„Bei der Notdurft hört der Spaß auf“: P² will WC für Partymeile

1. April 2019
Ein öffentliches WC für die Partymeile soll her. Symbolfoto: Alexander Dontscheff
Braunschweig: Mit der Verabschiedung des Haushaltes für 2019 wurde auch der finanzielle Grundstein für eine öffentliche Toilette auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz gelegt. Die Fraktion P² (Die PARTEI | Piraten) hatte einen entsprechenden Antrag inklusive Standort erfolgreich zum Haushalt eingereicht. Nun schlägt die Verwaltung der Stadt aber zwei andere Orte im zukünftigen Europaviertel vor: Am Wallparkhaus oder in der Südstraße. Das teilt die Fraktion P² mit.

„Die Ratsmehrheit hat einer öffentlichen WC-Anlage auf dem Platz zugestimmt. Wenn sie nun an anderer Stelle im Kultviertel stehen soll, dann bitte in Absprache mit dem AAI und dem Quartiersforum“, kommentiert der Fraktionsvorsitzende Maximilian P. Hahn (Die PARTEI) die derzeitige Diskussion.

„Versteckte Toiletten laden nicht zur Benutzung ein“

Maximilian P. Hahn. Foto: Die PARTEI

Hintergrund des Antrages waren neben dem generellen Wunsch nach mehr Toiletten in der Innenstadt die nachvollziehbaren Beschwerden von Anwohnern und Geschäftsleuten und der damit verbundenen derzeit schlechten Aufenthaltsqualität. „Mit dem Standort am Wallparkhaus tun wir dem Europaviertel keinen Gefallen. Versteckte Toiletten, abseits des Platzes laden nicht zur Benutzung ein und schaden dem Viertel möglicherweise sogar“, so Hahn weiter.

Damit bezieht er auch die Äußerungen des Quartierforums ein, welches diese Woche tagte. Kritik am Standort Wallparkhaus wurde hier ebenso geäußert wie beim Treffen des Arbeitsausschuss Innenstadt (AAI). Während man im Kultviertel ursprünglich lieber eine WC-Anlage auf dem Platz sehen wollte, präferiert der AAI den Vorschlag im Umfeld der Südstraße für eine öffentliche Toilette.

„Eine Zukunft für die Jugend“

Generelle Kritik gleich an allen drei neuen öffentlichen WC-Anlagen äußerte vergangene Woche die CDU-Fraktion. Hierzu Maximilian P. Hahn, der auch jugendpolitischer Sprecher der Fraktion ist: „Die CDU versucht jetzt nach jedem Strohhalm zu greifen, um irgendwie Stimmung zu machen. Es ist schon fast traurig mit anzusehen, wie eine ehemalige Volkspartei langsam untergeht – aber es ist an der Zeit. Wir wollen eine Zukunft mit Zukunft! Und das mit und vor allem für die Jugend. Wir möchten das Kultviertel als Standort der Clubs, Kneipen und Bars unterstützen. Dazu gehört eben eine Toilette in unmittelbarer Nähe der Partymeile. Wir denken an die Jüngeren, die Studierenden in Braunschweig und Umgebung und nicht an die reichen alten Männer in irgendwelchen Schützenvereinen. Es gab einige Vorschläge von uns wie wir den Haushalt entlasten können – aber bei der Notdurft hört bei mir der Spaß auf.“

Schon im vergangenen Jahr sprachen sich die beiden Ratspolitiker von Die PARTEI und Piraten für die Umsetzung einer öffentlichen Toilette in der Südstraße aus. Auf dem Papier wurde der Platz im Rahmen des studentischen Wettbewerbes „Small Spaces“ mit einer WC-Anlage umgestaltet und gewann den dritten Platz.  „Eine Aufwertung mit Fahrradabstellmöglichkeiten und Mülleimern mit Pfandringen an gleicher Stelle wäre eine gelungene Synergie, eine Aufwertung im Viertel und für uns ein guter Kompromiss“, erklärt Christian Bley, planungspolitischer Sprecher der Fraktion P² die derzeitige Sichtweise der Mandatsträger.

Lesen Sie auch:

CDU lehnt Toilettenhäuschen für knapp 750.000 Euro ab

Drei neue Toiletten in der Innenstadt und in Parks geplant

Medienpartner
Anzeigen
Veranstaltungen
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: braunschweig@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-21
Telefonnummern
Apotheken-Notdienst: 22 8 33
Ärztlicher Notdienst: 116 117
Elterntelefon: 0800 111 0 550
Feuerwehr-Notruf: 112
Frauenhaus Braunschweig: 0531 / 2 80 12 34
Gift-Notruf: 0551 / 19 24 0
Kartensperrungs-Notruf (für alle): 116 116
Kinder- und Jugendtelefon: 0800 / 111 0 333
Klinikum Braunschweig: 0531 / 595-0
Polizei-Notruf: 110
Rettungsdienst-Notruf: 112
Telefonseelsorge (evangelisch): 0800 / 111 0 111
Telefonseelsorge (katholisch): 0800 / 111 0 222
Weisser Ring Opfertelefon: 116 006