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TSV Watenbüttel fürchtet um Existenz

7. Dezember 2015 von
Die Sporthalle in Watenbüttel soll temporär zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden. Foto: Oliver Meinecke

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Braunschweig. Die Turnhalle des TSV Watenbüttel soll temporär für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden. Rund 130 Menschen könnten hier eine Unterkunft finden, sollten die geplanten Standorte in der Stadt nicht rechtzeitig fertig werden. Der Verein bangt nach eigener Aussage um seine Existenz.


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Oliver Meinecke, TSV Watenbüttel, Abteilungsleiter und Mitglied des Vorstands, erklärte die Situation im Interview mit regionalBraunschweig.de „Der TSV Watenbüttel hat 450 Sportler im Verein, durch die angedachte Unterbringung von Flüchtlingen in der Halle, können wir fast allen kein Angebot mehr bieten. Auch die Fußball-Sparte ist betroffen, da die einzigen Umkleideräume und Duschen sich in der Halle befinden.“ Dazu bemerkt er: „Speziell bei den Senioren kommt der Faktor „letzter Sozialkontakt durch Sportgruppe“ gravierend hinzu, wie mir in persönlichen Gesprächen mitgeteilt wurde.“ Man fühle sich von der Stadt alleingelassen, es habe zwar Gespräch gegeben, allerdings wären dabei keine Alternativen angeboten worden. Besonders dramatisch sei die Situation für die Tischtennissparte. „Die erste Damenmannschaft spielt in der vierthöchsten deutschen Spielklasse (Oberliga, direkt unter den Bundesligen). Die Spieltermine werden ein Jahr im Voraus festgesetzt; hierbei gibt es Vorgaben zu Hallengröße, Helligkeit (vor jedem Spiel mit dem Luxmeter gemessen), Tischen mit Netzen (alle müssen identisch sein), Boxengröße und und und … Das Fehlen einer Halle ist kein Grund zur Verlegung.“

Der Verein sieht seine Sportarten bedroht. Foto: privat

Der Verein sieht seine Sportarten bedroht. Foto: privat

Hielte man die Regeln nicht ein, würden schnell Strafen bis zu 500 Euro je Spieltag anfallen. Sollte doch ein Ersatzsppielort gefunden werden, bräuchte man einen Bus für die Anfahrt, voraussichtlich neue Spielplatten. Dazu sei die Pleite des Vereinsheims zu befürchten, monatlich 400 Eurp Pacht- und 300 Euro Mieteinnahmen würdem dem Verein entfallen. Auch der TSV Eintracht Völkenrode sei betroffen. Dieser würde die Halle unter anderem für Badminton und Basketball nutzen. Auch hier würden Spielverlegungen mit immensem Kostenaufwand verbunden sein, sagt Meinecke. Er führt an, dass man die Halle seitens der Stadt für viel Geld überhaupt erst dafür hergerichtet habe, dass dort Basketball gespielt werden könne. Für ihn sei das Verschwendung von Steuergeldern. „Unsere Kinder sollen sich später mit den Kindern verbrüdern, die sie aus der Halle und ihrem Sport verdrängt haben? So kann keine Integration gelingen. Als Integration sehen wir eher die kostenlose Aufnahme von Flüchtlingskindern, gemeinsames Betreiben des Sports und Siege zu erleben. Das verbindet und integriert“, ist sich Meinecke sicher.

„Wir hängen völlig in der Luft“

Er ergänzt: „Was dazu immer wieder aus den Augen verloren wird, die Halle Watenbüttel wird immer zuerst zum Lückenbüßen genutzt. 1986 habe ein Brand die Sporthalle zerstört. Erst 1991 wäre es zur Neueröffnung gekommen. 2014 wäre die Halle dann durch das Lessinggymnasium genutzt worden, da es an der Schule Sanierungsmaßnahmen gegegen hätten. 2015 wären die Schüler des Gymnasium HvF vor Ort gewesen. Meinecke ist sich sicher: „Es gibt keine Sportstätte im Norden, Nordwesten oder Westen Braunschweigs, die zwei Schulen und zwei Sportvereine aufnehmen kann – wie die zu 100 Prozent ausgelastete Watenbütteler Halle.“ Er findet, dass die Stadt den einfachsten Weg gehen würde, wenn es um die Unterbringung ginge. Seiner Meinung nach gäbe es genügend Leerstand in der Stadt. Natürlich müsse man dort in die Sanierung investieren, dass müsse man in der Sporthalle aber auch. Darüber hinaus würden Kosten für Strafen, Spielgeräte und Shuttleservice entstehen, die man mit einer anderen Lösung vermeiden könnte. Hoffnung das es sich die Stadt noch anders überlegt habe man beim TSV Watenbüttel nicht. „Wir werden wohl spätestens zum 09.01. 2016 die Halle räumen müssen. Wie es dann weitergehen soll, dass wissen wir aktuell nicht. „Wir hängen völlig in der Luft“, so Meinecke. Die Stadt erklärte auf Anfrage von regionalBraunschweig.de, dass die Standorte sehr sorgfältig ausgewählt worden seien. Adrian Foitzik, Pressesprecher der Stadt Braunschweig stellte klar, dass es sicherlich so sei, dass nicht alle mit den ausgewählten Orten einverstanden seien. Dennoch werde man wohl daran festhalten. Er stellte aber auch klar: „Sollte die Bereitstellung anderer Immobilien möglich sein (zum Beispiel Kreiswehrersatzamt) sind diese den Sporthallen vorzuziehen.“

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