Anzeige

Sophienstraße: Schulsanierung macht Lehrer und Schüler krank

11. November 2016 von
An der Sophienstraße wurden Schüler und Lehrer krank, die Ursachen bleiben unklar. Symbolfoto: Pixabay
Anzeige

Braunschweig. Aufregung an der Hauptschule Sophienstraße - das Gebäude wird saniert und nun klagen Lehrer und Schüler über gesundheitliche Probleme. Hautreizungen, Augenbrennen, Kopfschmerzen oder Schleimhautreizungen treten auf. Die Hintergründe sind unklar.

Anzeige

regionalHeute.de wurde zudem auch ein Schreiben zugespielt, indem sich Eltern darüber beklagen, dass auch Schüler betroffen seien und man sich rat- und hilflos fühle.

Stadtsprecher Rainer Keunecke sagte auf Anfrage der Redaktion: „Der Stadtverwaltung sind die gesundheitlichen Beschwerden von Schülern und Lehrkräften bekannt. Sie hat umgehend reagiert, Sofortmaßnahmen ergriffen, Räume gesperrt, nach Ursachen geforscht, Atemluftmessungen vorgenommen, Handlungspläne erstellt und die Schule umfassend über Ergebnisse und Maßnahmen informiert. Die genaue Zahl der Betroffenen ist der Stadtverwaltung nicht bekannt. Die Untersuchungen dauern an, weil die Ursache der Beschwerden nicht zweifelsfrei geklärt ist.“

Vielerlei Beschwerden

Die Beschwerden äußerten sich in Hautreizungen, Augenbrennen, Kopfschmerzen oder Schleimhautreizungen. Der erste Fall sei bei einer Lehrkraft kurz vor den Herbstferien aufgetreten. „Da sie in einem kurz zuvor sanierten Raum unterrichtet hatte und die Reaktionen nur in diesem Raum auftraten, lag der Verdacht eines Zusammenhangs nahe. Der Raum wurde sofort für den Unterricht gesperrt und die Raumluft auf Schadstoffe (flüchtige organische Verbindungen) untersucht. Ergebnis: Je nach Parameter statistisch leicht erhöhte Werte, aber ohne toxikologische Relevanz oder Grenzwertüberschreitung, mithin gesundheitlich unbedenklich“, so Keunecke. Doch das Problem bestand weiter.

Weitere Fälle

„In der Folge traten bei weiteren Lehrkräften und auch Schülerinnen und Schülern Symptome auf. Es wurden weitere Raumluftmessungen auch in anderen Räumen vorgenommen, erweitert um die Untersuchung auf polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Ergebnis: In zwei Räumen wurde der Vorsorgewert von Glykolverbindungen und längerkettigen Aldehyden überschritten, der Gefahrenwert aber deutlich unterschritten. Vorsorglich wurden diese Räume für eine Nutzung gesperrt. Mit der Schule wurden feste Lüftungs- und Heizintervalle vereinbart. Es ist zu erwarten, dass so die erhöhten Werte in den nächsten Wochen abklingen“, ergänzte er.

Staub als Ursache? 

Allerdings sei nicht zweifelsfrei erwiesen, dass die genannten Substanzen die Beschwerden verursacht hätten. Die in den Räumen verwendeten Materialien wären bei der Sanierung auch in anderen Klassenräumen sowie im Lehrerzimmer verwendet worden, in denen keine Beschwerden auftraten. Es gebe Hinweise, dass gegebenenfalls durch Baustaub allergische Reaktionen hervorgerufen werden könnten. „Eine Staubentwicklung wird zwar soweit wie möglich vermieden, da es sich aber um eine Sanierung im laufenden Betrieb handelt, lässt sich eine Staubbelastung grundsätzlich nicht völlig ausschließen. Aufgrund des Hinweises wurden zusätzliche Baureinigungen veranlasst“, so der Stadtsprecher. 

Weitere Maßnahmen seien: 

• Fortgesetzte Sperrung der Räume mit überschrittenen Vorsorgewerten
• In den Pausen werden alle Klassenräume großzügig gelüftet – ebenso vor dem Unterricht.
• Verwendung von alternativen, ebenfalls hochwertigen Produkten für Farben und Fußbodenversiegelung im weiteren Verlauf der Sanierungsarbeiten. Dieses wird mit der Schadstoffgutachterin abgestimmt. Schon die jetzt verwendeten Stoffe besitzen indes als Gütezeichen einen blauen Engel
• zusätzliche Raumluftmessungen zur Kontrolle und Darstellung der Entwicklung. Messungen auch in anderen Bereichen der Schule, die nicht saniert wurden, zum Vergleich
• zusätzliche Reinigungen
• zeitliche Entkoppelung von einzelnen Sanierungsschritten (zum Beispiel von Wandanstrichen und Bodenversiegelung), um Raumluftbelastungen zusätzlich zu minimieren.

Medienpartner
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: braunschweig@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-21
Anzeigen
Telefonnummern
Apotheken-Notdienst: 22 8 33
Ärztlicher Notdienst: 116 117
Elterntelefon: 0800 111 0 550
Feuerwehr-Notruf: 112
Frauenhaus Braunschweig: 0531 / 2 80 12 34
Gift-Notruf: 0551 / 19 24 0
Kartensperrungs-Notruf (für alle): 116 116
Kinder- und Jugendtelefon: 0800 / 111 0 333
Klinikum Braunschweig: 0531 / 595-0
Polizei-Notruf: 110
Rettungsdienst-Notruf: 112
Telefonseelsorge (evangelisch): 0800 / 111 0 111
Telefonseelsorge (katholisch): 0800 / 111 0 222
Weisser Ring Opfertelefon: 116 006