Der Kampf um Anerkennung: Das Lipödem in Szene gesetzt

9. November 2019 von
Diese mutigen und starken Frauen kämpfen gemeinsam darum, dass die Krankheit bekannter wird. Foto: Julia Seidel
Braunschweig. Zu einer ganz besonderen Aktion hatte am heutigen Samstagnachmittag die 25-jährige Carina Gorny aufgerufen. Frauen aus verschiedenen Teilen Deutschlands haben sich vor dem Schloss in Braunschweig zu einem Fotoshooting getroffen. Das Besondere dabei: Die Frauen sind krank. Sie leiden am sogenannten Lipödem, eine Krankheit, über die Carina Gorny aufklären möchte.

In dem Projekt „Formenliebe“ soll neben weiteren Erkrankungen auch diese Krankheit stärker in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit rücken. Ziel ist es dabei über die Krankheit aufzuklären. Ein Lipödem, das ist eine chronische Fettverteilungsstörung. Meist kommt es dabei zu einer Unterfettvermehrung an Beinen, manchmal auch an Armen, wie es auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Phlebology heißt. Diese sind für die Betroffenen äußerst schmerzhaft.

„Wir sind nicht fett!“

„Ich möchte, dass die Leute verstehen, dass wir nicht fett sind. Fett ist nicht gleich Fett. Wir können das nicht abtrainieren, das schmerzt. Wir hungern ohne Ende. Von außen sieht das nicht so aus aber wir gehen auf Familienfeiern und verbieten uns das essen. Die Operationen, die helfen, werden von den Krankenkassen nicht getragen. Das sind mehrere 10.000 Euro. Viele verschulden sich deswegen. Wir haben Tag für Tag schmerzen und das ab Stadium 1 an“, so Gorny im Gespräch mit regionalHeute.de.

Jedes Stadium habe Schmerzen. „Die Krankheit muss bekannter werden, um weniger schief angeguckt zu werden“, so Gorny weiter. „Man sieht doch, ob es krankhaft ist oder nicht!“ Im Jahr 2015 erhielt die Mediendesignerin selbst die Diagnose. Seither versucht sie aufzuklären. Auch bei den Krankenkassen. Auf Instagram hat sie sich bereits eine große Community aufgebaut. Den Aufruf zur Aktion gab es aber über Facebook. Mit großem Erfolg. Viele Frauen waren dem Aufruf gefolgt. Im nächsten Jahr sind noch weitere Shootings geplant, unter anderem in München. 

 

Unterstützung erhielt die Aktion von der Fotografin Aisha Lüer vom Fotostudio „Bildermacher“ aus Braunschweig.

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