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Annabelle 3 – ein Jump-Scare Fest

11. Juli 2019
Mit Annabelle 3 startete ein neuer Horrorfilm im Universum der Conjouring-Reihe. Foto: C1 Cinema/ Video: Marvin König
Braunschweig. Mit Annabelle 3 ging vergangene Woche der mittlerweile siebte Film im Universum der Conjuring-Reihe an den Start. Thematisch schließt der Horrorfilm eng an den zweiten Teil an, an dessen Ende die besessene Puppe Annabelle im Museum der Dämonenforscher Ed und Lorraine Warren ein für alle Mal weggesperrt wird. Annabelle 3 erzählt eine völlig neue Geschichte um die Rückkehr der dämonischen Puppe. Wie der Gruselstreifen dabei abschneidet, erzählen euch unsere Kinokritiker.

Der Drehbuchautor der beiden vorangegangenen Teile, Gary Dauberman, übernimmt für Annabelle 3 nicht nur wieder das Drehbuch, sondern führt erstmals auch gleichzeitig Regie. Die beiden Stars der Conjuring-Reihe, das auf realen Personen basierende Spukforscher-Paar Ed und Lorraine Warren, haben mehrere Cameo-Auftritte in diesem Film. So ist Annabelle 3 auch der Namensgeberin und Hauptinspirationen, Lorraine Rita Warren gewidmet, welche dieses Jahr verstorben ist. 
Annabelle 3 spielt ein Jahr nach den Geschehnissen des Vorgängerteils und baut eine Story rund um Judy auf. Die Tochter der Warrens hat die hellseherischen Fähigkeiten ihrer Mutter Lorraine und gerät mit der von den Eltern engagierten Babysitterin Mary Ellen und Marys bester Freundin Daniela Rios, die sich durch die übersinnlichen Artefakte im Haus der Warrens Kontakt zu ihrem verstorbenen Vater erhofft, erneut in die dämonischen Fänge von Annabelle. 

Inhalt

Verschlossen in einer Vitrine des „Warren Occult Museum“ und gesegnet von einem Priester glauben sie, die Gefahr nun gebannt zu haben. Doch statt nach dieser Heimkehr Ruhe zu geben, verbreitet Annabelle nun ihren bösen Einfluss in dem verschlossenen Raum voller verfluchter Gegenstände. Die geweckten bösen Geister lassen ihren Zorn dabei zu allem Übel nicht am Ehepaar Warren aus, sondern suchen sich ein neues Opfer: die 10-jährige Tochter der Warrens, Judy. Diese ist mit zwei weiteren Mädchen allein zu Hause. Was folgt, ist eine Nacht des Horrors.

Trailer

Kritik 

Annabelle 3 ist ein klassischer Horrorfilm in vielerlei Hinsicht. Der Film braucht seine Zeit, bis er Fahrt aufnimmt, fährt dann aber das gesamte Repertoire an Gruseleffekten auf, die das Horror-Genre zu bieten hat. Unseren Filmkritikern gefällt vor allem, dass sich der Streifen dabei häufig nicht allzu ernst nimmt. So sorgt die etwas ungeschickt agierende Liebschaft von Mary Ellen, Ihr Schulkollege mit dem in der Stadt allseits bekannten Spitznamen „Bob hat Eier“, häufig für humoristisch auflockernde Momente, die gelegentlich aber auch etwas die Geschwindigkeit aus der Handlung nehmen. Die bis dato mit einer sehr kurzen Filmografie daherkommenden Hauptdarstellerinnen Madison Iseman als Mary Ellen und Katie Sarife als Daniela Rios liefern schauspielerisch beide eine gute Perforance ab und weigern sich strikt, dem „hölzern-agierender-Teenager“ Klischee zu folgen, das in Horrorfilme leider viel zu gängig ist. Auch die Darstellerin der 10-jährigen Warren-Tochter Judy, Mckenna Grace (selbst 13 Jahre alt), verinnerlicht das Erbe Ihrer Eltern und kommt als furchtlose Geisterjägerin daher, wirkt dabei aber nicht zu heldenhaft und findet in ihrem Schauspiel einen gesunden Mittelweg aus Furcht und Furchtlosigkeit. Michael Cimino mimt den verknallten Teenager Bob – bisweilen albern, aber es passt zu seiner Rolle. 

Insgesamt könnte man sicher eine ganze Serie aus den verwunschenen Artefakten der Warrens machen. Die im Film dargestellten reichen aber schon, um einem mithilfe geschickt eingebauter Hintergrundinformationen einen Schauer über den Rücken zu jagen, wenn Annabelle sie alle zum Leben erweckt. Besonders in Erinnerung bleiben einem nach dem Film der Geisterwolf aus dem Nebel, der mysteriöse ‚Fährmann‘ und der Samurai-Anzug mit einem Eigenleben, das aber während des Films eher im verborgenen bleibt. All diese Artefakte und mit Ihnen verbundene Kreaturen werden visuell hervorragend in Szene gesetzt. Man sieht sie nicht viel, aber was man sieht, kann zweifelsohne überzeugen. Der Geist mit dem Messer im Brautkleid wirkt dagegen relativ uninspiriert – der Rest macht Neugier auf mehr. Regisseur Gary Dauberman kündigte unlängst an, dass er tatsächlich über weitere Spin-offs zum Conjouring Universum nachdenkt. 

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