Kolumne

Black Friday war gestern: Blick auf eine Woche des Wahnsinns

28. November 2018
von
Alles rein in die Einkaufstasche. Zur Cyber-Week gibt es keine Grenzen. Symbolfoto: pixabay
Na, haben Sie schon alle Weihnachtsgeschenke? Nicht? Was haben Sie die letzte Woche eigentlich gemacht? Wer die Cyber-Week, den Black Friday oder, als letzte Chance auf Seelenfrieden, den Cyber Monday nicht genutzt hat, ist selber Schuld – oder aber vernünftig.

Der Black Friday soll einen Tag nach Thanksgiving ja eigentlich die besinnliche Weihnachtszeit in den Geschäften – online wie offline – einleiten. Doch besinnlich geht eigentlich anders. Der Schwarze Freitag beginnt eigentlich schon am Montag. Zum Auftakt der Black-Week wird die erste Waschmaschine direkt vor dem Frühstück beim großen Kaufmann, dem Namen nach aus dem Amazonasgebiet, erworben. Danach zur Arbeit? Mitnichten. Krankschreibung auf den Tisch und ab in die Schlossarkaden. Denn wer braucht sie nicht, diese elektronischen Nasenhaarentferner, Laubbläser oder Thermomixe. Erst wenn die Geldbörse leer ist und der Dispo am Anschlag, dann ist er geschafft, der Montag.

Großmutter oder Cyber-Week?

Für den Rest dieser Wahnsinns-Woche wird dann der erste Kredit aufgenommen, und spätestens am nächsten Montag, dem sagenumworbenen Cyber-Monday, ist die Hypothek auf das Haus fällig oder die Großmutter verkauft. Es wird alles gekauft, was nicht bei drei auf den Bäumen ist – oder der Baum gleich mit. Nur, um sich dann glückselig in all den tollen Sachen zu suhlen, von denen man am Anfang der Woche nun wirklich nicht gedacht hätte, dass man sie mal braucht. Aber egal: Viel Geld gespart (wenn auch doch viel mehr ausgegeben als geplant) und die Nasenhaare sind Eins A gestutzt.

Klar, man könnte sich auch nicht verrückt machen lassen. Man könnte auch überlegen, was man denn kaufen will anstelle sich nur die Frage zu stellen, wie viel Geld man beim Kaufen sparen kann. Aber dann war man ja nicht dabei bei diesem kollektiven Happening. Man hätten ihn verpasst, diesen Kaufrausch. Was für Geschichten sollen den Enkeln denn dann später einmal erzählt werden?

Nein, lieber wunschlos glücklich sein, weil alles besorgt ist, was man sich niemals gewünscht hat. Apropos Wunsch: Was schenke ich denn jetzt bloß zu Weihnachten? 

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