Asadur Asadian: „Never Again. Eine armenische Passion“

9. April 2015 von
Der Maler Asadur Asadian verarbeitet in seinen Bildern seine Geschichte – die Geschichte von mehreren Generationen, die den Völkermord an den Armeniern miterlebt haben und heute noch die Auswirkungen zu spüren bekommen. Foto: Sina Rühland

Braunschweig. Es ist die Geschichte von Generationen. Die Kirchengemeinde St. Michaelis und die jakob-kemenate zeigen vom 9. April bis zum 9. Mai in Braunschweig eine bewegende Ausstellung zum Völkermord an den Armeniern, der sich 2015 zum hundertsten Mal jährt.

Der freischaffende Künstler und gebürtiger armenischer Christ Asadur Asadian hat in der Türkei als politisch engagierter junger Mann selbst Verfolgung miterlebt – seine Familie wurde vertrieben. In zutiefst berührenden und beklemmenden Bildern erinnert er an eine menschliche Tragödie, die als der erste Genozid des 20. Jahrhundert in die Geschichte einging: Rund 1,5 Millionen Armenier wurden unter der jungtürkischen Regierung 1915/1916 systematisch ausgelöscht.

"In Memoriam Aghet 1915". Foto: Sina Rühland

„In Memoriam Aghet 1915“. Foto: Sina Rühland

Asadian holt mit seinen oft großformatigen Bildern wie „Auf der Flucht“, „Versteckter Mann“ oder „Der Gekreutzigte“ die Opfer aus dem Dunkel der Geschichte in die Gegenwart. Mal ganz nah, mal schemenhaft erkennt man eingepferchte, gepeinigte und angstvolle Menschen, aber auch brutal zur Schau gestellte Köpfe von Ermordeten. „Könnte ich den Schmerz in meinen Bildern nicht ausleben, wüsste ich nicht, ob ich mit der Vergangenheit meiner Familie und meines Volkes umgehen könnte“, sagt Asadur Asadian. Er möchte auf seine Weise Widerstand gegen Unterdrückung leisten, er möchte Gefühle ausdrücken, die nicht politisch motiviert sind und dennoch so aufgenommen werden.

Porträts. Foto: Sina Rühland

Porträts. Foto: Sina Rühland

„Die große Katastrophe, die wir Armenier auch ‚Medz Yeghem‘ nennen, hat nicht nur Millionen Opfer gefordert. Sie hat auch die gesamte westarmenische Kultur mit tausenden Kirchen,, Klöstern und Schulen zerstört, Existenzen ausgelöscht und Kindern zu Waisen gemacht.“, sagt der Schirmherr der Ausstellung, Erzbischof Karekin Bekdjian. Dr. Raffi Kantian, Vorsitzender der Deutsch-Armenischen Gesellschaft sagt, dass auch heute noch, hundert Jahre danach, das Trauma unter den Armeniern nicht verarbeitet sei, da eine politische Aufarbeitung wegen der Leugnungspolitik der Türkei nicht möglich wäre.

Rund 60 Bilder sind in der Ausstellung „Never Again. Eine armenische Passion“in der St. Michaelis Kirche sowie in der jakob-kemenate vom 9. April bis 9. Mai zusehen. Der Eintritt ist drei.

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