Syrisch-orthodoxe Gemeinde bekommt eigene Kirche


Pachtvertrag steht kurz vor der Unterschrift: Syrisch-orthodoxe Gemeinde freut sich auf die Nutzung der Kirche Heilige Dreifaltigkeit in Braunschweig. Elisabeth (2. von links) und Dennis Holewa (4. von links) von der syrisch-orthodoxen Gemeinde freuen sich schon sehr auf ihr eigenes Gotteshaus. Auf dem Foto sind sie im Kreise ihrer Familie und einem Teil der Gemeinde bei der Taufe ihres Sohnes Lucas in der Brüdernkirche/Braunschweig zu sehen. Foto: Michael Engler
Pachtvertrag steht kurz vor der Unterschrift: Syrisch-orthodoxe Gemeinde freut sich auf die Nutzung der Kirche Heilige Dreifaltigkeit in Braunschweig. Elisabeth (2. von links) und Dennis Holewa (4. von links) von der syrisch-orthodoxen Gemeinde freuen sich schon sehr auf ihr eigenes Gotteshaus. Auf dem Foto sind sie im Kreise ihrer Familie und einem Teil der Gemeinde bei der Taufe ihres Sohnes Lucas in der Brüdernkirche/Braunschweig zu sehen. Foto: Michael Engler | Foto: Michael Engler



Braunschweig/Wolfenbüttel. Elisabeth und Dennis Holewa, so Sabine Moser von der Pressestelle der Katholische Kirche Braunschweig, leben mit ihren beiden Söhnen Marcus und Lucas in Wolfenbüttel. Die junge Familie gehört, wie rund 200 weitere Menschen in der Region Braunschweig und Wolfenbüttel, syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien. Zu dieser altorientalischen Kirche deutschlandweit etwa 100.000 Gläubige. Durch Ankunft christlicher Flüchtlinge mit steigender Tendenz.

Seit einiger Zeit ist ihre Gemeinde in der katholischen Kirche Heilige Dreifaltigkeit in Braunschweig-Stöckheim zu Gast. Das soll nun auf eine rechtliche Basis gestellt werden. "Ein Pachtvertrag zwischen dem Bistum Hildesheim und der Schwesternkirche steht kurz vor der Unterschrift.", schreibt Moser Dieser Erbbaurechtsvertrag soll der syrisch-orthodoxen Gemeinde die Nutzung von Kirche, Pfarrheim und Pfarrhaus für zunächst 30 Jahre sichern. Am Sonntag, 28. August, wollen syrisch-orthodoxe und katholische Gemeinde schon einmal zusammen Gottesdienst feiern und sich beim anschließenden Fest begegnen. Das Bistum Hildesheim hat in den vergangenen Jahren versucht, die Anzahl an Kirchen zu reduzieren. So steht die Kirche Heilige Dreifaltigkeit zur Verfügung. Für die syrisch-orthodoxe Gemeinde erweist sich die örtliche Lage in Stöckheim zwischen Braunschweig und Wolfenbüttel als ideal. Bereits vor sechs Jahren begannen Kontakt und Kooperation zwischen den beiden Gemeinden.

Ein Traum geht in Erfüllung



„Das ist ein Traum seit 30 Jahren“, beschreibt Elisabeth Holewa die Aussicht auf ein eigenes Gotteshaus. „Unsere Gemeinde ist schon lange hier, wächst stetig und was uns immer fehlte war der Anker“, sagt sie und spart dabei nicht mit Lob an die zahlreichen gastfreundlichen Gemeinden in Braunschweig und Wolfenbüttel. Hier konnten sie mit Absprachen ihre Gottesdienste feiern. An Feiertagen war freilich viel Organisationstalent gefragt. „Mein Papa und meine Mama waren 1979 zusammen mit meinem Onkel die ersten aus unserer großen Familie, die aus der Türkei hergekommen sind. Da waren meine Eltern gerade frisch verheiratet und erwarteten ihr erstes Kind“, erzählt Elisabeth Holewa, geborene Doğan. Die 34-Jährige und ihre sechs Geschwister wurden alle in Wolfenbüttel geboren. Inzwischen lebt schon die dritte Generation der Familie Doğan hier.

Die syrisch-orthodoxen Christen fühlen sich nicht als Türken, Libanesen oder Syrer – sie sehen sich selbst als Aramäer, so Moser. Liturgiesprache sei bis heute das Aramäische, die Sprache Jesu Christi. Die Volksgruppe stamme aus dem in der Bibel erwähnten Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris und liegt auf den heutigen Staatsgebieten von Ländern wie Türkei, Libanon, Jordanien oder Syrien. „Wir freuen uns, wenn wir einen Aramäer sehen, egal woher er kommt“, betont Jakob Doğan, Vater von Elisabeth Holewa. Vier bis fünf Flüchtlingsfamilien kommen bereits regelmäßig zum Gottesdienst nach Stöckheim. Gemeindemitglieder unterstützen die Neuankömmlinge bei Behördengängen, der Wohnungssuche, helfen beim Übersetzen und wollen Ansprechpartner für Fragen aller Art sein, erklärt der 59-Jährige. Das sei auch schon in vergangenen Jahrzehnten bei vereinzelt kommenden Familien so gewesen.


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