Diskussion des SPD-Bezirk Braunschweig zur Zukunft der Pflege

1. Februar 2019
Die Niedersächsische Sozialministerin Dr. Carola Reimann nahm ebenfalls teil. Foto: Robin Koppelmann/SPD-Bezirk Braunschweig
Königslutter. Zur Zukunft der Pflege veranstaltete der SPD-Bezirk Braunschweig eine Podiumsdiskussion in Königslutter, an der unter anderem Niedersachsens Sozialministerin Dr. Carola Reimann teilnahm. Das berichtet die SPD in einer Pressemitteilung.

Am vergangenen Montag diskutierte der SPD-Bezirk Braunschweig die Zukunft der Pflege-Branche in unserer Region. Ein Thema, das die Menschen ganz offenbar umtreibt: Bis auf den letzten Platz sei der Festsaal im AWO-Psychiatriezentrum Königslutter gefüllt gewesen, einzelne Stühle hätten wegen des großen Andrangs spontan noch aufgestellt werden müssen.

Die SPD-Landtagsabgeordneten Dunja Kreiser und Jörn Domeier moderierten die Diskussion und legten als Abgeordnete von ländlich geprägten Wahlkreisen dabei ihren Fokus insbesondere auf die Pflege jenseits der großen Städte. „Die Landesregierung hat eigens zur medizinischen Versorgung auf dem Land eine Enquete-Kommission gegründet, die schon im kommenden Jahr konkrete Ziele vorstellen wird. Das Thema ist damit gesetzt“, erklärte Niedersachsens Sozialministerin Dr. Carola Reimann hierzu. Das Land schreibe dazu bereits jetzt Stipendien speziell für angehende Ärzte aus, die zukünftig in ländlichen Regionen arbeiten möchten. „Insgesamt investieren wir rund eine Milliarde Euro in dieser Legislaturperiode in Niedersachsens Krankenhäuser. Unser Wahlversprechen wird damit sogar deutlich übertroffen“, so Reimann.

Digitalisierung bietet Chancen

Chancen für die ländliche Pflege biete die Digitalisierung. „Wenn Daten intelligent genutzt werden, können beispielsweise Wege- und Wartezeiten verkürzt oder Online-Sprechstunden angeboten werden“, erklärte Rifat Fersahoglu-Weber, Vorstandsvorsitzender des AWO- Bezirkverbands Braunschweig. Telemedizin und Telepflege, wie sie in den weitläufigen Teilen Skandinaviens bereits gängig sei, könnten auch in Deutschland erfolgreich sein – wenn man sich auf Bundesebene auf verbindliche Standards geeinigt habe, ergänzte Thomas Zauritz, Geschäftsführer der AWO Niedersachsen gGmbH. Die nötige Infrastruktur hierzu werde im Helmstedter Raum derzeit geschaffen, wie Alexander Hoppe, Bürgermeister der Stadt Königslutter, ankündigte: „Unser Breitbandausbau mit dem Einbau von Glasfaserkabeln wird demnächst endlich angehen.“ Hoppe hob zudem die Bedeutung von Pflegeeinrichtungen wie dem AWO-Psychiatriezentrum für den gesamten Landkreis hervor: „Die Einrichtung ist einer der größten Arbeitgeber im Landkreis und ein zentraler Wirtschaftsfaktor in unserer Stadt. Auch das darf nicht vergessen werden.“

Einheitlicher Tarifstandard soll her

Damit das so bleibt, müsse der Pflegeberuf weiter aufgewertet werden. Fersaholgu-Weber und Rüdiger Becker, Vorstandsvorsitzender und Direktor der ev. Stiftung Neuerkerode, machten sich daher für einheitliche Tarifstandards in der Pflege stark. „Die sind selbst in der freien Wohlfahrt bisher leider noch keine Selbstverständlichkeit“, so Becker. Auch biete hier die Digitalisierung Chancen, den Beruf aufzuwerten: „Wir müssen den jungen Menschen starke Argumente für eine Berufswahl in der Pflege geben“, so Harald Röleke, der als Schulleiter des Stephansstifts in Wolfenbüttel täglich angehende Pflegerinnen und Pfleger ausbildet. Die Digitalisierung biete die Chance, Pflegekräfte beispielsweise durch den sinnvollen Einsatz von Robotern zu entlasten. „Die Pflegeoffensive der Großen Koalition bewerten wir daher sehr positiv. Das Berufsbild muss aufgewertet werden.“ Denn dank des demographischen Wandels sei absehbar, dass der Bedarf an Pflegern in den kommenden Jahren weiter steigen wird.

Medienpartner
Anzeigen
Veranstaltungen
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: braunschweig@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-21
Telefonnummern
Apotheken-Notdienst: 22 8 33
Ärztlicher Notdienst: 116 117
Elterntelefon: 0800 111 0 550
Feuerwehr-Notruf: 112
Frauenhaus Braunschweig: 0531 / 2 80 12 34
Gift-Notruf: 0551 / 19 24 0
Kartensperrungs-Notruf (für alle): 116 116
Kinder- und Jugendtelefon: 0800 / 111 0 333
Klinikum Braunschweig: 0531 / 595-0
Polizei-Notruf: 110
Rettungsdienst-Notruf: 112
Telefonseelsorge (evangelisch): 0800 / 111 0 111
Telefonseelsorge (katholisch): 0800 / 111 0 222
Weisser Ring Opfertelefon: 116 006