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Verwandtschaftsbesuch im Museum: Sonderausstellung „Wie Menschen Affen sehen“

17. September 2014 von
Die Ausstellung im Landesmuseum beschäftigt sich mit unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen. Fotos: Christina Balder

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Braunschweig. So nah wie sie ist uns kein anderes Lebewesen. Wenn wir einen Schimpansen oder Gorilla anschauen, sehen wir in ihnen einen Teil unserer eigenen Geschichte – und einen Großteil unserer DNA. Unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen, widmet sich ab Freitag eine Sonderausstellung des Naturhistorischen Museum in Kooperation mit dem Braunschweigischen Landesmuseum. „Wie Menschen Affen sehen“ zeigt die menschlichsten aller Tiere nicht nur von der biologischen Seite, sondern auch aus einem kulturgeschichtlichen Blickwinkel.


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Der eigentlich sanfte Gorilla wird in den Medien oft zum gefährlichen Monster, wie hier auf einem Propaganda-Plakat aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Der eigentlich sanfte Gorilla wird in den Medien oft zum gefährlichen Monster, wie hier auf einem amerikanischen Propaganda-Plakat aus dem Ersten Weltkrieg.

Es ist ein schmaler Grat, auf dem wir uns befinden, wenn wir Menschenaffen betrachten. „Sie sind nicht einfache Tiere wie eine Eidechse“, sagt Dr. Jan-Michael Ilger vom Naturhistorischen Museum, „aber sie sind eben auch keine Menschen.“ In den vergangenen Jahrhunderten sind Menschen oft von diesem Grat abgekommen, in die eine oder andere Richtung. Menschenaffen wurden als „edle Wilde“ verklärt, als Menschen ohne schlechte Eigenschaften. Sie wurden als furchterregende Bestien porträtiert, in Propaganda-Karikaturen und Filmen wie „King Kong“. Sie wurden und werden für medizinische Experimente benutzt, mit Viren infiziert und in wenigen Jahren hunderte Male operiert. Und sie werden wie Kleinkinder gekleidet, als Haustiere gehalten und im Fernsehen als zwar haarige, aber dennoch menschliche Wesen gezeigt.

Ganz harmlos: das Spielzeugäffchen mit Becken.

Ganz harmlos: das Spielzeugäffchen mit Becken.

All diese Facetten der menschlichen Wahrnehmung nimmt die Ausstellung unter die Lupe. Sie wurde für das Neanderthal Museum in Mettmann entwickelt und ist nun, ergänzt um Exponate aus den drei Braunschweiger Landesmuseen, in dem Haus am Burgplatz zu sehen. Dort lernt man Orang-Utan, Gibbon, Schimpanse und Gorilla genauer kennen, ihre Lebensräume, ihren Einfallsreichtum und ihre Geschicklichkeit, sowie ihr Leiden unter dem Einfluss des Menschen. Einige Punkte sind gemeinhin bekannt – dass die Abholzung der Wälder den Lebensraum und damit die Arten bedroht, dass Zookäfige und Labore Körper und Psyche der Tiere schädigen -, anderes ist im Detail neu. „Oder man hat einfach noch nicht darüber nachgedacht“, sagt Ilger. Wer denkt schon beim Kauf von Müsliriegeln oder Shampoo daran, dass diese Produkte mit Schuld daran tragen, dass Regenwälder verschwinden?

So ist dann auch eines der Ziele der Ausstellung, Sensibilität zu schaffen für die Bedürfnisse unserer Verwandten. „Es wäre natürlich auch schön, wenn die Besucher sich danach mehr Gedanken darüber machen würden über die Verwendung von Palmöl oder Zoobesuche“, sagt Robert Hintz vom Braunschweigischen Landesmuseum. Doch auch wer die Menschenaffen einfach nur auf anschauliche Weise kennen lernen will, ist im Landesmuseum an der richtigen Adresse.

Die Ausstellung ist aus Säulen aufgebaut.

Die Ausstellung ist aus Säulen aufgebaut.

Die Ausstellung ist zweisprachig und belegt etwa 400 Quadratmeter des Museums. Sie ist von Freitag bis zum 8. März 2015 am Burgplatz 1 zu sehen und dienstags bis sonntags zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet (an jedem ersten Dienstag im Monat bis 20 Uhr). Der Eintritt kostet für Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Kinder zahlen 2 Euro Eintritt. Darüberhinaus gibt es Familienkarten.

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