dürften die Interessen der Mitarbeiter nicht unbeachtet bleiben: „Hier besteht eine Verantwortung, der die Geschäftsleitung gerecht werden muss.“ Die Mittel seien schließlich verfügbar gemacht worden, um Arbeitsplätze in Braunschweig zu erhalten. Daher hofft Dr. Pantazis auf neue Gespräche und fordert: „Ein ‚Haus der Lunge’ wird hier dringend gebraucht. Auch im Sinne der Patienten muss daher eine vernünftige Lösung her“.

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