Hallenproblem im Nordosten der Stadt: „Kurzfristig nicht zu ändern“

9. April 2019 von
Die Bogenschützen sorgen sich um ihre Trainingsbedingungen. Wirklich für Beruhigung dürften die Aussagen der Verwaltung nicht sorgen. Symbol: pixabay
Braunschweig. Harte Kritik äußert der Schützenverein Querum an der Stadtverwaltung bezüglich der Hallensituation im Nordosten der Stadt. Vor allem die auf hohem Niveau agierenden Bogenschützen hätten Probleme, ihren Trainingsbetrieb durchzuführen. Auf Anfrage nimmt die Stadtverwaltung hierzu Stellung. An der Situation könne kurzfristig nichts geändert werden.

„Auch wenn die Halle in Volkmarode wieder in Betrieb geht, ist laut Verwaltung damit zu rechnen, dass sie bei entsprechenden Witterungsbedingungen wieder gesperrt wird. Dies bedeutet für die Bogenschützen des Schützenverein Querum die Gefahr von weiteren Trainingsausfällen, besonders zu Beginn der Hallensaison im kommenden Oktober“, mahnt Jürgen Wendt, Präsident des Schützenverein Querum. „Unser Verein schießt nun einmal in der Bundesliga und wir haben nicht vor, aufgrund der untragbaren Hallensituation in Braunschweig die Bundesliga abzumelden“, so Wendt weiter.

„Die Ignoranz ist peinlich“

Den Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig und seine Schuldezernentin scheine diese nicht nur für die Bogensportlerinnen und Bogensportler untragbare Situation keinesfalls zu interessieren. Nicht nur die Schützen seien davon betroffen sondern auch die beiden Gesamtschulen im Bereich. „Auf unser Schreiben an den Oberbürgermeister erfolgte keinerlei Reaktion. Nun tritt genau die Situation ein, vor der wir bei unseren Bemühungen um den Bau einer neuen Mehrfeldhalle für die IGS Querum gewarnt haben. Die Ignoranz der Stadtverwaltung und des Oberbürgermeisters als Hauptverwaltungsbeamten ist schon peinlich. Der Schützenverein Querum fordert den Oberbürgermeister auf, sich endlich für die Schulen und Vereine in Querum einzusetzen und sich um die Hallensituation zu kümmern – und zwar zeitnah“, so Jürgen Wendt abschließend.

„Defizite gibt es auch woanders“

Diesen Vorwurf möchte die Stadtverwaltung so nicht stehen lassen. „Das Thema ist bekannt, und es kann auch nicht die Rede davon sein, dass die Stadtverwaltung es nicht ernst nimmt“, schreibt die Verwaltung auf Anfrage von regionalHeute.de. Der Bau einer Sporthalle in Querum werde schon länger insbesondere von der IGS Querum und dem Stadtbezirk Wabe-Schunter-Beberbach gefordert. Im Februar 2018 sei der damaligen Stadträtin Dr. Andrea Hanke von Jürgen Wendt eine Unterschriftenliste für den Bau einer Sporthalle für die IGS Querum übergeben worden. Richtig sei auch, dass es im Stadtbezirk Wabe-Schunter-Beberbach gemäß der „Analyse des Bedarfs an Hallen und Räumen für den Schulsport in Braunschweig“ der Firma IKPS aus dem Jahr 2014 ein Defizit von 2,1 Anlageneinheiten gebe. „Defizite gibt es jedoch an mehrere Stellen im Stadtgebiet, und bei der Frage nach dem prioritären Vorgehen sind primär die Erfordernisse des Schulsports maßgeblich“, so die Verwaltung.

Auch unter dem Gesichtspunkt Schulsport werde vor dem Hintergrund neuer Baugebiete in Querum ein Bedarf für eine Halle im Stadtteil gesehen. Sowohl der IGS Querum als auch dem Stadtbezirksrat sei in der Vergangenheit mitgeteilt worden, dass eine konkrete Aussage zum Bau einer Sporthalle für die IGS zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abgegeben werden könne, da diese von mehreren bisher nicht abschließend geprüften Faktoren abhängig sei. Dazu gehöre unter anderem die Entwicklung der geplanten Baugebiete „Dibbesdorfer Straße-Süd“ und „Holzmoor-Nord“ unter Berücksichtigung zukünftig zu erwartender Schülerzahlen an der Grundschule Querum (die IGS Querum und die Grundschule Querum teilen sich eine Schulanlage) und die Betrachtung der Hallenkapazitäten im nördlichen Bereich des Stadtgebietes.

Größe des Baugebiets Holzmoor-Nord abwarten

Das Baugebiet „Dibbesdorfer Straße-Süd“ könne nach aktueller Beschlusslage umgesetzt werden. Zum Baugebiet „Holzmoor-Nord“ gebe es dagegen noch keine Beschlussfassung, da es nach wie vor Verhandlungen mit dem Investor gebe. Erst wenn feststehe, wie groß das Wohngebiet wird, könne letztlich die Frage nach der künftigen Größe der Grundschule und damit auch dem Hallenbedarf abschließend bewertet werden.

Kein geeignetes Grundstück in Querum

Gleichwohl entwickele die Verwaltung bereits jetzt auf Grundlage voraussichtlich zu erwartender Schülerzahlen grundsätzliche Erweiterungsvarianten auf dem Grundstück der IGS/GS für die Grundschule Querum (inklusive Einführung Ganztagsbetrieb). Dabei werde auch geprüft, ob der Bedarf für den Bau einer Sporthalle für die IGS Querum auf dem Schulgelände möglich sei, da es derzeit kein geeignetes Grundstück in Querum gebe, auf dem eine Sporthalle errichtet werden könnte. „Vielfach war in der Öffentlichkeit ein nahegelegener Standort an der Dibbesdorfer Straße im Bereich der Festwiese diskutiert worden, dieser steht jedoch als bedeutende Frischluftschneise im Stadtgebiet nicht für eine Bebauung zur Verfügung“, erklärt die Verwaltung.

All dies sei der Anfang einer Prüfung. Nicht zuletzt gebe es bisher keine Finanzierung für eine mögliche Erweiterung und den Hallenbau. Auch hier seien zu gegebener Zeit die gesamtstädtischen Prioritäten in Zusammenhang mit dem Ganztagsausbau zu berücksichtigen. Als weiteres Thema in diesem Zusammenhang stimme die Verwaltung derzeit gemäß Ratsauftrag das Raumprogramm für den Bau einer Drei-Feld-Sporthalle für die IGS Volkmarode als Ersatz für die dortige abgängige Zwei-Feld-Sporthalle ab. Es geschehe also gerade  einiges an Planung für den Nordosten Braunschweigs.

„Trainingsbedingungen nicht die besten“

„Diese Gesamtproblematik mit allen offenen Fragen und Zielkonflikten ist im Stadtbezirksrat mehrfach erläutert worden und dürfte auch Herrn Wendt und dem Schützenverein bekannt sein. Insofern kann die Stadtverwaltung jetzt kurzfristig nichts daran ändern, dass die Trainingsbedingungen in der alten Halle nicht die besten sind“, betont die Verwaltung. Die Schäden von vor einigen Wochen seien behoben worden, die Halle sei seit dem 1. April wieder nutzbar, insofern könne es jetzt erst einmal weiter gehen, zumal jetzt auch die Freiluftsaison beginne.

Beim dem genannten Schreiben an den Oberbürgermeister handele es sich um eine Weiterleitung einer Pressemitteilung, die vor gerade einmal drei Wochen erfolgt sei. Insofern sei auch noch keine Beantwortung erfolgt, zumal die Sachlage bekannt und kurzzeitig, wie ebenfalls bekannt und hier beschrieben, nicht veränderbar sei. Die Stadtverwaltung werde natürlich weiter in Kontakt mit dem Schützenverein stehen und über den Stand der Dinge informieren.

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