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Bomben-Evakuierung: 94-Jährige irrte ziellos umher

13. April 2018 von
Am Hauptbahnhof gab es Probleme im Informationsfluss bezüglich der Evakuierung. Foto: Alexander Panknin
Braunschweig. In Folge der Bombenentschärfung am Mittwoch erreichte uns die Mail eines Braunschweiger Busfahrers, der das Vorgehen in der Evakuierungsphase kritisiert. Er schreibt unter anderem, dass Menschen ohne Soziale Medien nicht ausreichend informiert wurden. regionalHeute.de bat die Stadt um Stellungnahme.

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„In meiner Pause am Bahnhof zwischen 20.30 und 21.40 Uhr musste ich mit Bedauern feststellen, dass die evakuierten Personen völlig unwissend von den Zuständigen im Stich gelassen wurden“, heißt es in der E-Mail. Weder die Bahn-Info, die Verkehrs GmbH, die Bahn Polizei noch die Feuerwehr hätten etwas unternommen, um die Menschen ohne Soziale Medien entsprechend zu informieren wie sie ihre Not-Unterkünfte erreichen können.

Die Fahrgäste der Verkehrs GmbH seien völlig desinformiert gewesen. „Eine ältere Dame mit 94 Jahren irrte ziellos auf dem Bahnhof umher und wusste nicht weiter. Keiner fühlte sich verantwortlich. Die Feuerwehr meinte nur abweisend, sie geben es weiter. Erst auf meinen Nachdruck, ob denn einer sich bitte um die Dame kümmern könnte, hat sich ein Feuerwehrmann dessen angenommen“, so der Busfahrer.

„Es wurde schnell und so umfassend wie möglich informiert“

Adrian Foitzik vom Referat Kommunikation der Stadt Braunschweig sieht die Sache etwas anders. „Ich glaube, es ist durch die Berichtserstattung deutlich geworden, dass gemessen an der Kurzfristigkeit der Evakuierung auf einer Vielzahl von Kommunikationswegen schnell und so umfassend wie möglich informiert wurde. Dazu gehörten – was den nicht digitalen Bereich angeht – Lautsprecherdurchsagen und Information durch die Radios“, so der Stadtsprecher.

Nicht zuletzt sei die Feuerwehr in dem betroffenen Gebiet ja präsent gewesen und sei alle Wohnungen abgelaufen. Polizei, Bahn und Verkehrs-GmbH seien eingebunden gewesen und hätten Informationen an ihre zuständigen Stellen weitergegeben. In dem konkreten Fall habe die Feuerwehr umgehend einen Mitarbeiter an den gemeldeten Ort geschickt, der sich um die Menschen dort gekümmert habe.

Busfahrer hat sich richtig verhalten

„Insofern danken wir dem Busfahrer für seinen Hinweis, denn so hat er unsere Arbeit unterstützt. Auch solches Verhalten von Mitbürgern trägt zum guten Gelingen solch außerordentlich schwieriger Einsätze bei“, so der Stadtsprecher. Denn natürlich könne bei einer solchen kurzfristigen Aktion nicht jeder informiert werden, der zum Beispiel von außerhalb angereist ist und weder Radio gehört noch online gewesen ist.

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