Autos der Zukunft: Teststrecke in der Innenstadt

22. August 2016 von
Das hochautomatisierte Fahren soll in wenigen Jahren Realität werden, Foto: DLR

Braunschweig. Niedersachsen will auf den Autobahnen 2 und 7 im Raum zwischen Hannover, Braunschweig und Salzgitter einen Testring für autonomes Fahren aufbauen (regionalHeute.de berichtete). Doch es soll noch einen Schritt weitergehen. Auch in der Braunschweiger Innenstadt ist eine Teststrecke geplant.

Man brauche ein Feld, das die Gesamtrealität abbildet, so Verkehrsminister Dobrindt. Dabei ginge es neben selbstfahrenden Fahrzeugen auch um fahrunterstützende Systeme und intelligente Verkehrslenkung. Hauptverantwortlich für das Projekt sollen das Land Niedersachsen und dasDeutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sein. Für Professor Karsten Lemmer,DLR, ist diese Ankündigung ein positives Signal, aber eigentlich auch nur eine sinnvolle Weiterführung der bisherigen Technik in Braunschweig. „Niemand muss Angst haben, dass in Kürze Autos ohne Fahrer durch die Innenstadt fahren und dadurch eine Gefahr entsteht.“

Mit Testkreuzungen soll die Forschung mehr Daten erhalten, Foto: DLR

Mit Testkreuzungen soll die Forschung mehr Daten erhalten, Foto: DLR

In Braunschweig hätte man schon viele Testkreuzungen und Punkte an denen Daten aufgezeichnet werden. Den Innenstadtring habe man schon ausgerüstet, es sei aber sehr attraktiv das weiter auszubauen. Lemmer erklärt: „Wir können viel im Labor simulieren und auf Teststrecken entwickeln, aber wir brauchen auch Schritt in den wirklichen Verkehr, um zukünftige Assistenzsysteme weiterzuentwickeln.“ Die Fahrt durch die Innenstadt sei eben sehr viel komplexer, als zum Beispiel das Fahren auf der Autobahn, deshalb sei der Ausbau von weiteren Testmöglichkeiten wichtig und richtig.

Hände weg vom Steuer?

Die nächste Stufe nach dem assistierten Fahren ist das hochautomatisierte Fahren. Hier müsse es zwar noch einen Menschen geben, der sich hinter das Steuer setzt, der Wagen könnte sich aber schon allein durch den Verkehr bewegen. „Der „Fahrer“ kann sich dann anderen Dingen widmen und müsste nur in Ausnahmefällen eingreifen, hier müssen aber noch die rechtlichen Vorgaben geändert werden, damit so etwas möglich ist.“ Dennoch sei dieses Szenario in fünf Jahren durchaus realistisch. Zudem arbeite man an der Kommunikation zwischen Auto und Infrastruktur, wie zum Beispiel Ampeln.

Die Kommunikation zwischen Auto und Infrastruktur ausbauen, Foto: DLR

Die Kommunikation zwischen Auto und Infrastruktur ausbauen, Foto: UR:BAN

„So könnte der Verkehrsfluss verbessert werden, dies würde wiederum die Emissionen senken, die Lautstärke vermindern, weil ständiges Anfahren und Abbremsen deutlich verringert werden könnte und somit auch die Wohnqualität einer Stadt erhöhen“, erklärt der Professor.

Sicherheit als Faktor

Beim Ziel hochautomatisierten Fahren, stünde auch die Verkehrssicherheit ganz oben. „Viele Menschen fürchten sich davor, die Kontrolle an die Technik abzugeben, Fakt ist aber, dass die Technik sehr viel weniger fehleranfällig als ein Fahrer sein wird. Somit könnte es ein wichtiger Schritt zu weniger Toten und Verletzten sein. Eine 100 Prozent sichere Technik wird es nie geben, so ehrlich muss man sein, aber es wäre dennoch ein Schritt zu mehr Sicherheit“, erwartet Lemmer. Braunschweig sei als Testfeld aufgrund der Größe und der Verkehrssituation sehr gut für Tests geeignet und auch Ansiedlungspolitisch mache der Ausbau Sinn. „Wenn man in der Innenstadt eine Teststrecke hat, die auch für Dritte geöffnet wird, dann ist dies ein absoluter Standortfaktor, der weitere Firmen in die Stadt ziehen kann“.

Parken in der Zukunft

Für die Zukunft denke man aus Forschersicht auch daran, die Kommunikation mit Einsatzfahrzeugen der Polizei und der Feuerwehr mit Infrastruktur und anderen Fahrzeugen zu koppeln. So könnten Einsatzzeiten verkürzt und Rettungsgassen schneller gebildet werden. Auch die Optimierung der Parkplatzsuche habe man weiter im Blick. „Wenn der Fahrer und das Fahrzeug schon vorher wissen, wo es freie Parkmöglichkeiten gibt und diese gleich angesteuert werden, kann auch der Parkraum viel effizienter und besser genutzt werden.“ Vor allem wenn man bedenke, dass die Autos dann selbst einparken würden und keinerlei Raumverlust mehr entstehen würde.

Der nächste Schritt sei dann das autonome Fahren. „Das bedeutet, ein Auto kann völlig allein ohne Insassen von A nach B fahren. Diese Geisterfahrten liegen aber noch in der Zukunft. Es wird wahrscheinlich noch ein paar Jahrzehnte dauern, bis es Realität wird, ausgeschlossen ist es keinesfalls“, so Lemmer.

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