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Positive Erfahrungen mit Senioren beim Projekt TimeSlips

13. Mai 2017
Ingrid Phaesant (links) und Christine Scharf im Herzog-Anton-Ulrich-Museum. Foto: Privat
Braunschweig. „Insgesamt achten die Teilnehmer nun vielmehr aufeinander.“ Das beobachten Christine Scharf und Ingrid Phaesant aus dem Senioren- und Pflegezentrum Bethanien, seitdem sie mit drei dementen Bewohnern regelmäßig an dem Projekt „TimeSlips“ im Herzog Anton Ulrich Museum (HAUM) teilnehmen.

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TimeSlips ist ein Konzept zur kulturellen Bildungsteilhabe von Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz. Unterstützt durch offene Fragen eines Moderators, entwickelt eine Gruppe von 5 bis 8 Personen eine Geschichte zu einem Bild, das alle Beteiligten vor Augen haben. Alle Äußerungen der Teilnehmenden werden aufgeschrieben, regelmäßig von der moderierenden Person wiederholt und abschließend zu einer Geschichte verbunden.

Seit dem Projekt viel offener

„Es werden Bilder gemeinsam neu entdeckt“, findet Christine Scharf. Jedes Mal sei es für die Bewohner und für sie selber aufs Neue aufregend und spannend. Was für ein Bild wird gezeigt? Wie reagieren die Senioren? „Manchmal entbrennen Diskussionen, die man vorher nicht erwartet hätte“, lacht Christine Scharf, „und auch Erfahrungen aus dem Leben der Menschen werden wieder wach.“ So erzählt sie von Günter K. (82), einem Bewohner Bethaniens, der psychisch in nicht so guter Verfassung war. Auf persönliche Ansprache reagierte er nur sehr zögerlich oder gar nicht. Aber seit den Besuchen beim Projekt „TimeSlips“ im HAUM, sei er viel offener geworden und mischt sich in Diskussionen mit anderen ein. Außerdem habe er gute Erinnerungen an frühere Besuche im Museum wieder erlangt. Oder Waltraut K. (82), ein grundsätzlich offener Typ Mensch, die aber am Anfang sehr verwirrt war, wenn es zum HAUM ging. „´Hier war ich ja noch nie`, hat sie jedes Mal gesagt. Jeder Besuch war für sie neu“, erzählt Christine Scharf. Und jedes Mal freute sich Frau K. aufs Neue mit Spannung auf den Ausflug, als hätte sie ihn noch nie zuvor unternommen. „Aber in den letzten vier Wochen hat sich etwas verändert und sie sagte ´Ich glaube, hier war ich schon einmal…`“ Christine Scharf strahlt, wenn sie von den Veränderungen erzählt. Für die Menschen sei es etwas Besonderes aus dem Alltag herauszukommen, in den Dialog mit den Sitznachbarn im Museum zu treten und die anderen Menschen wieder mehr wahrzunehmen. Es werde den Demenzkranken der Druck genommen, sich erinnern zu müssen. Stattdessen wird die Fantasie beflügelt.

Fortsetzung geplant

Da das Projekt so gut angenommen wird und so bemerkenswerte Veränderungen bewirkt, ist geplant es fortzusetzen. Ab Oktober kann wieder eine Kleingruppe aus Bethanien im HAUM daran teilnehmen. Für die daheim gebliebenen Bewohner Bethaniens wird das Konzept künftig als Gruppenangebot von extra geschulten Mitarbeitenden des Sozialen Dienstes im Seniorenzentrum durchgeführt.

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