„ArtGeschoss“ siedelt nach Braunschweig über

19. August 2015 von
2013 und 2014 lockte ArtGeschoss in Wolfenbüttel mit der Ausstellung zeitgenössischer Kunst tausende Besucher an. Foto: Werner Heise

Wolfenbüttel. ArtGeschoss – 2013 ins Leben gerufen, entwickelte sich die Galerie auf Zeit schnell zu einem Highlight der Wolfenbütteler Kulturszene. Nach über 10.000 Besuchern im ersten Jahr wollte die Stadt das erfolgreiche Projekt eigentlich als feste Instanz im Wolfenbütteler Kulturleben etablieren. Jetzt ist ArtGeschoss nach Braunschweig übergesiedelt.

Auf der Suche nach Räumlichkeiten

Begonnen hatte das Projekt ArtGeschoss in der Hertie-Immobilie, um die leerstehenden Räumlichkeiten, welche die Stadt zuvor erworben hatte, kreativ zu nutzen. Nina Heptner, die ehemalige Citymanagerin und Initiatorin der Kunstausstellung, wendete sich dafür an einen Kurator aus Berlin, Dmitrij Schurbin, mit dem sie die Kunstausstellung gemeinsam auf die Beine stellte. Mit über 50 Ausstellern aus verschiedensten Bereichen der Kunst, lockte die Veranstaltung im ersten Jahr über 10.000 Besucher an. Weil eine Nutzung der Hertie-Immobilie im Jahr darauf wegen des geplanten Verkaufs nicht mehr möglich war, zog ArtGeschoss im Jahr 2014 in die ehemalige Steeneck&Bähr-Immobilie. Da die Ausstellung in diesen Räumlichkeiten die eingeplanten Kosten allerdings weit überschritt, setzte sich die Stadt zum Ziel in Zukunft nach neuen Lokalitäten für ArtGeschoss zu suchen (RegionalWolfenbüttel.de berichtete). Um die Veranstaltung künftig besser finanziell tragen zu können, sollte sie außerdem nicht mehr jährlich, sondern als Biennale im Zweijahresrhythmus stattfinden. Trotz der Komplikationen bezüglich geeigneter Räumlichkeiten stand fest: ArtGeschoss sollte fester Bestandteil des Wolfenbütteler Kulturlebens werden. So sagte Bürgermeister Thomas Pink in einem Interview mit RegionalWolfenbüttel.de im Rahmen der ArtGeschoss-Ausstellung 2014: „Ich kann schon den Wolfenbüttlern versprechen, dass es auch die nächsten Jahre so weitergeht.“

Welfenakademie ging auf Schurbin zu

Weitergehen wird es, wie sich erst kürzlich herausstellte. Allerdings nicht in Wolfenbüttel, sondern in der Welfenakademie in Braunschweig. Wie Dmitrij Schurbin auf Anfrage unserer Online-Tageszeitung verriet, sei die Welfenakademie auf ihn zugekommen und habe ihm angeboten, die Ausstellung im Frühjahr 2016 dort auszurichten. Schon über 200 Künstler hätten sich bis zum jetzigen Zeitpunkt beworben, von denen letztlich wieder zirka 50 für die Ausstellung ausgewählt werden sollen. Aber wie reagiert die Stadt Wolfenbüttel auf den Umzug der einstigen Ausstellung der Lessingstadt ins benachbarte Braunschweig?

Reaktion der Stadt Wolfenbüttel

Thomas Pink Interview Regionsdebatte Standbild Video Foto: Werner Heise

Bürgermeister Thomas Pink äußert sich zum Umzug von ArtGeschoss.

Auf Anfrage von RegionalWolfenbüttel.de sagte Bürgermeister Thomas Pink: „Ich bedauere sehr, dass wir in 2016 das Projekt ArtGeschoss, eine Galerie auf Zeit, entgegen anderer Planungen nicht fortführen können. Die vergangenen beiden mit Dmitrij Schurbin hier organisierten Projekte waren mit über 10.000 Besuchern in 2013 und 3.000 Besuchern in 2014 durchaus erfolgreich. Darüber hinaus muss die Stadt die Entscheidung von Dmitrij Schurbin akzeptieren, das ArtGeschoss an einem anderen Ort durchzuführen. Gerne hätte ich den Wolfenbüttelern, wie im vergangenen Jahr angekündigt, auch 2016 eine Galerie auf Zeit in unserer Kulturstadt gewünscht; nun bleibt sie zumindest in der Region. Die nicht gerade einfachen Arbeiten an einem entsprechenden Konzept für das ArtGeschoss 2016 in Wolfenbüttel wurden entsprechend angestoßen. Als besonders schwierig erwies sich insbesondere die Suche nach einem geeigneten Ort. Seitens der Politik wurde zu Recht gefordert, die Ausgabenseite im Auge zu behalten. Daher war eine Wiederholung in der ehemaligen Bähr-Immobilie nicht vertretbar. Alternative Standorte wurden in der Kulturförderkommission und im Kulturausschuss in nichtöffentlicher Sitzung diskutiert, aus verschiedenen Gründen – vor allem aufgrund der zu großen Entfernung zur Kernstadt – jedoch verworfen.“

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