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Protest nach Berichten über Vergewaltigung einer 13-Jährigen

25. Januar 2016 von
In der Region sind nach einem Aufruf im sozialen Netzwerk Facebook am Sonntag Menschen auf die Straße gegangen, um gegen eine angebliche Vergewaltigung einer 13-Jährigen in Berlin zu demonstrieren. Foto: Sergei Graf

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Braunschweig. In der Region sind nach einem Aufruf im sozialen Netzwerk Facebook am Sonntag Menschen auf die Straße gegangen, um gegen eine angebliche Vergewaltigung einer 13-Jährigen in Berlin zu demonstrieren. In Braunschweig versammelten sich rund 120 Menschen vor den Schloss-Arkaden, teilte die Polizei mit. Auch in Gifhorn und Wolfsburg habe es Proteste von Russlanddeutschen gegeben. In Braunschweig sei die Kundgebung angemeldet gewesen und sei friedlich verlaufen, teilte Polizeisprecher Joachim Grande mit.


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Worum geht es in dem Fall? Im Internet wird massenhaft ein Bericht geteilt, in dem es um die Entführung und Vergewaltigung einer 13-Jährigen durch Migranten geht. Im russischen Staatsfernsehen wurde ein Bericht ausgestrahlt, in diesem wurde den Deutschen Ermittlern vorgeworfen, den Fall vertuschen zu wollen. In dem Bericht wird zudem eine Veranstaltung von Russlanddeutschen in Berlin gezeigt, die gegen die Darstellung der Polizei demonstrieren. Der Spiegel schreibt, dass es sich hierbei allerdings um eine Demonstration der NPD im Bezirk Marzahn-Hellersdorf  handelt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Berliner Polizei war das Mädchen am 11.Januar verschwunden und kurze Zeit später wieder aufgetaucht. Nach einer Vernehmung durch die Polizei stellte diese in einer Pressemitteilung fest: „Das Mädchen, das Anfang letzter Woche in Marzahn-Hellersdorf kurzfristig als vermisst gemeldet worden war, ist entgegen vieler Berichterstattungen und Gerüchte in sozialen Netzwerken kein Opfer von Entführern gewesen. Die Ermittlungen des Fachkommissariats des Landeskriminalamtes ergaben zudem, dass die 13-Jährige, die am Dienstag wieder aufgetaucht war, auch nicht vergewaltigt wurde. Um die Persönlichkeitsrechte des Kindes und seiner Familie zu wahren, werden keine näheren Angaben zu dem Thema von der Polizei Berlin nach außen getragen.“ Das LKA habe zudem ein ärztliches Gutachten zu möglichen Vergewaltigungsspuren erstellt, ohne Ergebnis, so die Berliner Zeitung. Die Eltern glauben nach diesem Bericht aber weiterhin den Schilderungen ihrer Tochter. Diese habe nur auf Druck der Beamten ihre ursprüngliche Darstellung geändert.

Anklage wegen Volksverhetzung

Der Konstanzer Rechtsanwalt Martin Luithle zeigte am Dienstag den verantwortlichen russischen Journalisten bei der Berliner Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung an. Der Journalist stachele die sechs Millionen Russlanddeutschen zum Hass gegen Flüchtlinge auf, sagte Luihtle der Nachrichtenagentur AFP. Durch zahlreiche Ungereimtheiten und Zufälle gehe er von einer vorbereiteten Geschichte aus.

aktualisiert 0:44 Uhr

Langsam scheint etwas Licht in den Ablauf der Geschichte zu kommen. Die Ermittler gehen laut einem Bericht der Berliner Zeitung davon aus, dass das Mädchen freiwillig mit fremden Männern mitgegangen sei und dies wohl nicht zum ersten Mal. „Sie ist offenbar in falsche Kreise geraten“, wird Justizsprecher Martin Steltner in der Zeitung zitiert. „Wir gehen von einvernehmlichem sexuellem Kontakt aus. Aufgrund des geringen Alters des Mädchens ermitteln wir wegen sexuellen Missbrauchs“, so Stelter weiter. Konkret werde gegen einen Mann ermittelt.

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