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Reformationsjubiläum: Projekt Tetzel-Kiste nimmt Gestalt an

16. August 2017
Vor der Tetzelkiste (v. li.): Gastronom Willi Mein, Christian Cordes (Stadtfinder), Dr. Ulf Hilger (Kulturinstitut), Jan Engelken (Stadtfinder), Künstler Olf Lupin. Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen.
Braunschweig. Die Tetzel-Kiste, ein Projekt im Rahmen des Jubiläumsjahres der Reformation, befindet sich kurz vor ihrer Fertigstellung. Der Graffiti-Künstler Olf Lupin nahm nach drei Wochen Arbeit die letzte Sprühdose in die Hand, um die Verwandlung eines Überseecontainers in die große begehbare Tetzel-Kiste abzuschließen.

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„Das Projekt Tetzel-Kiste ist eine Ergänzung des umfangreichen Veranstaltungsprogramms im Reformationsjahr. Als ‚Blow Up‘ der symbolischen Ablasskiste erfolgt hier zudem eine sinnliche, künstlerische und moderne Annäherung an das historische Thema, was hoffentlich für ein zusätzliches Interesse am Reformationsjahr sorgt“, sagt Dr. Anja Hesse, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig.

Ablasstruhe als Vorbild

Vorbild für das Projekt ist der Tetzelkasten, eine Ablasstruhe des Predigers Johann Tetzel (um 1460 bis 1519), in der er die Ablassgelder verwahrte. Eine solche Ablasstruhe, aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammend, befindet sich heute im Bestand des Städtischen Museums Braunschweig. Die Ablasstruhe, markantes Symbol im Kontext der Reformation, ist ein bedeutendes Exponat des Museums, das im vergangenen Jahr zu einer Luther-Ausstellung über den Atlantik bis nach New York City verliehen wurde. Tetzels Ablasspredigten waren maßgeblicher Anlass für Luthers 95 Thesen, in denen er den Handel mit Ablassbriefen kritisierte.

Der historische Tetzelkasten aus dem 16. Jahrhundert, aufbewahrt im Städtischen Museum Braunschweig. Foto: Städtisches Museum Braunschweig

Begehbarer Kommunikationsort

Die aktuelle Tetzel-Kiste greift als Reminiszenz dieses historische Objekt auf und überführt es in die Gegenwart. Dazu wird der Innenraum der begehbaren Kiste im modernen Design als offener Informations- und Kommunikationsort dienen. Es entsteht eine Bar, die von wechselnden Braunschweiger Gastronomen bewirtschaftet wird, und eine kleine Bühne. Ziel des Projektes ist es, einen Prozess des Nachdenkens über die Reformation bis in die Gegenwart zu initiieren und einen Ort der Begegnung zu schaffen, der die Besucher dazu animiert, sich über das Thema Reformation auszutauschen. Dabei wird auch die Frage „Gibt es heutzutage noch eine Art Ablasshandel, oder was berührt heute unser Gewissen?“ im Rahmen einer Befragung untersucht.

Auftakt am 26./27. August

Erstmals wird die Tetzel-Kiste während des Riddagshäuser Dorfmarkts am 26. und 27. August zu erleben sein. Bis zum Reformationsfest am 31. Oktober auf dem Burgplatz wird ein vielfältiges Programm in und um die neuartige Veranstaltungsstätte an sechs zentralen Orten in Braunschweig stattfinden. Die unterschiedlichen Standorte der Tetzel-Kiste dienen dazu, dass Thema einem breiten Publikum zu kommunizieren. Bespielt wird die Tetzel-Kiste durch das Kultur-Netzwerk „Die Stadtfinder“ und die beteiligten Kirchgemeinden. Details dazu werden rechtzeitig veröffentlicht.

Weitere Informationen unter: www.braunschweig.de/reformation

Die Rückansicht der Tetzelkiste. Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen

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