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Umwelt- und Verkehrsverbände kritisieren Umsetzung des Regionalbahnkonzepts

19. Januar 2015 von
Umwelt- und Verkehrsverbände sehen die Umsetzung des Regionalbahnkonzepts kritisch. Es werden einige Punkte angemahnt. Symbolbild: Erixx GmbH
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Wolfenbüttel. Einen Monat nach Fahrplanaufnahme im “Regionalbahnkonzept 2014+” ziehen die Umwelt- und Verkehrsverbände in Braunschweig und Wolfenbüttel eine erste Bilanz. Und die fällt durchaus kritisch aus. Robert Slawski vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) ist sich mit den übrigen Teilnehmern des Verbändeforums einig, dass es Verbesserungen im regionalen Bahnkonzept gäbe, es müssten aber noch weitere Maßnahmen folgen. Ein großes Problem stelle die bisherige Organisation des Gesamtnetzes aus Bus und Bahn da.


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Mitglieder des Forums (VCD, BUND, AG Mobilität und Verkehr, braunschweiger forum e.V., Umweltzentren Braunschweig und Wolfenbüttel) widersprachen Landesverkehrsminister Olaf Ließ. Dieser hatte im Dezember des vergangenen Jahres erklärt: “Die Region ist nun gut aufgestellt, was den Schienenverkehr anbelangt”. Manfred Kracht, VCD Wolfenbüttel, machte deutlich, dass weitere Investitionen erforderlich sind, um ein öffentliches Verkehrssystem zu etablieren, das dem zweitgrößten städtischen Ballungsraum in Niedersachsen wirklich gerecht wird.

Wichtige Ziele seien nicht erreicht

Träger des “Regionalbahnkonzeptes 2014+” ist der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB). Umwelt- und Verkehrsverbände in Braunschweig und Wolfenbüttel fordern das Verbändeforum auf, sich an dem ursprünglichen Konzept von Februar 2011 messen zu lassen. Hier zum Download. Dabei sei festzustellen, dass zwei von vier wesentlichen Zielsetzungen nicht erreicht wurden. Der Stundentakt auf allen Strecken wochentags und die Einführung neuer schneller und bequemer Bahnfahrzeuge sei zwar erreicht worden oder zumindest in greifbare Nähe gerückt, dafür seien andere Dinge auf der Strecke geblieben. Die vier versprochenen zusätzlichen Bahnstationen im Raum Braunschweig-Wolfenbüttel (BS-Nord, Broitzem, Leiferde, WF-Wendessen) wären noch nicht einmal im Planungsstadium konkretisiert. Dazu sei der ZGB von seinem eigenen Ziel weit entfernt, eine “optimale Verknüpfung zwischen Bahn und Bus” herzustellen, so die Vertreter.

Mangelnde Vernetzung angemahnt

Die KVG will den Linienverkehr ab Dezember wieder normalisieren.

Es wird auch das Fehlen eines einheitlichen Linienplans kritisiert. Symbolbild: Marc Angerstein

Das Verbändeforum hat dazu nach eigenen Aussagen eine Stichproben-Untersuchung durchgeführt. Die Einschätzung von Robert Slawski: “Das Bussystem bindet derzeit die Bahnstationen nur in unzureichender Weise an, die Liniennetzpläne weisen geradezu absurde Formen von Auslassungen auf. Aber eine gute Taktung mit zuverlässiger Zubringersituation wird über den Erfolg des Regionalbahnkonzeptes entscheiden, wenn man nicht die Investitionssummen, sondern die Steigerung der Fahrgastzahlen zum Maßstab nimmt.”

Gemeinsames fehlt

Ein Grundproblem sehen die Vertreter von Umwelt- und Verkehrsverbände in Braunschweig und Wolfenbüttel, durch das Fehlen eines gemeinsamen Netzgedankens innerhalb des regionalen Tarifgebietes VRB (Verbundtarif Region Braunschweig). So wurde zum Beispiel mit Einführung des Stundentaktes am Bahnhof Thiede gleichzeitig eine konkurrierende Schnellbuslinie eingerichtet (KVG Salzgitter).

Eine der wichtigsten Linie in Wolfenbüttel (420) tauche nicht im Linienfahrplan der Lessingstadt auf, da sie von der Braunschweiger Verkehrs GmbH betrieben werde. “Jedes lokale Verkehrsunternehmen handelt vornehmlich zum eigenen Nutzen, Linienverknüpfung zu den Nachbarn mangelhaft, Gesamtfahrplan nicht vorhanden”, so Stefan Vockrodt vom Umweltzentrum Braunschweig. “Eine wirksame Kontrollinstanz gegenüber diesen Partikularinteressen existiert nicht”. Abhilfe könnte wohl nur ein straff geführter Verkehrsverbund bieten, wie er in der Region Hannover bereits existiert, so Vockrodt weiter. Natürlich sei es kein leichter Weg, die Anbieter in der Region vom solch einem Konzept zu überzeugen, da sie ihre Eigenständigkeit aufgeben müssen. Die Entwicklung in Hannover würde aber zeigen, dass auch die Unternehmen von einer Regelung profitieren könnten. Das Verbändeforum regt zudem eine sinnvoll integrierte Fahrgastvertretung an, die bisher nicht vorhanden wäre.

Bahnstrecken reaktivieren

Speziell für den Raum Braunschweig-Wolfenbüttel möchte das Verbändeforum an das niedersächsische Landesprogramm zur Reaktivierung von Bahnstrecken und Bahnstationen erinnern. Sie erwarten vom Verkehrsministerium Verbesserungen für Braunschweig-Nordwest (Bahnlinie nach Harvesse, Anbindung von mehr als 10.000 gewerblichen Arbeitsplätzen) und die rasche Wiedererrichtung des Haltepunktes Wolfenbüttel-Wendessen.

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Umwelt- und Verkehrsverbände kritisieren Umsetzung des Regionalbahnkonzepts

16. Januar 2015 von
Umwelt- und Verkehrsverbände sehen die Umsetzung des Regionalbahnkonzepts kritisch. Es werden einige Punkte angemahnt. Symbolbild: Robert Braumann
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Braunschweig. Einen Monat nach Fahrplanaufnahme im „Regionalbahnkonzept 2014+“ ziehen die Umwelt- und Verkehrsverbände in Braunschweig und Wolfenbüttel eine erste Bilanz. Und die fällt durchaus kritisch aus. Robert Slawski vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) ist sich mit den übrigen Teilnehmern des Verbändeforums einig, dass es Verbesserungen im regionalen Bahnkonzept gäbe, es müssten aber noch weitere Maßnahmen folgen. Ein großes Problem stelle die bisherige Organisation des Gesamtnetzes aus Bus und Bahn da.


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Mitglieder des Forums (VCD, BUND, AG Mobilität und Verkehr, braunschweiger forum e.V., Umweltzentren Braunschweig und Wolfenbüttel) widersprachen Landesverkehrsminister Olaf Ließ. Dieser hatte am 14.12.2014 erklärt: „Die Region ist nun gut aufgestellt, was den Schienenverkehr anbelangt“. Manfred Kracht, VCD Wolfenbüttel, machte deutlich, dass weitere Investitionen erforderlich sind, um ein öffentliches Verkehrssystem zu etablieren, das dem zweitgrößten städtischen Ballungsraum in Niedersachsen wirklich gerecht wird.

Wichtige Ziele seien nicht erreicht

Träger des „Regionalbahnkonzeptes 2014+“ ist der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB). Umwelt- und Verkehrsverbände in Braunschweig und Wolfenbüttel fordern das Verbändeforum auf, sich an dem ursprünglichen Konzept von Februar 2011 messen zu lassen. Hier zum Download. Dabei sei festzustellen, dass zwei von vier wesentlichen Zielsetzungen nicht erreicht wurden. Der Stundentakt auf allen Strecken wochentags und die Einführung neuer schneller und bequemer Bahnfahrzeuge sei zwar erreicht worden oder zumindest in greifbare Nähe gerückt, dafür seien andere Dinge auf der Strecke geblieben. Die vier versprochenen zusätzlichen Bahnstationen im Raum Braunschweig-Wolfenbüttel (BS-Nord, Broitzem, Leiferde, WF-Wendessen) wären noch nicht einmal im Planungsstadium konkretisiert. Dazu sei der ZGB von seinem eigenen Ziel weit entfernt, eine „optimale Verknüpfung zwischen Bahn und Bus“ herzustellen, so die Vertreter.

Mangelnde Vernetzung angemahnt

Das Verbändeforum hat dazu nach eigenen Aussagen eine Stichproben-Untersuchung durchgeführt. Die Einschätzung von Robert Slawski: „Das Bussystem bindet derzeit die Bahnstationen nur in unzureichender Weise an, die Liniennetzpläne weisen geradezu absurde Formen von Auslassungen auf. Aber eine gute Taktung mit zuverlässiger Zubringersituation wird über den Erfolg des Regionalbahnkonzeptes entscheiden, wenn man nicht die Investitionssummen, sondern die Steigerung der Fahrgastzahlen zum Maßstab nimmt.“

Gemeinsames fehlt

Ein Grundproblem sehen die Vertreter von Umwelt- und Verkehrsverbände in Braunschweig und Wolfenbüttel, durch das Fehlen eines gemeinsamen Netzgedankens innerhalb des regionalen Tarifgebietes VRB (Verbundtarif Region Braunschweig). So wurde zum Beispiel mit Einführung des Stundentaktes am Bahnhof Thiede gleichzeitig eine konkurrierende Schnellbuslinie eingerichtet (KVG Salzgitter).

Es wird auch das Fehlen eines einheitlichen Linienplans kritisiert. Symbolbild: Verkehrs GmbH

Es wird auch das Fehlen eines einheitlichen Linienplans kritisiert. Symbolbild: Verkehrs GmbH

Eine der wichtigsten Linie in Wolfenbüttel (420) tauche nicht im Linienfahrplan der Lessingstadt auf, da sie von der Braunschweiger Verkehrs GmbH betrieben werde. „Jedes lokale Verkehrsunternehmen handelt vornehmlich zum eigenen Nutzen, Linienverknüpfung zu den Nachbarn mangelhaft, Gesamtfahrplan nicht vorhanden“, so Stefan Vockrodt vom Umweltzentrum Braunschweig. „Eine wirksame Kontrollinstanz gegenüber diesen Partikularinteressen existiert nicht“. Abhilfe könnte wohl nur ein straff geführter Verkehrsverbund bieten, wie er in der Region Hannover bereits existiert, so Vockrodt weiter. Natürlich sei es kein leichter Weg, die Anbieter in der Region vom solch einem Konzept zu überzeugen, da sie ihre Eigenständigkeit aufgeben müssen. Die Entwicklung in Hannover würde aber zeigen, dass auch die Unternehmen von einer Regelung profitieren könnten. Das Verbändeforum regt zudem eine sinnvoll integrierte Fahrgastvertretung an, die bisher nicht vorhanden wäre.

Bahnstrecken reaktivieren

Speziell für den Raum Braunschweig-Wolfenbüttel möchte das Verbändeforum an das niedersächsische Landesprogramm zur Reaktivierung von Bahnstrecken und Bahnstationen erinnern. Sie erwarten vom Verkehrsministerium Verbesserungen für Braunschweig-Nordwest (Bahnlinie nach Harvesse, Anbindung von mehr als 10.000 gewerblichen Arbeitsplätzen) und die rasche Wiedererrichtung des Haltepunktes Wolfenbüttel-Wendessen.

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