„ARTGESCHOSS“: Kunst in der WelfenAkademie

6. April 2016
Besucher betrachten einige Kunstwerke. Foto: WelfenAkademie

Braunschweig. „Wer das Gemälde lange betrachtet, findet darin eine Geschichte. Und vielleicht auch sich selbst“, erläuterte Dmitrij Schurbin, als er mit einer kleinen Gruppe vor einem seiner Bilder steht. Mit Witz und Charme erklärte er den Interessierten auch, wie er arbeitet: oft an mehreren Werken parallel. Der Künstler aus Berlin und einige seiner Kollegen standen den rund 350 Besuchern der Vernissage zur Ausstellung „ARTGESCHOSS“ in den Räumen der WelfenAkademie in Braunschweig Rede und Antwort.

Weitere Highlights der Eröffnung waren unter anderem Live-Jazzmusik und eine Video-Performance, bei der ein Künstler malte und die Zuschauer das Entstehen der Bilder auf einer großen Leinwand verfolgen konnten. Doch im Zentrum waren die etwa 360 Malereien, Fotografien und Skulpturen von 42 nationalen und internationalen Künstlern, die noch bis zum 24. Juni in der Bildungseinrichtung an der Salzdahlumer Straße zu sehen sind. Akademie-Geschäftsführer Dr. Jens Bölscher lobt das Konzept mit den „unheimlich unterschiedlichen Künstlern“. Er sagte zur Begrüßung: „Wir wollen Kunst auch in die Unterrichtsräume holen.“ Bisherige Ausstellungen in der WelfenAkademie hätten im Wesentlichen im Foyer stattgefunden.

Kurator Dmitrij Schurbin (rechts) im Gespräch mit Besuchern. Foto: WelfenAkademie

Kurator Dmitrij Schurbin (rechts) im Gespräch mit Besuchern. Foto: WelfenAkademie

Die Werke sind auf die Flure und Räume verteilt. Bölscher bemerkte, die Studierenden würden sich mit der Kunst beschäftigen: „Wenn sie etwa vor dem Kopierer stehen, unterhalten sie sich angeregt darüber“. Diese Erfahrung hat auch Kurator Schurbin gemacht und fügte an: „Sie machen Fotos mit ihren Smartphones, teilen und kommentieren sie sogleich. Die jungen Menschen fangen an, nachzudenken.“

Nach speziellen Kriterien hatte Schurbin die Objekte für seine Ausstellung ausgewählt. So müsse etwa eine künstlerische Idee dahinter stecken und natürlich ein gewisses Niveau erreicht werden. Lediglich die Stilrichtung habe er nicht vorgegeben. So ist zum Beispiel alles von der klassischen bis zur abstrakten Malerei in der Braunschweiger WelfenAkademie vertreten.

Schnell hätten die Künstler ein Vertrauen zu ihm aufgebaut, „es sind meine Freunde“, sagte der 33-Jährige. Die internationalen Kollegen haben ihre Exponate eingeschickt, manch andere hat Schurbin mit dem Transporter aus Berlin mitgebracht. Und auch Bölscher konnte er schnell für sich gewinnen. Der Geschäftsführer blickte zurück: „Dmitrij Schurbin kam zu mir. Innerhalb von zwei Stunden war entschieden, ARTGESCHOSS bei uns auszustellen.“

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