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Kinokritik: „Captain Marvel“ – Eine ko(s)mische Buddy-Komödie

8. März 2019
„Captain Marvel", der neuste Marvel-Ableger, läuft seit Donnerstag im C1. Ein weiterer Hit oder der erste Flop? Die Kinokritiker geben Auskunft. Foto: C1 Cinema; Video: Nick Wenkel
Braunschweig. Seit dem gestrigen Donnerstag läuft Marvels neuster Superhelden-Streifen „Captain Marvel" im C1 Cinema Braunschweig. Es ist der letzte große Marvel-Film vor dem epischen Abschluss mit „Avengers: Endgame" im April. Da bleibt natürlich die Frage: Handelt es sich bei „Captain Marvel" lediglich um einen Lückenfüller? regionalHeute.de hat sich den Film angeschaut.

„Captain Marvel“ ist der 21. Film im Marvel Cinematic Universe und der erste, der eine weibliche Superheldin als Hauptfigur in den Mittelpunkt stellt. CAPTAIN MARVEL beschreibt, wie Carol Danvers alias Captain Marvel in den 90er Jahren zu einer der bedeutendsten und wichtigsten Superheldin des Universums aufsteigt – lange vor den Avengers und in einer Zeit, in der die Erde durch den galaktischen Kampf zweier Alienrassen bedroht ist. Wie entscheidend „Captain Marvel“ für die weitere Entwicklung des Marvel Cinematic Universe sein wird, hat bereits die Post-Credit-Szene am Ende des dritten Teil der Avengers gezeigt, als Thanos in die Finger schnipste und die Hälfte der Menschheit vernichtete.

Alle Infos, Trailer und Tickets gibt es unter www.c1-cinema.de.

Die Handlung

Als die Kree-Elite-Soldatin Captain Marvel (Brie Larson) auf die Erde abstürzt, weiß sie nicht, wo sie ist und wie sie dorthin gekommen ist. Gerade noch hat sie mit der Elite-Einheit Starforce und dem charismatischen Anführer Mar-Vell (Jude Law) für die Sicherheit im All gekämpft, nun ist sie auf einem fremden Planeten, der trotzdem ziemlich vertraut wirkt. Denn sie wird von Visionen und Träumen geplagt, die auf ein früheres Leben auf eben dieser Erde hindeuten. Als sie auf den jungen S.H.I.E.L.D.-Agenten Nick Fury (Samuel L. Jackson) trifft, macht sie sich mit diesem daran, das Geheimnis ihrer Herkunft zu entschlüsseln. Doch das Duo muss auch einer Gefahr ins Auge blicken. Die Erzfeinde der Kree haben die Erde infiltriert. Ein Spionage-Trupp der außerirdischen Rasse der Skrull hat sich unter Führung des skrupellosen Talos (Ben Mendelsohn) dank ihrer Gestaltenwandlerfähigkeiten komplett unbemerkt auf der Erde breit gemacht und bereitet eine Invasion vor…

Der Trailer zum Film

Kritik

Eine komisch-kosmische Buddy-Komödie – so oder so ähnlich lässt sich „Captain Marvel“ wohl am ehesten beschreiben. Der neue Superhelden-Film aus dem Hause Marvel bietet die übliche und auch weiterhin sehr beliebte Kost der bekannten Comicbuch-Verfilmungen. Witzige Dialoge, geballte Action, ein bisschen Weltraum und viele Anspielungen verwandeln auch „Captain Marvel“, den mittlerweile 21. Film im Marvel Cinematic Universe (MCU), grundsätzlich in einen gelungenen Kinohit. Aber der Film hat auch seine Schwächen. Am Ende wirkt „Captain Marvel“ letztlich nur wie ein Sprungbrett für weitere Film und einer Einleitung zu „Avengers: Endgame“. Das liegt vor allem daran, dass viele Fragen unbeantwortet bleiben. Ein Beispiel ohne in die Spoiler-Falle zu tappen: Auch am Ende der knapp zwei Stunden Laufzeit weiß der Kinogast nicht wirklich, welche Kräfte Carol Denvers denn nun wirklich hat. Die Antwort kriegen wir zwar vermutlich in wenigen Wochen geliefert, doch der „Captain Marvel“-Zuschauer bleibt ein wenig ratlos und enttäuscht zurück.

Ein bisschen 90er-Feeling

„Captain Marvel“ spielt zeitlich Mitte der 90er – und das spürt man. Nicht nur sieht man einen zu 100 Prozent realistisch aussehenden Samuel L. Jackson der 90er-Jahre, sondern auch filmisch hat der neue Marvel-Hit viele Parallelen zu früheren Zeit, insbesondere zu den beliebten Buddy-Komödien à la Lethal Weapon. Ein Faktor, der ebenfalls viel zum Flair der 90er beiträgt, ist die Musik. Mit hämmernden Electro-Pop-Sounds wird der Kinogast rund 20 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Und auch die Chemie der beiden Hauptprotagonisten Brie Larson und Samuel L. Jackson passt, was dem Film die eine oder andere Handlungslücke erspart. Während Jackson als Nick Fury in seiner bekannten, lässigen Art die Leinwand für sich einnimmt, bleibt Larson als neue Superheldin jedoch über weite Strecken des Film recht blass. Zu emotionslos, zu eindimensional – was vermutlich aber eher dem Drehbuch geschuldet ist. Brie Larson gewann immerhin 2016 einen Oscar für „Room“, ihre schauspielerischen Qualitäten sollten außer Frage stehen. 

Fazit

Am Ende liefert „Captain Marvel“ nicht wirklich viel Neues, aber einen durchaus gelungenen Film. Es ist die schon angesprochene übliche Marvel-Kost, die auch immer noch schmeckt. Spaßig, spannend und sehr gut unterhaltend, alles aber ein wenig so, als hätte man es schon gesehen. Nach 21 Filmen im MCU scheinen die Parallelen zu den Vorgängern aber auch recht alternativlos. Daher sollte sich Marvel für die Zukunft überlegen, ob ihr bislang sehr erfolgreiches Rezept nicht ein wenig abgeändert werden muss.

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