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Abschlussveranstaltung: „Streitkultur in der Migrationsgesellschaft“

13. April 2018
Symbolfoto: Alexander Panknin
Braunschweig. Zur Abschlussveranstaltung der Debattenreihe „Streitkultur in der Migrationsgesellschaft“ mit dem Titel „Wann, wenn nicht jetzt? - Braunschweig auf dem Weg zu einer offenen Stadtgesellschaft“ lädt das Büro für Migrationsfragen der Stadt Braunschweig am Mittwoch, 18. April, um 18 Uhr, in das Rathaus, Platz der Deutschen Einheit 1, ein.

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Eine Gesellschaft im Wandel müss sich immer wieder neu über ihre Werte und Regeln verständigen. Religion und Weltanschauung seien dabei Ressourcen von besonderer Bedeutung. Die Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft beruhe auf der Toleranz, dem Respekt und dem Engagement eines jeden. Wie kann die deutsche Gesellschaft sich in ihrer Diversität neu begreifen? Reicht das Grundgesetz für ein solidarisches Leitbild aus? Wieviel Integration ist nötig, und wo ist die Grenze? Welche Regeln sind wichtig für ein gutes Miteinander und welche grundlegenden integrationspolitischen Herausforderungen sind für ein gelingendes Zusammenleben in Braunschweig zu benennen?

Diese und andere Fragen würden auf der Abschlussveranstaltung der Debattenreihe Streitkultur in der Migrationsgesellschaft zusammen mit vielfältigen Gästen und mit dem Publikum erörtert. Zunächst werde Idil Baydar als „furiose YouTube-Queen Jilet Ayse“, komödiantisch und sehr scharfsinnig das Thema unter dem Motto: „Braunschweig wir müssen reden“ aufs Korn nehmen.

Bei einer Podiumsdiskussion würden in der Debatte besondere Akzente gesetzt. Während Prof. Hannes Schammann unter dem Hinweis „Heimat ist Solidarität!“ sein Plädoyer auf das Umdenken in der Leitbild-Debatte richte, fordere die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal junge Migranten auf: „Schottet Euch nicht ab“ und wünscht sich vor allem mehr Bekenntnis zur Freiheit und weniger zur Religion. Bei Ingrid Wiedenroth-Gabler stehe der interreligiöse Dialog und die religiöse Werteerziehung im Mittelpunkt der Debatte und die Rechtsanwältin Armaghan Naghipour arbeitet gemeinsam mit der bundesweiten Organisation Deutsch Plus e.V. an Projekten, die Raum für Zugehörigkeit, Teilhabe und Demokratie schaffen und die Grundrechte mit Leben füllen.

Feridun Öztoprak als Moderator führe die Gäste und das Publikum souverän und lebendig durch den Abend. Die kontroversen Standpunkte versprächen eine spannende Debatte zu gesellschaftlichen Themen, die die Stadt und seine Bürgerinnen und Bürger bewegen würden. Das sei eine wichtige Grundlage, um die aktuellen und künftigen integrationspolitischen Herausforderungen für ein gelingendes Zusammenleben in Braunschweig zu benennen.

Idil Baydar

Idil Baydar ist in Celle geboren, lebe heute als Schauspielerin in Frankfurt am Main, und fühle sich zwischen Ton-Steine-Scherben und Döner zu Hause. Sie entwickelte ihr erstes abendfüllendes Comedy-Programm „Deutschland, wir müssen reden!“, nachdem sie als furiose YouTube-Queen Jilet Ayse die Millionenklickgrenze durchbrochen habe, und trete in verschiedenen Kabarett- und Comedysendungen im Fernsehen auf. Mit einem Sonderpreis des Hauptstadtpreises für Integration und Toleranz 2015 geehrt, sei sie ebenso Gewinnerin des Stuttgarter Besens 2016. Seit 2011 präsentiere sie auf ihrem YouTube-Kanal selbstgeschriebene und selbstgespielte Stücke zum Thema Integration und schlage mit scharfsinniger Migrationshintergründigkeit eine Brücke von der Straße zur Mehrheitsgesellschaft – die prompt ins Wanken gerät, sobald man sie im aufrechten Gang betritt.

Dr. Andrea Hanke

Dr. Andrea Hanke ist Stadträtin für das Sozial-, Schul-, Gesundheits- und Jugenddezernat der Stadt Braunschweig. Zahlreiche Themen habe die Dezernentin seit ihrem Amtsantritt 2015 begleitet. Eines der aufgrund der aktuellen Flüchtlingszuwanderung arbeitsintensivsten Themen wäre die Unterbringung und die Integration geflüchteter Menschen gewesen. In ihrer Funktion als Vorsitzende des Forum Demokratie setze sie sich im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit engagiert für ein tolerantes, weltoffenes und demokratisches Klima in der Stadt ein.

Düzen Tekkal

Düzen Tekkal ist Filmemacherin, freie Journalistin, Menschenrechtsaktivistin, Politikwissenschaftlerin und Autorin des Buches „Deutschland ist bedroht“. Sie arbeitete für ARD, ZDF und RTL vor allem zum Thema Migration und erhielt für die Reportage „Angst vor den neuen Nachbarn“ den Bayrischen Fernsehpreis. Düzen Tekkal ist Vorsitzende des Vereins Hawar.help und wünsche sich mehr Bekenntnis zur Freiheit und weniger zur Religion. Sie fordere eine andere Integrationspolitik. Als Tochter von Zuwanderern aus der Türkei appelliere sie an die Migrantenkinder: „Schottet euch nicht ab“.

Armaghan Naghipour

Armaghan Naghipour hat Rechtswissenschaften in Heidelberg, Bangalore und Köln studiert, war in der Öffentlichkeitsabteilung des Deutschen Bundestages tätig und ist Anwältin für Migrationsrecht in Berlin. Sie leitet, neben ihrem Promotionsvorhaben im Staatsrecht, die Regionalgruppe Berlin von „Anwältinnen ohne Grenzen e.V.“. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der Initiative Deutsch Plus e.V., – Initiative für eine plurale Republik, die sich als Organisation für die chancengerechte Teilhabe aller Menschen einsetzt. Mit ihren Projekten „Vom Ihr Zum Wir“ wollen sie einen Raum für Zugehörigkeit, Teilhabe und Demokratie schaffen und die Grundrechte mit Leben füllen wollen. Deutsch Plus e.V. stelle sich aktiv jeder Form von Rassismus und Diskriminierung entgegen, berät Organisationen zu Vielfalt, schaffe Netzwerke und nehme Einfluss auf den öffentlichen Diskurs zur Einwanderungsgesellschaft. So hätten sie ebenso an dem Leitbild und der Agenda für die Einwanderungsgesellschaft der Friedrich-Ebert-Stiftung mitgearbeitet.

Dr. Ingrid Wiedenroth-Gabler

Dr. Ingrid Wiedenroth-Gabler ist an der Technischen Universität Braunschweig Wissenschaftliche Direktorin im Bereich Evangelische Theologie und Religionspädagogik und hat bei der Ausbildung islamischer Religionslehrkräfte und der Entwicklung von Kerncurricula mitgewirkt. In verschiedenen Publikationen beschäftigt sie sich z.B. mit den Herausforderungen für eine Islamische Religionspädagogik, dem „Wert der Autonomie im interreligiösen Dialog“ oder „Wie eine gemeinsame Werteerziehung in einem getrennten Religionsunterricht gelingen (kann)?“. Sie forsche zu religionspädagogischer Konzeptionsentwicklung und zu Interreligiöser und Interkultureller Kompetenz.

Prof. Dr. Hannes Schammann

Prof. Dr. Hannes Schammann ist Professor für Migrationspolitik an der Universität Hildesheim. Zuvor arbeitete er mehrere Jahre in der migrationspolitischen Praxis, unter anderem beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und der Robert-Bosch-Stiftung. Er leite derzeit drei Forschungsprojekte zur Rolle der Kommunen in der Migrationspolitik, schreibe an einem Lehrbuch und beobachte eine meritokratische Wende in der deutschen Flüchtlingspolitik. Außerdem habe er zum Studium nach der Flucht geforscht und interessiere er sich für islamische Jugendinitiativen.

Hintergrund:

Die Veranstaltungsreihe Streitkultur in der Migrationsgesellschaft hat sich unter dem Motto: „Wir müssen reden“ in bisher drei Veranstaltungen mit der wachsenden gesellschaftlichen Debatte um Zuwanderung, Vielfalt und verbindende Werte auseinandergesetzt und mit diesem Veranstaltungsformat ein sehr breites Publikum zur Auseinandersetzung angeregt. In der Abschlussveranstaltung sollen noch einmal die dringlichsten Themen der Debattenreihe angesprochen werden, die für ein gelingendes Zusammenleben in der weltoffenen von Vielfalt geprägten Stadt Braunschweig von Bedeutung sind.

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