Hähnchen leben lassen: Eier von Initiativen gegen Kükentöten

15. April 2019
Bruderhähne können bei einigen Initiativen aufgezogen werden. Foto: Robert Braumann
Braunschweig/Hannover: Brüder von Legehennen legen keine Eier und setzen kaum Fleisch an. Daher werden Millionen männlicher Küken jedes Jahr direkt nach dem Schlüpfen getötet – auch bei Biohühnern. Wer das Kükentöten nicht unterstützen will, kann Eier von Initiativen kaufen, die die Bruderhähne aufziehen, so die Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Bei einem Marktcheck habe die Verbraucherzentrale Niedersachsen überprüft, wo diese Eier gekauft werden könnten. Das Ergebnis: In sechs von elf Lebensmittelmärkten seien Eier „ohne Kükentöten“ im Sortiment. Die Aufzucht der männlichen Küken sei neben der Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei oder dem Einsatz von Zweinutzungshühnern ein möglicher Weg, das sinnlose Kükentöten zu beenden. Das Prinzip: Über einen Aufschlag beim Eier-Preis werde die teurere Aufzucht der Bruderhähne subventioniert. Das Fleisch könne zu bezahlbaren Preisen angeboten werden.

Marktcheck: Eier ohne Kükentöten nicht überall erhältlich

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen habe nach 2017 erneut geprüft, von welchen Initiativen und zu welchen Preisen Eier ohne Kükentöten angeboten werden. In sechs der elf aufgesuchten Märkte sind Eier aus allen Haltungsformen im Sortiment. Sie würden mit einer Ausnahme zwischen drei und 28 Cent pro Ei mehr als herkömmliche Eier kosten. Bei ALDI, Lidl, Kaufland, combi und famila seien keine Eier aus einer entsprechenden Initiative erhältlich.

Größtes Angebot bei Bio-Eiern

In fünf Märkten seien Bio-Eier der Initiativen Bruderhahn Initiative Deutschland (BID), Alnatura Bruderküken Initiative, haehnlein sowie Spitz & Bube erhältlich. Sie würden vier bis 28 Cent mehr als ein herkömmliches Bio-Ei kosten. In einem Fall (Spitz & Bube) wären die Eier sogar drei Cent günstiger angeboten worden als vergleichbare Bio-Eier.

Eier ohne Kükentöten aus Freilandhaltung seien nur bei REWE zu finden und drei Cent teurer als gewöhnliche Freiland-Eier. Eier aus Bodenhaltung würden von der Initiative HERZBUBE sowie Spitz & Bube stammen. Im Vergleich zu herkömmlichen Eiern aus Bodenhaltung würden Verbraucher acht bis zehn Cent mehr pro Ei bezahlen.

Kükentöten müsse verboten werden

„Das massenhafte Töten der Legehennen-Brüder muss nicht sein, denn die Aufzucht der männlichen Küken ist bereits jetzt eine gute Alternative“, betont Janina Willers, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Eier ohne Kükentöten seien zum Teil nicht wesentlich teurer als herkömmliche Eier, allerdings nicht in allen Läden zu finden. „Die Bruderhahn-Initiativen sowie den Einsatz von Zweinutzungshühnern halten wir für nachhaltig und im Sinne des Tierwohls für einen guten Weg. Alle genannten praxistauglichen Alternativen sollten dringend umgesetzt werden, damit das sinnlose Töten verboten wird“, fordert Willers.

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