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Ratsfraktionen sehen „Neue Burgpassage“ überwiegend positiv

8. September 2017 von
Burggasse: Eingang aus Sicht Schuhstraße. Foto: Welp von Klitzing
Braunschweig. Das neue Konzept zur Burgpassage, das im Prinzip den Abriss bedeutet und für Händler und Kunden große Veränderungen mitbringt, war eines der großen Themen der Woche. regionalHeute.de fragte die Fraktionen im Rat der Stadt, was sie von der Umgestaltung der traditionsreichen Einkaufspassage halten.

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Für die SPD nimmt Nicole Palm, planungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion und Vorsitzende des Planungs- und Umweltausschusses der Stadt Braunschweig Stellung:

„Städtebaulich besteht dringender Handlungsbedarf, denn viele der Geschäftsräume der Burgpassage stehen leer. Deshalb begrüßen wir es, dass die Verwaltung gemeinsam mit dem Betreiber einen Architektenwettbewerb ausgelobt hat, um eine Aufwertung dieses Bereiches zu erreichen.

Nicole Palm. Foto: SPD

Zukunftsweisende Entwicklung

Der nun vorgestellte Siegerentwurf stellt eine zukunftsweisende Entwicklung für die heutige Burgpassage dar. Wichtigstes Kernelement ist der Wegfall der Überdachung, sodass die ehemals abgeschlossene Passage wieder in den Stadtraum integriert wird und somit neu als innenstädtischer Bereich erlebbar sein wird.

Sensibel erscheint aus unserer Sicht der Umgang mit der denkmalgeschützten Fassade im neuen Entree-Bereich am Kattreppeln. Hier muss sichergestellt sein, dass sowohl Verwaltung als auch der Bauherr die besondere städtebauliche Herausforderung berücksichtigen, den Eingangsbereich zurückhaltend in den Gebäudebestand zu integrieren. Hierauf wird ein besonderes Augenmerk zu legen sein.“

Claas Merfort, Mitglied im Planungs- und Umweltausschuss und für die CDU-Fraktion im Preisgericht, hierzu:

Claas Merfort. Foto: CDU Braunschweig

„Den Gewinnerentwurf des Braunschweiger Architekturbüros Welp von Klitzing begrüßen wir sehr, denn es hat sich der Vorschlag durchgesetzt, der sich nicht nur am besten ins Gesamtbild der umliegenden Gebäude einpasst, sondern gleichzeitig eine zusätzliche hochwertige Lage für Braunschweig schafft. Ich durfte meine Fraktion im Preisgericht vertreten und mit dem Siegerentwurf hat sich mein Favorit durchgesetzt.

Passage nicht mehr zeitgemäß

Im Preisgericht bestand bereits im Vorfeld Einigkeit darüber, dass eine Neuauflage der Passage nicht mehr zeitgemäß ist und deshalb ein offener Raum geschaffen werden soll. Dabei ist es dem Siegerentwurf gelungen, erfolgreich den Spagat zwischen Denkmalschutz am Hutfiltern und Sichtbarkeit der neu entstehenden Gasse zu erreichen.

Einen Bestandteil des jetzigen Siegerentwurfs lehnen wir jedoch ab: mit uns wird es keine Tiefgaragenplätze in der Innenstadt geben!

Wir sind nun sehr gespannt auf die Detailplanungen und den konkreten Bauantrag. Aber wir sind uns bereits heute sicher, dass die gesamte Braunschweiger Innenstadt durch das neue Konzept gewinnen wird.“

Stefan Wirtz, Vorsitzender AfD-Fraktion im Rat der Stadt Braunschweig:

Stefan Wirtz. Foto: Robert Braumann

„Die AfD-Fraktion sieht bei 50 Prozent Leerstand in der aktuellen Burgpassage die Notwendigkeit von tiefgreifenden Änderungen. Mit dem geplanten Großprojekt stehen diesem Teil der Innenstadt zwei Jahre lang umfassende Bautätigkeiten bevor. Das neue Konzept wird nach diesem Aufwand hoffentlich langlebiger als das bisherige sein; ob die geplanten Wohnungen bei den zu erwartenden Baukosten wirklich für Familien und Studenten erschwinglich sein werden, bleibt abzuwarten. Die AfD wird ihre Einschätzung daher von den weiteren Planungen abhängig machen.“

BIBS-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Büchs erklärt dazu:

Wolfgang Büchs, Foto: BiBS

„Nach den uns zugänglichen Informationen kann das Projekt durchaus zur Aufwertung dieses Innenstadtbereichs beitragen, auch wenn es eine erhebliche Nutzungsintensivierung mit sich bringt. Unklar ist aber bisher, wie die rückwärtige Erschließung der Gebäude erfolgen soll, insbesondere im Hinblick auf Zufahrtsrechte – hier ist infolge der Wohnungen und der insgesamt höheren Nutzungsintensität mit deutlichem Mehrverkehr zu rechnen, der jedoch nicht die Fußgängerzone belasten sollte. Auch die Eingriffe in das denkmalgeschützte Gebäude am Hutfiltern zur Schaffung einer optisch attraktiveren Eingangssituation sind für uns fraglich.“

Udo Sommerfeld von der Fraktion Die Linke wollte sich noch nicht zur Sache äußern:

Udo Sommerfeld. Foto André Ehlers

„Die Vorstellung der Umwandlung der Burgpassage in eine Burggasse erfolgte nur gegenüber den Pressevertretern. Die Ratsfraktionen werden erst am kommenden Dienstag informiert. Daher hat sich unsere Fraktion noch keine abschließende Meinung zu diesem Thema bilden können.“

Ratsherr Christian Bley von Die Fraktion P² (Piraten, Die Partei), Mitglied im Planungs- und Umweltausschuss:

Christian Bley. Foto: Piraten

„Grundsätzlich stehe ich den Plänen der „Burggasse“ sehr aufgeschlossen gegenüber. Allerdings müssen denkmalgeschützte Gebäude und Gebäudeteile dort erhalten bleiben oder auf geeignete Art und Weise integriert werden. Hier besteht noch Überarbeitungsbedarf. Auch ist noch zu klären, inwiefern die Aufenthaltsqualität durch die geplanten Gebäudehöhen in der schmalen Gasse in Mitleidenschaft gezogen wird.

Fassadenbegrünung bietet sich an

Eine großflächige Fassadenbegrünung würde sich in dieser neuen Straße anbieten. Schließlich ist es auch von der Aufenthaltsqualität abhängig, ob die „Burggasse“ sowie die Geschäfte dort angenommen und die Einzelhandelsmieter sich langfristig halten können.“

Zum neuen Konzept für die Burgpassage nehmen für Bündnis 90/Die Grünen Dr. Rainer Mühlnickel und Dr. Frank Schröter Stellung. Dr. Rainer Mühlnickel (Fraktionsvorsitzender und planungspolitischer Sprecher):

Rainer Mühlnickel . Foto: Bündnis 90/Die Grünen

„Wir finden es grundsätzlich sinnvoll und richtig, den zentralen Bereich zwischen Hutfiltern und Schuhstraße neu zu planen und zu entwickeln. Die „Burgpassage“ ist offensichtlich nicht mehr zeitgemäß und hat bekanntlich in den letzten Jahren einen deutlichen Abschwung erlebt. Seit der Errichtung der „Schloss-Arkaden“ am Bohlweg kämpfen auch andere innerstädtische Lagen mit massiven Leerständen, zum Beispiel der „City Point“ und der „Welfenhof“. Es ist gut, dass an dem Standort „Burgpassage“ jetzt mit Hilfe der Development Partner AG endlich gegengesteuert wird. Angesichts der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt begrüßen wir es, dass in der neuen „Burggasse“ ein Nutzungsmix aus Wohnungen und Geschäften entstehen soll.

Dr. Frank Schröter (Bürgermitglied im Planungs- und Umweltausschuss sowie Jurymitglied im Wettbewerbsverfahren):

Frank Schröter. Foto: Bündnis 90/Die Grünen

„Der Siegerentwurf des Braunschweiger Architekturbüros Welp von Klitzing ist meines Erachtens recht gelungen, war aber zunächst nicht mein Favorit. Ich habe nach wie vor große Sympathien für den drittplatzierten Entwurf des Aachener Büros Kadawittfeld Architektur, den ich städtebaulich spannender finde als den Siegerentwurf. Braunschweig hätte es sicherlich gutgetan, ein wenig experimentierfreudiger an die Sache heranzugehen. Trotzdem gehe ich davon aus, dass die neue Einkaufsstraße anstelle des alten Shopping-Centers ein Gewinn für die Innenstadt sein wird. Mit der denkmalgeschützten Bausubstanz sollte bei dem Projekt „Burggasse“ natürlich so sensibel wie möglich umgegangen werden.“

Folgende Stellungnahme erreichte uns von Carsten Lehmann, FDP– Fraktionsvorsitzender:

Carsten Lehmann Foto: FDP/Peter Sierigk

„Die Öffnung der Burgpassage ist ein guter Entwurf, der dieser wichtigen Querverbindung in der Fußgängerzone neues Leben einhauchen wird. Vor allem das Entfernen des Daches dürfte eine neue Leichtigkeit bringen.

Wir finden es sehr gut, dass das Konzept die Verbindung von Wohnen und Gewerbe vorsieht, da die Mix der Innenstadt gut tut. Allerdings wäre es wünschenswert, wenn für die Wohnungen ausreichend Parkplätze vorgehalten würden. Dieser Aspekt sollte nicht in den Hintergrund geraten.

Zur Attraktivität wird sicher auch die gelungene Öffnung der beiden zentralen Zugänge beitragen, die förmlich zum Hineingehen einladen.

Wir freuen uns sehr, dass ein Investor eine derart große Summe in unserer Innenstadt investiert und so zur Steigerung ihrer Anziehungskraft und sie städtebaulich aufwertet.“

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