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SEK und MEK – Was steckt hinter den Sondereinheiten?

10. November 2017 von
Bei einem Einsatz in Braunschweig rückte das SEK aus Hannover an. regionalHeute.de erklärt einmal, was genau hinter dem Begriff steckt. Symbolfoto/Video: Aktuell24 (BM)
Braunschweig. Am Montag musste ein 42-Jähriger mit Polizeigewalt aus seiner Wohnung geholt werden, nachdem er sich im Haus verschanzte und mit einer Waffe gedroht hatte. Angerückt ist zu diesem Einsatz auch das SEK aus Hannover. Und das nicht ohne Grund, wie Hans Retter vom Landeskriminalamt Niedersachsen auf Nachfrage von regionalHeute.de erklärt.

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An dem Einsatz in einem Mehrfamilienhaus in der Donaustraße waren sowohl SEK und MEK (Mobiles Einsatzkommando) beteiligt. Das SEK wurde eigens für den Einsatz aus Hannover angefordert, wie Stefan Weinmeister, Pressesprecher der Polizei Braunschweig, erklärt. „Das Spezialeinsatzkommando Niedersachsen (SEK) ist beim Landeskriminalamt Niedersachsen angegliedert und hat seinen Sitz in Hannover. Im Falle einer Alarmierung wird es von Hannover in den jeweiligen Einsatzraum in Niedersachsen entsandt“, so Weinmeister.

Wer oder was ist das SEK?

regionalHeute.de wollte einmal genau wissen, wie das mit dem Spezialeinsatzkommando ist und wandte sich direkt an das LKA in Hannover. Vorangeschickt sollte erwähnt werden, dass die Abkürzung SEK heute für Spezialeinsatzkommando und nicht für Sondereinsatzkommando steht. Bis vor einigen Jahren hieß es aber tatsächlich noch Sondereinsatzkommando. Aufgrund der negativen Behaftung eines Sondereinsatzkommandos aus der SS-Zeit wurde die Bezeichnung geändert. 

In Braunschweig rückte das SEK an.

Hans Retter, Sprecher des LKA, stand Rede und Antwort und bestätigt: Ja, es ist richtig. Es gibt nur ein SEK für ganz Niedersachsen. Auf die Frage, ob dies nicht mit sehr langen Anfahrten einhergeht, erklärt Retter, dass das nur im Einzelfall richtig sei. Er weist aber daraufhin, dass seit Gründung des SEK NI am Standort Hannover keine Erkenntnisse vorliegen würden, dass sich dieser Umstand negativ auf die Einsatzlagen oder Anforderungen ausgewirkt habe. Eine veränderte Sicherheitslage, damit einhergehende Einsatzlagen und die selbstverständliche Weiterentwicklung der Spezialeinheiten habe aber zu der Entscheidung der Einrichtung eines Teilstandortes beigetragen. In Oldenburg soll im kommenden Jahr ein SEK-Standort aufgebaut werden. Neben Hannover wird also auch Oldenburg zukünftig Standort eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der niedersächsischen Polizei sein. Dafür werden dem Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA), in dessen Verantwortungsbereich das SEK liegt, bis zu 20 Beamte zugewiesen. Der niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, erklärte dazu: „Im zweitgrößten deutschen Flächenland Niedersachsen müssen wir die polizeiliche Strategie punktuell immer wieder an die dynamische Sicherheitslage anpassen. Dazu gehört auch die ständige Verbesserung der Reaktionsmöglichkeiten und -zeiten bei besonderen Einsatzlagen. Der zweite SEK-Standort in Oldenburg ist so eine sinnvolle Ergänzung.“

In welchen Lagen wird das SEK hinzugezogen?

Das SEK der Polizei Niedersachsen kommt regelmäßig zum Einsatz, wenn dies zur wirksamen Bekämpfung besonderer Erscheinungsformen der Kriminalität, insbesondere der politisch motivierten Gewaltkriminalität und des Terrorismus, der Organisierten Kriminalität und sonstiger Schwerkriminalität erforderlich ist. Gleiches gilt für die Bewältigung besonderer Gefahrenlagen, wie beispielsweise Bedrohungslagen, erläutert Retter. 

Verfügen die Beamten des SEK über eine besondere Ausbildung, Ausrüstung und Befugnis?

Das Durchlaufen eines speziellen Auswahlverfahrens und das erfolgreiche Absolvieren eines mehrmonatigen Grundlehrganges sind erforderliche Voraussetzungen, neben der körperlichen und mentalen Eignung. Weitere Einzelheiten zum SEK werden vom LKA nicht bekannt gegeben, insbesondere nicht zu Personalstärken, schließt Retter. 

Wo ist der Unterschied zwischen SEK und MEK?

Stefan Weinmeister, Sprecher der Polizei.

Stefan Weinmeister, Pressesprecher der Polizei Braunschweig, erklärt den Unterschied zwischen dem Spezialeinsatzkommando und mobilen Einsatzkommando. Beides sind Spezialkräfte der Polizei. Allerdings sind sie verschiedenen Stellen der Polizei zugeordnet. „Das Spezialeinsatzkommando Niedersachsen (SEK) ist beim Landeskriminalamt Niedersachsen angegliedert und hat seinen Sitz in Hannover. Im Falle einer Alarmierung wird es von Hannover in den jeweiligen Einsatzraum in Niedersachsen entsandt. Anders verhält es sich bei dem Mobilen Einsatzkommando (MEK). Diese sind auch bei den jeweiligen Zentralen Kriminalinspektionen angegliedert. Demnach gibt es in den Polizeidirektionen Hannover, Lüneburg, Braunschweig, Göttingen, Oldenburg und Osnabrück jeweils ein MEK. Auch das LKA verfügt zusätzlich über ein MEK“, so Weinmeister.
 

„Ganz pauschal gesagt ist das SEK speziell ausgebildet für stationäre beziehungsweise ortsfeste Lagen mit dem entsprechenden Gefährdungspotenzial. Das MEK wiederum ist für mobile Lagen zuständig, also alles was sich in Bewegung setzt oder im Rahmen eines Einsatzes in die Bewegung gehen könnte – bei operativen Maßnahmen, zum Beispiel Observationen“, erklärt Weinmeister.

Der SEK-Zugriff in Braunschweig im Video:

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Zugriff in Braunschweig: Warum rückt das SEK aus Hannover an?

 

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