ADFC: „Radwege taugen nicht für massenhaft E-Roller“

6. Januar 2019
Der ADFC übt scharfe Kritik. Symbolfoto: Pixabay
Braunschweig. In einer Pressemitteilung warnt der ADFC vor chaotischen Zuständen auf der „ohnehin schon überlasteten" Fahrrad-Infrastruktur und fordert ein bundesweites Investitionsprogramm für sichere und breite Radwege, auch für Braunschweig.

Während das Bundesverkehrsministerium noch an der Zulassungsverordnung für sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge arbeitet, drängen demnach schon erste Anbieter von E-Scooter- Verleihsystemen auf den Markt. Diese selbstfahrenden Tretroller bis 20 Stundenkilometer werden aller Voraussicht nach Radwege benutzen dürfen. Der ADFC warnt vor chaotischen Zuständen auf der ohnehin schon überlasteten Fahrrad-Infrastruktur und fordert ein bundesweites Investitionsprogramm für sichere und breite Radwege.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Deutsche Radwege taugen nicht einmal für die sichere Abwicklung des vorhandenen Radverkehrs. Wenn ab 2019 zusätzlich eine Welle von E-Scooters durch die Innenstädte holpert, werden wir sehr unschöne Szenen und viele Unfälle erleben. Wenn Minister Scheuer die Radwege für Elektrofahrzeuge freigibt, dann muss er auch für Hunderttausende Kilometer neuer Radwege mit top-gepflegtem Belag und Überholbreite sorgen.“

E-Roller als Baustein der Verkehrswende?

Deutschland brauche weniger Autofahrten, mehr Platz und bessere Luft in Städten, da seien sich in der aufgeheizten verkehrs- und umweltpolitischen Debatte fast alle einig. Das Fahrrad sei zwar schon das perfekte Verkehrsmittel für die kürzeren Strecken, aber der ADFC sehe durchaus Potenzial für intelligente neue Kleinstfahrzeuge, die die Menschen aus den Autos herauslocken und wenig Platz verbrauchen würden. Für die letzte Meile von der S-Bahn ins Büro oder zwischen mehreren Terminen in der Stadt, könne man sich E- Scooter gut vorstellen. Das ultimative Stadtfahrzeug werde der E-Roller nach Einschätzung des ADFC aber nicht, dafür hat er zu viele Nachteile.

Man stehe ziemlich steif und unbequem auf so einem Roller, könne nichts mitnehmen und werde bei schlechter Wegesituation ganz schön durchgeschüttelt. Stork: „Ein weiterer Nachteil mit Blick auf die Gesundheit ist: Der Roller fährt auf Knopfdruck! Man ist also zwar an der frischen Luft, muss sich aber überhaupt nicht bewegen – und wenn wir Deutschen eins tun sollten, dann wäre es, uns im Alltag mehr zu bewegen!“

Nicht ohne Investitionen in Rad-Infrastruktur

Das größte Problem aber sei die fehlende Infrastruktur für diese neue Fahrzeugkategorie. Das Bundesverkehrsministerium wolle nicht, dass E-Scooter auf der Straße fahren, weil sie als Hindernis für den schnelleren Autoverkehr wahrgenommen werden. „Auf die Gehwege sollen sie berechtigter Weise nicht, weil es dort gefährliche Konflikte mit Fußgängern geben würde. Nun werden aller Voraussicht nach die Radwege für Elektroscooter freigegeben – und das wird das bekannte Problem weiter verschärften: Die Radwege sind jetzt schon viel zu schmal und zu zerschlissen – oder einfach gar nicht vorhanden“, so der ADFC abschließend.

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