„Burggasse“: Fassade soll in neues Gebäude integriert werden

6. Februar 2019
Die CDU-Ratsfraktion fordert von der Stadtverwaltung eine Initiative zur Sicherung der Fassade. Symbolfoto: Alexander Dontscheff
Braunschweig. Wie Denkmalschutz und der Umbau der Burgpassage in Einklang zu bringen sind, ist auf Initiative der CDU-Ratsfraktion verstärkt in die Diskussion geraten. Um beidem gerecht werden zu können, schlägt sie deswegen nach sorgfältiger Prüfung vor, die Fassade des Hauses Schuhstraße 6 fachgerecht abzutragen, zu sichern und zu einem späteren Zeitpunkt an geeigneter Stelle in ein neues Gebäude zu integrieren.

Laut Pressemitteilung der CDU sei das der einhellige Konsens während der Fraktionssitzung am Montagabend gewesen. „Uns geht es einerseits darum, die Investition von 90 Millionen Euro für Braunschweig nicht zu gefährden, andererseits aber auch den Denkmalschutz in unserer durch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg so geschundenen Stadt zu respektieren. Wir brauchen deswegen einen tragfähigen Kompromiss und haben nach kreativen Lösungen gesucht. Das gilt sowohl für den zukünftigen Standort wie auch für die notwendige Finanzierung. Notfalls muss die Stadt die Kosten dafür übernehmen. Wir hätten erwartet, dass die Verwaltung so viel Weitsicht besessen und diese Möglichkeit frühzeitig mit in die Verhandlungen mit dem Investor eingebracht hätte. Jetzt ist es natürlich schwieriger geworden“, sagt Thorsten Köster, Fraktionschef der CDU im Rat der Stadt.

Nicht das erste Mal

Thorsten Köster. Foto: CDU

Das Umsetzen historischer Bausubstanz sei in Braunschweig bereits mehrfach und für das Stadtbild positiv prägend geschehen. Beispielsweise habe das Portal des Gewandhauses ursprünglich zur Hagenmarkt-Apotheke gehört. Das Portal an der heutigen Aula des Martino Katharineums an der Breiten Straße zierte ursprünglich das Schulgebäude am Bankplatz. Auch die Fassade des Huneborstelschen Hauses stehe erst seit 1955 am Burgplatz. Bis zum Zweiten Weltkrieg habe sie auf dem Gelände des heutigen City Point gestanden. Die Kernbausubstanz der Fassade des Gebäudes Schuhstraße 6, das der Burggasse weichen soll, stamme aus der Zeit um 1500 und ist denkmalpflegerisch bedeutend. Deswegen dürfe es laut CDU nicht ohne weiteres abgerissen werden. Im Zuge des Abbruchs des Hinterhauses für den Neubau der Burgpassage wurden 1982 Fotos des Gebäudes erstellt, die eine Rekonstruktion ermöglichen sollten. Das dokumentierte Schema zeige den typischen Braunschweiger Fachwerkbau, wie er bis ins 17. Jahrhundert hinein angewandt wurde.

Denkmalschutzbehörden zu spät eingeschaltet?

Als problematisch sieht die CDU-Ratsfraktion darüber hinaus, dass durch die weitere Öffnung des Zugangs von der Seite Hutfiltern auch die angrenzenden Gebäude ihren Status und damit auch ihren Schutz als Baudenkmal verlieren könnten. „Es bedarf dringend einer rechtssicheren Klärung durch die Verwaltung, bevor voreilig Nägel mit Köpfen gemacht werden und weitere historische Bausubstanz verloren geht. Bei der Burgpassage hat die Bauverwaltung viel zu spät die Denkmalschutzbehörden auf Landesebene eingeschaltet. Das darf sich nicht wiederholen“, so Köster.

Hintergrund

Die CDU reagiert auf die jüngsten Verlautbarungen der Stadt, der Wirtschaftsförderung und dem Arbeitsausschuss Innenstadt (AAI) und die gutachterliche Stellungahme der BBE Handelsberatung aus Hamburg im Auftrag der Braunschweig Zukunft GmbH. In der Stellungnahme sei eine großzügige Öffnung der Eingänge Schuhstraße und Hutfiltern als unabdingbar bezeichnet worden. Das Unternehmen Development Partner (Düsseldorf) wolle die Burgpassage zu einer unüberdachten Burgtwete umfunktionieren, in der im Erdgeschoss Geschäfte und darüber Wohnungen gebaut werden sollen.

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