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Wasserflut in der Region – So schlug das Hochwasser zu

26. Juli 2017 von
Die Lage war am Mittwoch kritisch bis katastrophal. Nun allerdings hat sich die Lage entspannt, so dass man sich jetzt an die Aufräumarbeiten machen kann. Video/Fotos: regionalHeute.de/aktuell24/THW sowie die diversen Feuerwehren der Region
Region. Auch in der Nacht zum Mittwoch kannte der Regen kein Erbarmen. In der Region kam es zu heftigen Niederschlägen und die Wasserpegel der örtlichen Flüsse steigen weiterhin an. regionalHeute.de hält sie auf dem Laufenden, sollte es zu Einsätzen der Feuerwehr oder zu Straßensperrungen kommen.

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„Die Regenfälle sind am Abklingen. Das was momentan noch aus Richtung Nord-Nord-Ost hereinkommt, sind keine großen Mengen mehr. Am Nachmittag wird es sehr wahrscheinlich größtenteils trocken bleiben. Die Wolken lockern sich langsam auf“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gegenüber regionalHeute.de. Besonders beängstigend: Laut Informationen von regionalHeute.de soll um 13 Uhr noch mehr Wasser von der Talsperre abgelassen werden. Die Folgen wären gerade für Goslar und Schladen verheerend, da bereits jetzt der Wasserpegel auf Rekordniveau ist und viele Straßen überflutet sind. Wie die Leitstelle gegenüber regionalHeute.de erklärt, soll die Scheitelwelle der Oker „noch lange nicht erreicht“ sein.

Wie die metronom Eisenbahngesellschaft mbH mitteilt, sind derzeit einige Regionalbahn-Strecken gesperrt:

Update 21:45 Uhr

Mittlerweile ist auch die Strecke des RB 47 von Braunschweig nach Uelzen zwischen Braunschweig und Gifhorn Stadt aufgrund des Hochwassers gesperrt. Zurzeit fahren wir eine Umleitung und es entfallen dadurch die Halte Rötgesbüttel, Meine und Braunschweig-Glismarode. Zum Betriebsstart Donnerstag, 27.07.17 entfallen die Züge zwischen Braunschweig und Gifhorn Stadt. Ein Busnotverkehr zum Betriebsstart ist eingerichtet.

Folgende Streckenabschnitte bleiben voraussichtlich bis Freitag, 28.07.2017, 10:00 Uhr gesperrt:

  • RE 10 zwischen Hildesheim Hbf. und Salzgitter-Ringelheim
  • RB 42/43 zwischen Wolfenbüttel und Vienenburg
  • RB 42 zwischen Vienenburg und Bad Harzburg

RE 10

  • Auf der Strecke RE 10 fährt ein Busnotverkehr bis/von Salzgitter Ringelheim ohne Halt in Derneburg und Groß Düngen, da die Halte von den Bussen nicht bedient werden können.
  • Von Salzgitter Ringelheim nach Bad Harzburg fährt der erixx mit Zusatzhalt in Oker.

RB 42/43

  • Von Braunschweig nach Wolfenbüttel pendelt der erixx nach Fahrplan.
  • Ein Busnotverkehr von Wolfenbüttel nach Bad Harzburg konnte nicht eingerichtet werden, da die Busunternehmen in diesem Bereich ebenfalls den Betrieb eingestellt haben.

RB 43

  • Von Vienenburg nach Goslar pendelt der erixx nach Fahrplan.

Bitte planen Sie auch weiterhin eine verlängerte Fahrzeit ein.

Goslar

In Goslar wurde mittlerweile der Katastrophenalarm ausgelöst. Mit diesem Schritt übernimmt der Katastrophenschutzstab (KatS) des Landkreises Goslar ab sofort die Gesamtverantwortung und übergeordnete Koordination aller Einsätze für das Kreisgebiet.

Derzeit hat sich die Lage wieder etwas entspannt:

Noch vor ein paar Stunden sah es so aus:

Auch in Bad Harzburg hat sich die Lage etwas entspannt: Wie Florian Karlstedt, Presseprecher der Feuerwehr Bad Harzburg gegenüber regionalHeute.de betont, könne man „von der Verteidigung zum Angriff über gehen.“ Man könne mit dem Beseitigen der Schäden und dem Auspumpen der Keller beginnen. Mindestens acht Stunden sei man heute noch im Einsatz, und auch in den folgenden Tagen dürfte es noch einiges zu tun geben.

Oberschulenberg evakuiert: Aufgrund der weiterhin angespannten Hochwassersituation droht derzeit der Damm eines „alten“ Teiches oberhalb des Schalker Teiches zu brechen. Durch die abgehenden Wassermassen ist damit zu rechnen, dass der Schalker Teich überlastet wird und überläuft. Die EinwohnerInnen von Oberschulenberg werden von den Einsatzkräften derzeit vorsorglich evakuiert.

Altstadt säuft ab: Die Hochwasserlage in der Stadt Goslar verschärft sich. Evakuierungen sind angelaufen. Ein Bürgertelefon ist bei der Stadt Goslar besetzt. Durch die langanhaltenden Regenfälle kommt es im gesamten Stadtgebiet Goslar zu starken Einschränkungen. Besonders betroffen ist die Goslarer Altstadt und das Altersheim Theresienhof an der Rammelsberger Straße. Dort kommt es zu Evakuierungen. Für die Einsatzkräfte war es nicht möglich das massive eindringen Wasser zurück zu halten. Die Bewohner werden durch das Deutsche Rote Kreuz evakuiert.

Ein Goslarer Bürger im Interview mit regionalHeute.de:

Auch Teile der Glockengießer Straße müssen evakuiert werden. Informationen für Betroffene und Angehörige sind über das Bürgertelefon der Stadt Goslar unter 05321/704115 erhältlich. Die Altstadt Goslars ist massiv von den aus dem Harz kommenden Wasser bedroht. Die Goslarer Altstadt ist für den Autoverkehr gesperrt und soll weiträumig umfahren werden.

Im Interview: Maximillian Strache, Pressesprecher des Landkreises Goslar:

Weit über 100 Einsatzstellen sind im Stadtgebiet Goslar verzeichnet. Alle elf Ortsfeuerwehren sind mit allen verfügbaren Einsatzkräften im Einsatz. Zusätzlich sind Einsatzkräfte aus Astfeld und Langelsheim eingesetzt. Zur Unterstützung sind Feuerwehren außerhalb des Landkreises Goslar angefordert.

Die Bergstraße in Goslar ist mittlerweile nicht mehr vollständig unter Wasser. Foto: Frederick Becker

Zufahrt nach Bad Harzburg gesperrt: Wie die Polizei Braunschweig mitteilt, sei die Bundesstraße 4 in Teilen unbefahrbar, zwischen Bad Harzburg und Torfhaus sogar gesperrt. Ebenso alle Zufahrtsstraßen in die Stadt. Sorge mache der Polizei, dass es zu Verkehrschaos in der Stadt kommen könnte, weil Lastwagen aufgrund der überflutete Straßen nicht weiterkommen. Deswegen wollen man weiteren Verkehrsfluss in die Stadt vermeiden.

Ständige Kontrolle der Teiche: Im Bereich Goslar werden der Herzberger Teich, die Abzucht und die Judenteiche ständig kontrolliert. Vorsorglich sind auch die Staubretter entlang der Abzucht zum Schutz der Grundstücke und gegen einen Übertritt gesetzt worden. Kurz nach 16 Uhr drohte der Wasserlauf am Altenheim Theresienhof über die Ufer zu treten. Hier konnte mit Sandsäcken der betroffene Bereich gesichert werden. Bis 17 Uhr waren 1.000 Sandsäcke verbaut.

Der Fang des Tages: Ein Goslarer Bürger mit seiner von der Straße gefangenen Forelle. Foto: Frederick Becker

Ein Postbote trotzt dem Wetter. Im Interview erklärt Logan, warum ihn die Wasserflut nicht aufhalten kann:

Brücke in Altenau geplant zerstört: Wie die Polizei Braunschweig auf ihrer Facebook-Seite berichtet, wurde aufgrund des Hochwassers in Altenau die Brücke geplant zerstört, um den Wasserdurchlauf zu erhöhen. Das Hotel Dt. Haus in Altenau und ein Wohnhaus wurden ebenfalls evakuiert.

Altenheim Theresienhof evakuiert: Auch das Seniorenheim Theresienhof wurde von den Wassermassen nicht verschont. Nachdem das Wasser in das Erdgeschoss eindrang, musste das Altenheim sofort evakuiert werden. Die insgesamt 124 Bewohner wurden von Pflegekräften, Feuerwehr und Rotem Kreuz nach draußen evakuiert und fanden vorerst Unterschlupf im Lindenhof und in anderen umliegenden Senioreneinrichtungen. Wann sie in den Theresienhof zurückkehren können, ist bislang noch nicht geklärt.

Das Seniorenheim Theresienhof bei der Evakuierung. Foto: aktuell24 (BM)

Kaiserpassage geschlossen: Zwar blieb die Kaiserpassage vorerst vom Hochwasser verschont, wird sie nun jedoch sicherheitshalber geschlossen. Die Passanten vor Ort werden gebeten, die Passage zu räumen.

Die Kaiserpassage bei der Evakuierung. Foto: Frederick Becker

Hotel wird evakuiert: Das Hotel Kaiserworth wird aufgrund der anhaltenden Wassermassen evakuiert.

So gehen die Einwohner von Bad Harzburg mit dem Hochwasser um:

Hilfe aus Oker und Schamlah: In Immenrode und Lochtum werden ebenfalls der Weddebach und die Schamlah ständig überwacht. Im Feuerwehrhaus Goslar ist eine Bereitschaft eingerichtet. Einsatzkräfte aus Oker und Weddingen unterstützen mit einem Einsatzzug die Schadenlage in Bad Harzburg.

Bistrorante Amaretto bleibt geschlossen:

Der überflutete Keller vom Bistrorante Amaretto. Foto: Frederick Becker

Steffen Klenner, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Goslar, erklärt die aktuelle Lage:

Züge fallen aus: Aufgrund des anhaltenden Regens sind folgende Streckenabschnitte wegen Hochwassers gesperrt:

  • RE 10 zwischen Bad Harzburg und Goslar
  • RE 10 zwischen Salzgitter Ringelheim und Groß Düngen
  • RB 42 zwischen Bad Harzburg und Vienenburg

Fahrgäste des erixx RE 10 zwischen Salzgitter Ringelheim und Groß Düngen nutzen bitte den Busnotverkehr.
Fahrgäste von Goslar nach Bad Harzburg nutzen bitte den erixx RB 43 nach Vienenburg, von dort aus ist ein Busnotverkehr nach Bad Harzburg eingerichtet.

Wolfenbüttel

Scheitelpunkt gegen Mitternacht: Die aktuelle Hochwasserlage ist in der Stadt Wolfenbüttel weiterhin angespannt, größere Einsätze sind aber weiterhin nicht zu verzeichnen. Gemeinsam mit den Feuerwehren, den SBW und den ABW werden weiterhin entsprechende Vorkehrungen getroffen, teilt die Pressestelle der Stadt mit. Überschwemmungen sind trotzdem nicht auszuschließen, da für Ohrum ein Pegelstand über 4 Meter möglich ist. Aktuell geht die Stadtverwaltung davon aus, dass der Scheitelpunkt in Wolfenbüttel gegen Mitternacht erreicht wird. Anwohner in Hochwasser gefährdeten Bereichen sollten daher schon jetzt im Rahmen ihrer Möglichkeiten Vorkehrungen treffen, um nicht in der Nacht überrascht zu werden.

Schladen – Uferschutzmauer hat gehalten: Erleichterung (nicht nur) bei Samtgemeindebürgermeister Andreas Memmert – das Schlimmste ist nicht eingetreten, die Mauer wurde nicht überschwemmt, derzeit geht der Pegel leicht zurück.

Schladen – Die nächste Stunde ist entscheidend: Wie Samtgemeindebürgermeister Andreas Memmert im regionalHeute.de-Interview betont, ist die nächste Stunde entscheidend, ob die Uferschutzmauer hält. Mittlerweile sei auch der Bahnverkehr zwischen Braunschweig und Bad Harzburg eingestellt worden. Auch Landrätin Christiana Steinbrügge war schon vor Ort, um sich ein Bild zu machen.

Weitere Impressionen und Stimmen aus Schladen:

Dauereinsatz in Hornburg: Nachdem der Wasserpegel der Ilse in Hornburg bereits gestern gefährlich schnell anstieg, hat sich die Lage in der Nacht nochmals verschlimmert. In Schladen ist der Pegel der Oker mittlerweile auf einem Wasserstand von 314 Zentimetern, Tendenz steigend. Im Vergleich: Der bisherige Höchstand lag im Jahr 2007 bei 344 Zentimetern. Es gilt weiterhin Warnstufe 3.

Ralf Teletzki, Leiter Umweltamt Landkreis Wolfenbüttel, zur Situation im Landkreis:

Samtgemeinde Baddeckenstedt: Am Morgen drohte der als Regenauffangteich unmittelbar vor Oelber a.w.W. zu brechen. Die tiefergelegene Ortschaft wäre durch die Flut gefährdet. Durch Rauchsprecherdurchsagen wurde die betroffene Bevölkerung informiert. Ausweichquartiere wurde angeboten. Im Verlauf der Stunden brach der Deich an zwei Stellen. Durch das bereits sinkende Hochwasser liefen größere Mengen über einen Kanal  durch den Ort. Es bestand keine Gefahr für die Anwohner und ein in der Nähe befindliches Altenheim. In die Schule Innerstetal in Oelber a.w.W. drohte Wasser einzudringen. Es wurden Sandsäcke verbaut. Keine weitere Gefahr. Die Firma Eurokern im Gewerbegebiet Baddeckenstedt wurde durch den Hengstebach überflutet. Es wurde eine Wassersperre gesetz, Sandsäcke verbaut und ausgepumpt. 35 weitere kleine Einsatzstellen wurden abgearbeitet. Überwiegend vollgelaufene Keller und Wohnungen. Die Lage hat sich entspannt.

Cremlingen: Neun von zehn Ortsfeuerwehren der Gemeinde Cremlingen waren ab 4 Uhr morgens mit den Auswirkungen des Dauerregens der vergangen Tage beschäftigt. Rund 20 Einsätze waren abzuarbeiten. Mehrere Straßen mussten aufgrund von Überflutungen gesperrt werden, viele Kellerräume liefen mit Wasser voll und wurden ausgepumpt. Einsatzschwerpunkte gab es in den Ortschaften Destedt und Schulenrode. In Destedt wurde der Gutshof überschwemmt. Anliegende Pferdeställe und eine Tierarztpraxis mussten vor den Wassermassen geschützt werden. Die gesamte Hoffläche wurde mit mehreren Pumpen dreier Ortsfeuerwehren vom Regenwasser befreit. In Schulenrode konnten die Kanäle die Wasssermassen nicht mehr aufnehmen. Durch mehrere Pumpen und lange Schlauchleitungen wurden die Wassermassen durch die Ortschaft hindurchgepumpt. Parallel waren weitere Einsatzkräfte damit beschäftigt, einige Keller in der Ortschaft vom Wasser zu befreien. Auch in Schandelah, Destedt und Hordorf kam es zu überschwemmten Kellern. In den Ortschaften Hemkenrode und Hordorf mussten mehrere Straßen gesichert bzw. gesperrt werden. Rund 100 Einsatzkräfte waren in der Gemeinde bis zum Mittag damit beschäftigt, die Einsätze abzuarbeiten.

Sperrung der A39: Wie die Leitstelle gegenüber regionalHeute.de erklärt, ist die A39 aktuell zwischen Cremlingen und Scheppau gesperrt. Hier bestehe die Gefahr der Überflutung, weshalb die Fahrbahn auf einen Fahrstreifen beschränkt werden musste.

Land unter am Ohrumer Sportplatz: In Ohrum befindet sich aktuell die Grünfläche am Sportplatz vollständig unter Wasser. Wie Anwohner gegenüber unserer Reporterin vor Ort verrieten, sei das Wehr kaputt und damit kein Stau mehr möglich.

Die Grünfläche am Ohrumer Sportplatz. Foto: Anke Donner

230 Gräber eingesackt: Auf dem Wolfenbütteler Hauptfriedhof kam es aufgrund der enormen Niederschlagsmengen zu vereinzelten Gräberabsackungen (rund 230 Gräber betroffen). Die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung haben die betroffenen Ruhestätten gesichert. Die größte Herausforderung ist es nun, trockenen Boden zu beschaffen, um die Schäden zu richten.

Die Gräber auf dem Hauptfriedhof. Foto: Friedhofsverwaltung

Gehweg an der Oker gesperrt: Im Stadtgebiet ist laut SBW seit gestern Abend der Geh- und Radweg entlang der Oker im Bereich des ehemaligen Germania-Platzes in Richtung Grünlandweg gesperrt. Da der Gutsparkt Linden auch von ersten Überschwemmungen betroffen ist, wurde auch der Geh- und Radweges entlang der Oker zwischen Lindenhalle und Drei-Linden-Brücke gesperrt. Weiterhin gesperrt wurde aufgrund der aktuellen Hochwasserlage die Schäferbrücke im Ortsteil Groß Stöckheim.

Feuerwehr im Einsatz: Die Ortswehr Wolfenbüttel musste in der Nacht zu einem umgestürzten Baum auf der A395 zwischen Wolfenbüttel Süd und Flöthe gerufen. Der Baum lag auf dem Standstreifen und wurde mittels Motorsäge beseitigt. Die Ortsfeuerwehren Salzdahlum und Atzum waren ebenfalls im Einsatz. Am Ortsausgang Salzdahlum (in Richtung Braunschweig) ist die Straße überschwemmt. Die L 630 in Richtung Mascherode und die L 631 in Richtung Sickte sind gesperrt. Die Ortswehr Halchter musste zu zwei vollgelaufenen Kellern ausrücken.

Hochwasser in Schladen:

Daniel Zalesinski, Gemeindebrandmeister Schladen-Werla zur aktuellen Lage in Schladen (15:30 Uhr):

Wasser in der Stadtbücherei und Statement von Bürgermeister Pink: Auch die Wolfenbütteler Stadtbücherei hat Wasser im Keller, was zu einem kurzzeitigen Ausfall von Telefon und Internet sorgte. Die Stadtbücherei wird daher vermutlich heute etwas später öffnen. „Wir beobachten und beurteilen laufend die aktuelle Entwicklung“, betont Bürgermeister Thomas Pink. Gemeinsam mit den Feuerwehren, den SBW und den ABW werden entsprechende Vorkehrungen getroffen.

Information zum Bezug von Sandsäcken: 
Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Wolfenbüttel können bei Bedarf Sandsäcke direkt bei den Gemeinden beziehen.  Darauf weist die Abteilung Ordnungs-, Rettungs- und Feuerwehrwesen des Landkreises Wolfenbüttel hin. Die Einsatzleitstelle der Feuerwehr, die über die 112 erreicht wird, verzeichnet derzeit in einigen Gemeinden eine hohe Anfrage von Anrufenden zum Bezug von Sandsäcken. Dazu kann die Einsatzleitstelle keine Information geben. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten sich nur in Notfällen, wenn die Feuerwehr benötigt wird, an die Einsatzleitstelle zu wenden. Wir informieren über Bezugsorte und Ansprechpartner für Sandsäcke.

Gemeinde Schladen-Werla:

In Hornburg: Bauhof, Hopfenweg 1 c, 38315 Hornburg.

In Schladen: Eiscafé Adria an der Okerbrücke, Damm 1, 38315 Schladen und an der ehemaligen Weltkugel am Bahnhof Schladen.

Samtgemeinde Sickte:

Für den Sandsack-Bezug können sich Bürgerinnen und Bürger an den Michael Waßmann, Stellvertreter der Samtgemeinde-Bürgermeisterin in Sickte, wenden. Telefon: 05305 209940.

Samtgemeinde Baddeckenstedt:

Derzeit sind keine Sandsäcke mehr vorhanden.

Gemeinde Cremlingen:

Die Feuerwehren in Cremlingen halten Sandsäcke für Notfälle vor. Im Notfall können sich Bürgerinnen und Bürger für den Sandsack-Bezug an Marlies Pessel, Leiterin des Ordnungsamtes, melden. Telefon: 0151 28225744. Pessel weist auf den Bezug von Sandsäcken über die Firma Firma Seidel in Braunschweig  sowie in Baumärkten hin.

Samtgemeinde Oderwald:

Die Sandsack-Ausgabe koordiniert Gemeindebrandmeister Alexander Steek.
Telefon: 0151 25278252.

Die Lage in Schladen hat sich drastisch verschlimmert. Foto: Anke Donner

 

 

Braunschweig

Insgesamt musste die Feuerwehr Braunschweig seit Mitternacht bis Mittwoch 14:30 Uhr zu 65 Einsätzen ausrücken.  Bisher wurden 750 Sandsäcke verbaut. Weitere 7.000 Sandsäcke sind befüllt und können bei Bedarf genutzt werden. Für Bürgerinnen und Bürger werden weiterhin Sandsäcke für den Eigenbedarf vorgehalten. Diese können im Klärwerk Steinhof, Celler Heerstraße 337, rund um die Uhr abgeholt werden.

Der höchste Wasserstand der Oker wird in Braunschweig indes in den frühen Morgenstunden am Donnerstag erwartet. Anwohnerinnen und Anwohner der ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete müssen damit rechnen, dass es zu hohen Wasserständen kommt. Wie weit der Pegel dort steigt, ist noch nicht absehbar. Die ausgewiesenen Grenzen der Überschwemmungsgebiete der Oker werden aller Voraussicht nach nicht erreicht. Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass betroffene Bürgerinnen und Bürger so weit wie möglich ihr Eigentum sichern sollen. Die ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete können Bürgerinnen und Bürger in einer Karte auf www.braunschweig.de einsehen.

Für die anderen Fließgewässer (Schunter, Wabe, Mittelriede) ist der Hochwasserstand noch schwer vorhersehbar. Auch in den Einzugsgebieten dieser Flüsse können größere Überflutungen nicht ausgeschlossen werden. Auch hier werden die Bürgerinnen und Bürger von der Stadtverwaltung aufgerufen, ihr Eigentum zu sichern.

Angespannte Lage in Hondelage: Von den Feldern drückt das Wasser rein. Die Kanalisation ist voll und drückt das Wasser nach oben. Die Feuerwehr ist seit 5:30 Uhr im Einsatz. Das Problem ist, dass das Wasser nirgendwo hin kann und die Feuerwehr nur Schadensbegrenzung betreiben kann.

In Hondelage drückt das Grundwasser durch die Gullis nach oben. Foto: Sandra Zecchino

 

Brodweg gesperrt: Der heftige Niederschlag führt auch wieder zu Verkehrseinschränkungen. In Braunschweig ist unter anderem der Brodweg gesperrt. Ortskundige Verkehrsteilnehmer werden gebeten, die Stelle zu umfahren. Auch der Kleingartenverein Mückenburg, in der Nähe des Brodwegs, ist den Regenmassen zum Opfer gefallen.

Der Kleingartenverein Mückenburg. Foto: Alexander Dontscheff

Hilfe für Hildesheim: Als die in Steinhof eingesetzten Ausbildungsbeamte der Berufsfeuerwehr bereits auf dem Rückmarsch in ihren Standort waren, lief kurz vor 16 Uhr ein Hilfeersuchen der Stadt Hildesheim in der Integrierten Regionalleitstelle Braunschweig/Peine/Wolfenbüttel (IRLS) ein. 10.000 Sandsäcke wurden angefordert. In der Stadt Hildesheim besteht aktuell die Gefahr, dass die Innerste das Stadtgebiet teilweise überflutet (regionalHeute.de berichtete).

Einsatzleitung in der Feuerwache Süd: Zur Koordinierung der Unwettereinsätze wurde in der Feuerwache Süd eine Technische Einsatzleitung (TEL) eingerichtet. In der Integrierten Regionalleitstelle (IRLS) wurden alle verfügbaren Arbeitsplätze und die Ausnahmeabfrageplätze besetzt, um die Notrufe schnell bedienen zu können. Zur Entlastung der IRLS wurden in den Zuständigkeitsgebieten Wolfenbüttel und Peine in Cremlingen, Baddeckenstedt, Sickte, Oderwald und Schladen örtliche Einsatzleitungen zur eigenverantwortlichen Disposition der dort anfallenden Einsätze eingerichtet.

Unterstützung für Goslar: Der Rettungsdienst Braunschweig unterstützt im Landkreis Goslar bei der Evakuierung eines Alten- und Pflegeheims. In der enger Abstimmung mit der Stadtentwässerung Braunschweig wird die Situation in Braunschweig beobachtet und bewertet.

Hinweise für Bürgerinnen und Bürger: Bei dringenden Hilferufen rufen Sie bitte die Feuerwehr über die Notrufnummer 112 an. Wenn Sie medizinische Hilfe benötigen, rufen Sie die Telefonnummer (05 31) 19 222 an. Bürger, die ihre Keller selbst trocken legen können, sollen dies bitte tun. Bis zu einer Wasserhöhe von 10 cm ist dies bei längerer Wartezeit auf die Einsatzkräfte besser mit Wischlappen, Eimern und Kehrschaufeln möglich. Überflutete Straßen sind momentan zu akzeptieren und werden keinen Einsatz der Feuerwehr auslösen. Bürgerinnen und Bürger können sich kostenlos für den Eigenbedarf Sandsäcke im Klärwerk Steinhof abholen.

Einsatzkräfte der Feuerwehr mit vorbeugenden Maßnahmen auf der Ebertallee. Foto: Sandra Zecchino

Sperrungen im Überblick: Aktuell sind die Straßen Wiesental zwischen Veltenhof und Kreuz Ölper, die L 635 zwischen Hondelage und Waggum sowie die L 630 zwischen Mascherode und Salzdahlum, der Brodweg und die Ebertallee gesperrt. Auch morgen werden den ganzen Tag noch hohe Pegelstände erwartet. Die Wege am Südsee sind unpassierbar.

Die Anwohner an der Ebertallee kümmern sich um die Verpflegung der Rettungskräfte. Foto: Sandra Zecchino

Wolfsburg

Einsatz im Stellwerk des Bahnhofes in Fallersleben: Die starken Regenfälle der letzten Tage halten die Ortsfeuerwehr Fallersleben auch weiterhin in Atem. Nachdem gestern das Stellwerk an der Ladestraße überflutet wurde, kam es am frühen Morgen zu einem erneuten Einsatz an dieser Stelle. Um 3:49 Uhr alarmierte die Leitstelle der Berufsfeuerwehr die Hoffmannstädter. Im Keller des Stellwerkes standen auf einer Fläche von rund 160 Quadratmeter zirka 50 Zentimeter Wasser. Die Ortsfeuerwehr setzte eine Tauchpumpe sowie einen Wassersauger ein, um der Wassermassen Herr zu werden. Zeitgleich begannen Einheiten des THW-Ortsverbandes Wolfsburg damit, an der Hafenstraße ein Nachlaufen in den Keller durch Einsatz von Tauchpumpen zu unterbinden.

Im Verlauf des Vormittages kamen weitere Einsatzstellen hinzu. Im Hopfengarten standen zwei Keller unter Wasser. Weitere Einsatzstellen waren die Richard-Müller-Straße, Herzogin-Clara-Straße und Glockenbergweg.

Im Schulzentrum Fallersleben stellt sich die Lage ernster dar. Dort steht auf einer Fläche von rund 600qm der Keller unter Wasser. Die Ortsfeuerwehr Fallersleben ist hier zusammen mit der Ortsfeuerwehr Mörse seit dem Vormittag im Einsatz. Auch in der Richard-Müller-Straße sowie dem Rotekampweg sind aktuell Kräfte der Feuerwehr im Einsatz. Aufgrund der Vielzahl der Einsatzstellen wird die Ortsfeuerwehr Fallersleben hier von den Wehren aus Ehmen und Vorsfelde unterstützt. Nach Aussage von Ortsbrandmeister Tim Freier ist mit weiteren Einsatzstellen zu rechnen.

Die Einsatzstellen im Überblick:

  • Stellwerk Fallersleben 50 cm Wasser (160qm) FF Fallersleben
  • Hopfengarten 10 cm Wasser FF Fallersleben
  • Richard-Müller-Straße 10 cm Wasser FF Fallersleben
  • Hopfengarten 10 cm Wasser FF Fallersleben
  • Schulzentrum Fall Höhe unbekannt (600qm) FF Fallersleben und Mörse
  • Herzogin-Clara-Straße 10 cm Wasser FF Fallersleben
  • Glockenbergweg 15 cm Wasser FF Fallersleben
  • Rotekampweg 10 cm Wasser FF Ehmen
  • Richard-Müller-Straße 15 cm Wasser FF Vorsfelde

Im Rahmen des Einsatzes der Feuerwehrbereitschaft Wolfsburg sind weiterhin Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Fallersleben in Bad Harzburg, um die Kräfte dort zu unterstützen.

Vorsfelde: Um 6:38uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Vorsfelde zum Hochwassereinsatz in die Klingemannstraße gerufen. Dort stand der gesamte Kellerbereich unter der Fleischerei und Partyservice Kusch unter Wasser. Zur Unterstützung mit einer weiteren Tauchpumpe wurde dieFreiwillige Feuerwehr Wendschott dazu alarmiert. So waren zwei Tauchpumpen und zwei Wassersauger dreieinhalb Stunden im Einsatz. Währenddessen stand noch ein weiterer Keller an der Helmstedter Straße unter Wasser. Da dort aber das Wasser mit Öl verunreinigt war, wurden nur die Abläufe gesichert. Eine Spezialfirma wird das Wasser entfernen. DieFreiwillige Feuerwehr Vorsfelde wurde noch zu zwei weiteren Einsatzstellen gerufen, dort konnten wir aber aufgrund des geringen Wasserstandes nicht tätig werden.

Helmstedt

Flusspegel in Glentorf steigen an: An der Schunter in Glentorf gibt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz mittlerweile die Warnstufe 3 heraus. Der Wasserstand liegt aktuell bei 2,66 Meter und wird laut Vorhersage noch bis zirka 12 Uhr ansteigen.

Eine verzweifelte Anwohnerin aus Lehre im regionalHeute.de-Interview:

Gemeinschaftsarbeit in Lehre: Anwohner in Lehre arbeiten geschlossen gegen die Wasserfront. In einem Keller lag der Wasserstand bei zirka 20 Zentimetern Höhe.

Eine Anwohnerin aus Essenrode:

Einsatz der Feuerwehr Grasleben: Auch die Feuerwehr Grasleben ist im Dauereinsatz. Keller mussten leergepumpt und umgestürzte Bäume beseitigt werden. Wie die Feuerwehr angibt, besteht das Risiko, dass die Schunter über die Ufer tritt. 

Die zehnjährige Lina aus Lehre half dabei Pferde aus einem Stall zu retten. Mit ihren Händen zeigt sie, bis wohin ihr das Wasser stand. Foto: Sandra Zecchino

Gifhorn

Hochwasser in Isenbüttel: Die Feuerwehren im Landkreis Gifhorn sind zur Zeit im Bereich Isenbüttel wegen des Hochwassers im Einsatz. Zusätzlich hat die Feuerwehr Hildesheim Unterstützung angefordert. Zwei Züge aus dem Landkreis befinden sich auf den Weg, um Amtshilfe zu leisten.

Peine

Hilfskräfte in Hildesheim: Wie die Rettungsleitstelle mitteilt wurde am gestrigen Dienstag gegen 21 Uhr die Kreisfeuerwehrbereitschaft durch die Leitstelle alarmiert. Ab 22 Uhr waren die Kameraden vor Ort. Am Mittwochmorgen waren sie noch im Einsatz. Die Feuerwehr Braunschweig hatte tausende Sandsäcke gefüllt und nach Hildesheim gebracht.

Einsatz im Umspannwerk in Wahle: Im Einsatz sind die Ortsfeuerwehren Vechelde-Wahle, Sierße Fürstenau, Köchingen, Vechelade und Bettmar. Es werden zirka 4000 Liter Wasser die Minute seit 8 Uhr aus den Kellerbereichen gepumpt, ein Einsatzende ist aktuell noch nicht abzusehen. Gemeindebrandmeister Splitt hat die Einsatzleitung Vorort. Auskünfte zum Betrieb der Anlage bitte über Herrn Lieberknecht von der TenneT, die Pressearbeit erfolgt in enger Abstimmung mit den Kollegen der TenneT.

B444 überflutet: Die Feuerwehr befindet sich im Einsatz auf der B444 bei Edemissen. Auch hier hat das Regenwasser die Straße überflutet.

Einsatz im Umspannwerk in Wahle. Foto: TenneT

Salzgitter

Zug fällt aus: Aufgrund des anhaltenden Regens ist der Streckenabschnitt der Erixx-Linie RE 10 zwischen Salzgitter Ringelheim und Groß Düngen wegen des Hochwassers gesperrt.

Hilfskonvoi nach Hildesheim: Das Regenchaos hat vor allem Hildesheim schwer getroffen. Das Hochwasser ist von den Einsatzkräften vor Ort allein nicht mehr in den Griff zu bekommen. Zur Unterstützung setzte sich daher ein 120 Mann starker Konvoi der Freiwilligen Feuerwehr gestern um 18 Uhr gen Hildesheim in Bewegung.

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Klinikum Braunschweig: 0531 / 595-0
Polizei-Notruf: 110
Rettungsdienst-Notruf: 112
Telefonseelsorge (evangelisch): 0800 / 111 0 111
Telefonseelsorge (katholisch): 0800 / 111 0 222
Weisser Ring Opfertelefon: 116 006