Hospizarbeit Braunschweig e.V. feiert 25-jähriges Bestehen

9. Oktober 2018
Die Hospizarbeit Braunschweig kann am 13. Oktober auf ihr 25-jähriges Bestehen zurückblicken. Foto: Claudia Taylor
Braunschweig. Die Hospizarbeit Braunschweig kann am 13. Oktober auf ihr 25-jähriges Bestehen zurückblicken. Dieses Jubiläum wird mit einem Festgottesdienst in der Martini-Kirche am Altstadtmarkt und einem Empfang in der Dornse des Altstadtrathauses gefeiert. Das teilt die Hospizarbeit Braunschweig in einer Pressemeldung mit.

„Seit den Diskussionen im Bundestag zu Themen wie aktive Sterbehilfe und Organspende denken immer mehr Menschen über den Tod und das Sterben nach. Auch positive Erfahrungen mit Familienangehörigen oder Freunden, die ihre letzte Lebenszeit in einem Hospiz oder von einem Palliativteam gut begleitet zu Hause verbringen durften, sorgen dafür, dass die früher meist als unangenehm verdrängten Themen einen Platz in unserem Alltag finden. Immer mehr Menschen, darunter auch junge Erwachsene, setzen sich mit ihrer Endlichkeit auseinander, sorgen mit Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht für die Umsetzung letzter Wünsche an ihrem Lebensende – wann auch immer das sein wird. Bestattungen werden kreativ und liebevoll gestaltet im Sinne des Verstorbenen, aber auch im Sinne der Hinterbliebenen. Der gesamte Wandlungsprozess wurde und wird von der Hospizbewegung eingeleitet, getragen und vorangebracht“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

„Eine von Pioniergeist und Enthusiasmus geprägte Zeit“

„Als ehemaliges Gründungsmitglied schaue ich gerne auf eine von Pioniergeist und Enthusiasmus geprägte Zeit zurück. Im November 1989 fand das erste Treffen des Arbeitskreises „Sterbende begleiten“ im Marienstift Braunschweig statt“, erinnert sich Prof. Roswitha Bender. Menschen aus unterschiedlichen kirchlichen und beruflichen Gruppierungen wollten die Situation von Schwerstkranken und Sterbenden in der Stadt verbessern, parallel zu der bundesweit erstarkenden Hospizbewegung. „Wir trafen uns regelmäßig und arbeiteten stetig auf eine Vereinsgründung hin“, sagt Bender, eine Frau der ersten Stunde und noch heute aktiv im Vorstand tätig.

„Am 13. Oktober 1993 konnten wir den gemeinnützigen Verein Hospizarbeit Braunschweig mit 60 Gründungsmitgliedern ins Leben rufen!“
Heute besteht der Verein aus mehr als 435 Mitgliedern, davon engagieren sich etwa 120 ehrenamtlich als Sterbe- und/oder Trauerbegleiter. Diese Menschen spiegeln das Gesicht der Hospizarbeit Braunschweig wider. Sie sind jung und alt, männlich und weiblich, aber wer sich der Statistik zuwendet sieht, dass dieses Ehrenamt wie so häufig im Sozialbereich von Frauen (86%) im Alter von 53 bis 78 Jahren ausgeführt wird. Da aber auch männliche Begleiter notwendig sind für eine gute Versorgung von Schwerstkranken, Sterbenden und Trauernden an dieser Stelle der Hinweis, dass besonders männliche Teilnehmer im Vorbereitungskurs für diese Ehrenämter gesucht werden. Wer Interesse hat, ist im Büro der Hospizarbeit herzlich eingeladen zu einem ersten unverbindlichen Informationsgespräch.

Ein kurzer Rückblick

Doch nun noch einmal zurückgeblickt: In der Satzung formulierten die Gründungsmitglieder als Vereinsziel das Einrichten eines stationären Hospizes in Braunschweig: das Haus am Hohen Tore wurde mit hohem Engagement 2007 feierlich eröffnet.

„Ich denke sehr gerne an die Zeit zurück, wie wir um ein gemeinsames Verständnis der Hospizidee und ihrer Umsetzung gerungen haben und wie wir in einer kleinen Gruppe das Konzept für den ersten Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Sterbebegleiter entwickelten“, erzählt Roswitha Bender. Wenn Menschen gefragt werden, wo sie ihre letzten Lebenstage verbringen möchten, ist auch heute noch die häufigste Antwort: am liebsten zuhause. Das ist dank des Einsatzes von Ehrenamtlichen und professionellen Diensten immer besser möglich. Deshalb ist ambulante Hospizarbeit auch heute kein „Auslaufmodell“. Nach zähem Ringen mit den Krankenkassen ist die Begleitung von Menschen zuhause durch Ehrenamtliche für ambulante Hospizdienste nun auch finanziell abgesichert. „Davon konnten wir in unserer Anfangszeit nur träumen“, betont die 70jährige. „Wir haben unser Aufgabenspektrum erweitert und den Bedarfen angepasst: Über 120 Ehrenamtliche begleiten Menschen und ihre Zugehörigen im Hospizhaus, in Altenheimen, Krankenhäusern, in Familien mit Kindern mit verkürzter Lebenserwartung, Menschen im Trauerprozess. Das alles geht nur dank des Idealismus von Menschen, die sich für die Idee Hospizarbeit stark machten und auch heute engagieren!“

„Wünsche der Betroffenen an erster Stelle“

Die Hospizarbeit Braunschweig ist zwar ein Verein, verfügt aber über eine professionell aufgestellte Geschäftsstelle mit zwei Koordinatoren, einer Verwaltungskraft und einem Geschäftsführer, der auch als weiterer Koordinator tätig ist. Ulrich Kreutzberg leitet unter der Regie des Vorstandes bereits seit zehn Jahren den Verein und hat seine Ausrichtung wesentlich geprägt: „Bei uns stehen die individuellen Wünsche der Betroffenen an erster Stelle. Wir sorgen für eine wertvolle und individuelle Begleitung im täglichen Leben“, erklärt Kreutzberg, der auch im Bundesverband der Hospizbewegung Deutschland als Vorstandsmitglied aktiv ist. „Mit unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern versuchen wir jedem Einzelnen einen möglichst langen Aufenthalt in der vertrauten Umgebung zu ermöglichen. Als gemeinnütziger Verein führen wir alle unsere Angebote ehrenamtlich durch. So bleibt unsere Hilfe kostenfrei“.

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