„Erneuerung aus der Stille“ Landesbischof betont Bedeutung des Gebetes

19. April 2018
Landesbischof Dr. Christoph Meyns. Foto: Evang. Landeskirche Braunschweig
Wolfenbüttel/Würzburg. Die Erneuerung der Kirche kann nach Auffassung von Landesbischof Dr. Christoph Meyns nur ein geistlicher Prozess sein. Deswegen sei sie nicht durch „kollektive Akte kirchenleitenden Handelns zu erwarten“, sagte er am Donnerstag, 19. April, bei einer Tagung der evangelischen Kommunitäten im Geistlichen Zentrum Schwanberg bei Würzberg.

Meyns ist Beauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für den Kontakt zu den evangelischen Kommunitäten.

Diese Einsicht, so Meyns, stehe quer zu dem, „was derzeit im Raum der verfassten Kirche an Reformprojekten vorangetrieben wird“. Oft orientierten sich die Reformvorschläge an Methoden aus Marketing und Management. Über Fragen, die die geistliche Ebene des kirchlichen Lebens betreffen, werde von Kirchenleitungen indessen kaum diskutiert, kritisierte er.

Hier sehe er den besonderen Beitrag der Kommunitäten. Sie böten Menschen einen Raum des Rückzugs in die Stille. Das sei wichtig, damit sie eigene geistliche Erfahrungen machen können, betonte der Landesbischof. Gott rede so deutlich zu uns wie in jeder anderen Epoche, allerdings sei unsere Zeit so laut geworden, dass wir seine Stimme kaum noch hören. Menschen bräuchten deshalb „Wüstenorte“, Räume des Schweigens, in denen die äußeren und inneren Stimmen zur Ruhe kommen, „damit sie überhaupt wieder etwas hören“.

Außerdem habe die gemeinsame geistliche Erfahrung eine ökumenische Dimension. Denn im Gebet verlören konfessionelle Schranken ihre Bedeutung. Demgegenüber betone das Leitbild von der „versöhnten Verschiedenheit“ zu stark das Nebeneinander und nicht das Miteinander der Konfessionen, so Meyns.

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